Evangelisation und soziale Verantwortung

Hans-Ulrich Reifler schrieb in seinem Aufsatz „Ganzheitliche Mission“ (veröffentlicht in evangelikale missiologie 26/2010) über das Verhältnis von Evangelisation und sozialer Verantwortung Folgendes:

[…] durch eine christozentrische Missionspredigt können Menschen vor die Entscheidung gestellt werden, Christus nachzufolgen und das Heil im Glauben zu ergreifen. Das umfasst die vertikale Beziehung des Heils, Friede und Versöhnung mit Gott, (Röm 5,1 und 2Kor 5,15ff) sowie die horizontale Beziehung des Heils, Versöhnung unter den Menschen (Eph 2,14), die Konsequenz der Neuschöpfung in Christus (2Kor 5,17). In der ergreifenden Bekehrungsgeschichte des Zachäus erkennen wir deutlich, dass biblische Bekehrung sich nicht nur auf das persönliche, subjektive Heil beziehen kann. Das Herz des Zachäus wurde heil, genauso wie seine zwischenmenschlichen Beziehungen.
[…]Damit wird offenbar, dass das Heil mehr ist als nur ein innerweltliches sozial bedingtes Phänomen, das die Aufhebung von Klassenunterschieden, Armut, Unterdrückung, Rassismus, Diskriminierung und Ausbeutung zum Ziel hat. […]
Bei der christlichen Mission steht darum nicht „die Bewältigung industrieller Differenzen, die Aufhebung von Klassenunterschieden oder Überwindung rassistischer Diskriminierung“ im Vordergrund, sondern das Angebot der Versöhnung (2Kor 5,18–20). Andererseits sehen wir, dass dort, wo Menschen Gottes Heil erleben, indem Gott Schuld vergibt und eine neue Lebensperspektive schenkt, auch soziale Veränderungen nicht ausbleiben werden.

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