Die Entwicklung der Rechtfertigungslehre

War Paulus der Entwickler der Rechtfertigungslehre? Musste er diese, zur Begründung seiner Heidenmission herleiten, als er an die Galater und später an die Römer seine Briefe verfasste?

Peter Stuhlmacher schreibt in seinem Römerkommentar, dass es klar ersichtlich ist, „daß Paulus nicht als erster und  auch nicht allein im Urchristentum von „Rechtfertigung“ gesprochen hat. Aber seine Berufungserfahrung […] hat die Rechtfertigung zum Wesensmerkmal der paulinischen Verkündigung werden lassen. Er […] der Versöhnung und Rechtfertigung durch Christus erfahren hatte, sah sich durch seinen neuen Herrn in den „Dienst der Gerechtigkeit […] gestellt. […]
Ihre provozierendste Zuspitzung hat die paulinische Lehrverkündigung in der Gottesprädikation gefunden, Gott sei der Gott, „der den Gottlosen rechtfertigt“ (Röm 4,5).
Die Vorstellungswelt der „Rechtfertigung“ entstammt dem Alten Testament und Frühjudentum. Der Gottesknecht spricht in Jes 50,7-9 davon, da Gott ihmim Rechtsstreit gegen alle seine Feinde beistehen und ihm zum Recht verhelfen wird. Umgekehrt muss der Sünder eingestehenm daß vor Gott, dem Richter kein menschliches Wesen gerecht ist (Ps 143,2), oder nach der griechischen Wiedergabe der Stelle „(von Gott) gerechtfertigt wird“. […]
Jesus spricht von „gerechtfertigt sein“ im Sinne von Sündenvergebung als Annahme durch Gott in der Gegenwart (Lk 18,14).“

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