Buchbesprechung: Der Islam und die Gewalt


Der Islam und die Gewalt.

So lautet der Titel des aktuell erschienen Buches von Eberhard Troeger.
Troeger selbst hat in der islamischen Welt gearbeitet und hat somit auch Einblicke von Vorort.

Zum Aufbau des Buches

hand-1318340_1920In 15 Kapiteln greift das Buch zuerst die Grundbegriffe der islamischen Religion auf und erläutert diese. Im Anschluss wird aufgezeigt, dass Christen sich nicht von Fragen die der Islam stellt zurückziehen können. Kurz und prägnant wird das Leben von Mohamed skizziert. Ebenso wird der Kampf um Allahs willen, im Koran aufgezeigt. Die Reise geht weiter über geschichtliche Fragen innerhalb der islamischen Welt, über die Kreuzzüge hin zu der fundamentalistischen Seite des Islams, bis die Reise schlussendlich im modernen Islamismus und im „Islamischen Staat“ endet.
Troeger geht im weiteren Verlauf des Buches auf Fragen der Kritik an den Islam und der Herrschaftsanspruch der „Uma“ (der islamischen Glaubensgemeinschaft als Ganzes) ein. Im letzten Teil des Buches widmet der Autor sich der Frage der Mission unter Muslimen.

Beurteilung
Aus meiner Sicht ist dem Autor der Teil besonders gelungen, indem er, für Einsteiger sehr verständlich, die Kernbegriffe des Islams definiert.
Troeger zeigt auf, wo (gemäß seiner Ansicht) die Wurzel des fundamentalistischen Islams liegt. Seine Darlegung über dessen Entwicklung in der jüngeren Geschichte ist kurz, knapp und dennoch präzise. Aus meiner Sicht könnten diese Ausführungen ausführlicher sein, aber es ist dennoch in Ordnung. Gelungen ist Troeger die Darlegung der gemeinsamen Ziele, welche islamistische Bewegungen verbinden.
Ebenfalls sehr positiv sehe ich den letzten Teil des Buches. Hier geht Troeger auf die Frage ein, wie Jesus heute unter Muslimen wirkt.

Hervorzuheben sind auch Apelle von Troeger, dass Christen nicht bei einer angstvollen Abgrenzung gegenüber den Islamismus stehen bleiben sollen, sondern die persönliche Begegnung suchen sollen, da auch Islamisten sich zu Jesus bekehren können.

Anfragen habe ich im geringen Umfang an Trogers Sicht über den historischen Mohamed, hier sind die Ausführen m.E. nicht genügend auf dem aktuellen Stand der Forschung oder der Diskussion. Ebenfalls sehe ich in den Ausführungen über die Kreuzzüge einen gewissen Korrekturbedarf, bezüglich der aktuellen historischen Forschung.

Fazit

Dieses Buch halte ich als Einstiegslektüre für diese Thematik für geeignet. Es skizziert grundlegende Fragen über dem Islam, die Entwicklung des Fundamentalismus und die Verortung der Gewaltfrage. Die aktuellen Geschehnisse werden angerissen.
Für Personen, welche sich bereits intensiv mit diesen Themen auseinandergesetzt haben, kann dieses Buch eine spannende Wiederholung sein.

2 thoughts on “Buchbesprechung: Der Islam und die Gewalt

  1. Zwei kleine (An-)Fragen:

    1) Wo liegt denn Troegers Meinung nach der Hauptgrund für den islamischen Fundamentalismus?

    2) Du schreibst im zweiten Absatz deiner Beurteilung von Islamismus und Islamisten. Sind da nicht eher der Islam und Moslems gemeint? Unter wem soll denn missioniert werden, unter den Muslimen oder Islamisten? Da besteht meiner Meinung nach ja ein erheblicher Unterschied. Nicht alle Moslems sind fundamentalistische Islamisten und dann auch noch gewaltbereit.

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    1. Hi Philipp,
      Troeger verortet das Gewaltproblem 1.im Ursprung und in der frühen Geschichte und 2.durch die Jahrhunderte in den Strömungen, welche den Koran wörtlich, zusammen mit der Biographie Mohameds auslegten.

      Da Troeger hauptsächlich über die gewaltbereite Seite schreibt, meint er schon die Islamisten und nicht Muslime im Allgemeinen (wenn ich ihn recht verstehe). Das er dadurch die große Gruppe der Moderaten Muslime nicht ausschließen will, interpretiere ich jetzt einfach mal hinein.

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