Kommentare zum Römerbrief

Der Römerbrief ist einer der mich am meisten faszinierenden Briefe im Neuen Testament. Es gibt eine Vielzahl guter und gut gemeinter Kommentare hierzu.
Hier möchte ich einen kleinen Pool von guten Römerbriefkommentaren zusammenstellen. Ergänzungen durch Kommentar sind gern willkommen.

Ulrich Wilckens – Der Brief an die Römer – Evangelisch-Katholischer Kommentar.
Der Klassiker. Zu Recht ist dieser Kommentar weit im deutschsprachigen, aber auch im internationalen theologischen Raum verbreitet. Wilckens versteht es eine sehr gründliche, wissenschaftlich erstklassige Exegese abzuliefern.
Der Kommentar bietet eine sehr gründliche Analyse des Bibeltextes, fasst die hierin gewonnenen exegetischen Beobachtungen exzellent zusammen, zeigt die Wirkungsgeschichte der Texte auf und liefert zu dem noch ausführliche Exkurse.
Es ist ein Kommentar, der zurecht als eine Meisterleistung zu sehen ist. Wilckens wird nicht unbegründet an sämtlichen theologischen Ausbildungsstätten, von evangelikal bis liberal gelesen und geschätzt.
Es ist ein Kommentar den jeder Römerbriefexeget gebrauchen sollte.

Eckhard J. Schnabel – Der Brief des Paulus an die Römer (Kap 1-5) – HistorischTheologische Auslegung)
Neu, spannend und fundiert. Schnabels Kommentar zu den ersten 5 Kapiteln des Römerbriefes kam im Herbst 2015 heraus. Stolze 700 Seiten umfasst er. Im Besonderen die Kapitel über die Rechtfertigung wurden von mir zum Arbeiten verwendet. Mein erster Eindruck ist: Der Kommentar ist eine exegetische Meisterleistung. Schnabel versteht es eine wissenschaftlich perfekte Exegese lesergerecht abzuliefern. Die Texte werden gründlichst analysiert, auf verschiedene Auslegungsvarianten und aktuelle Diskussionen wird eingegangen und Antworten mit dem übrigen Schriftbefund sorgfältig abgewägt. Es ist ein evangelikaler Kommentar, der zumindest in der deutschen evangelikalen Welt kein Pendant finden kann. Ein Kommentar, der das Potenzial hat eine Standardlektüre im univeritären Bereich zu erlangen.

Peter Stuhlmacher – Der Brief an die Römer – Das Neue Testament Deutsch
Kurz, knapp und gut. Stuhlmachers Kommentar zu dem gesammten Brief an die Römer ist nicht lang. Gerade einmal 237 Seiten umfasst er.
Dennoch greife ich gerne auf ihn zurück.
Ja, es stimmt, die gründliche Exegese wie in den obrigen Kommentaren ist nicht zu finden. Vielmehr werden die Ergebnisse seiner Forschung in diesem Kommentar zusammfassend dargelegt, allerdings mit exegetischen Einzelaspekten. Spannend sind auch seine Exkurse. Besonders in der Frage der Rechtfertigung liefert Stuhlmacher hier eine spannende Arbeit. Der Kommentar lohnt sich für ein kurzes Nachschlagen, ist leicht lesbar und zu empfehlen.

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4 thoughts on “Kommentare zum Römerbrief

  1. Hey,

    Schöne Reihe. Beim Röm verliert man viel zu schnell den Überblick über die ganze Literatur, wenn du mich fragst.

    Frage: Hast du dich mal mit Michael Wolters neuem EKK Band zum Röm befasst?

    Viel Segen dir!
    MBH

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    1. Hey Marcus!
      Da hast du auch recht ;-).
      Ne, ich hab gesehen das der erschienen ist, aber bisher kenn ich ihn leider noch nicht – ist auch nicht ganz billig der Kommentar.
      Kennst du ihn?

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    2. Hab für meine Arbeit im Bibelwissenschaftlichen Seminar vor 2 Semestern mal reingesehen und damit gearbeitet, aber ausschließlich mit Röm 1,18ff – schien mir im großen und ganzen aber sehr solide – und in mancherlei Hinsicht schien mir auch theologisch eine klarere Linie den Kommentar zu durchziehen, als es bei Wilckens der Fall ist; bei W. habe ich immer den Eindruck, dass er sich so in detaillierten Betrachtugen verliert, dass ein großes Bild des Briefes keine wirkliche Rolle spielt. However, keep up the good work!
      Guckst du dir für die Reihe noch Birds neuen Röm Kommentar an?

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    3. @marcus,
      meinst du diesen: http://www.amazon.com/Romans-The-Story-Bible-Commentary/dp/0310327180#reader_0310327180
      Hab ich bisher noch nicht vorgehabt. Aber wenn er gut ist, kannst du so eine Kurzbeschreibung darüber schreiben und ich veröffentlich sie =)

      Bzgl. Wilckens… Das stimmt. Mir ist das aufgefallen, als ich Schnabel las, dort fand ich mehr den Faden (z.B. zog er die Linie von 1,18 bis 5,1) das ist eine Schwäche von Wilckens

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