bible-504785_1920Christen und das Alte Testament
In der frühen Christenheit gab es einen Streit um das Alte Testament. Prägend war hier Maricon. Dieser vertrat die Auffassung, dass der Schöpfergott des Alten Testaments nicht der Vater von Jesus sein kann. Denn seine Schöpfung sei miserabel (schließlich wurden Tiere wie Skorpione erschaffen), des Weiteren sei er ein Gott der Rache und muss abdanken. Das Alte Testament wurde von Marcion verworfen. Auch vom Neuen Testament „entfernte“ er die alttestamentliche Bezüge.

Gehen wir in das Jahr 1921. Adolf von Harnack vertrat die These, es sei ein großer Fehler und Zeichen einer „kirchlichen Lähmung“ das Alte Testament auch heute noch als Teil der Bibel beizubehalten.

Für die heutige Zeit möchte ich folgende These aufstellen:
Heute besteht vielerorts unter Christen eine gründliche Unkenntnis und Unsicherheit über die Frage des Alten Testaments.

Auf der einen Seite hört man Aussagen wie:

  • „Christus ist das Gesetztes Ende…“
  • „AT ist eine Bundesauflage für das Judentum!
  • „Wir leben im NT – AT ist Vergangenheit“
  • „Der Buchstabe tötet“
  • „NT steht alles Notwendige“

Die andere Seite bring Aussagen wie:

  • Jesus sagt er sei nicht gekommen um das Gesetz aufzulösen (Mt 5,17ff)
  • Die Gebote sind gültig – es sei den NT erklärt sie als erfüllt

Wozu brauchen wir also das Alte Testament? Wie können wir es neu für uns entdecken?
Auf diese Fragen werden wir in den nächsten Artikeln eingehen.