An dieser Stelle möchte ich nicht selbst einen Artikel schreiben, sondern einen Aufsatz von Michael Schröder (TH Ewersbach – FeG) verlinken.
Zudem werde ich persönlich hier, in diesem Beitrag nicht dazu Stellung nehmen, er dient als Diskussionsbeitrag.

Zuerst wird in diesem Beitrag grds. die Frage nach dem Zusammenhang von Gottes Wort und Menschen Wort, in der Bibel, nachgegangen.
Schröder macht deutlich, dass Gott in der Bibel redet, das sein Reden Schrift wird, er geht auf die Kanonbildung ein und auf die Menschlichkeit der Schrift.
Zitieren möchte ich Passagen zur Frage des Gottes Wort und der Inspiration:

[…]Im 2. Petrusbrief heißt es: „Denn es ist noch nie eine Weissa
gung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern
getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen
Gottes geredet“ (2Petr 1,21). Im zweiten Brief an seinen Mitar-
beiter Timotheus schreibt Paulus: „Denn alle Schrift, von Gott
eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besse-
rung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit“ (2Tim 3,16). Es ist na-
türlich klar, dass diese beiden Stellen von den Schriften des Alten
Testaments reden, aber sie tun es so, dass die Schrift (und damit
sind die verschiedenen einzelnen Schriften gemeint, die manch-
mal auch mit den Worten „Gesetz und Propheten“ bezeichnet
werden) von Gott gegeben bzw. gehaucht ist. Wir erkennen aber
bereits im Neuen Testament, wie die Autoren die Worte Jesu so
überliefern, dass dem Leser klar wird, sie sind den Worten des
Alten Bundes gleichzusetzen. Sie stehen mit gleicher Autorität

neben dem Reden Gottes im Alten Testament!

Wenn man die Aussage vor allem des Wortes aus dem 2. Timotheusbrief bündeln würde, könnte man sagen: Der Verfasser betont, dass die von Gott gehauchte Schrift vor allem die Erlösung des Menschen thematisiert und dann auch eine Antwort darauf gibt, wie er als Jünger Jesu lebt. Es geht, wenn man es zuspitzen würde um die Themen „Erlösung und Ethik“. Man könnte auch so formulieren: Das Wort Gottes, eben die ganze Schrift, zeigt uns, wie die Bewegung Gottes zu den Menschen aussieht. Sie beschreibt und vor allem erzählt sie, wie sich die Menschen immer wieder von Gott abwenden, eigene Wege gehen und sich nicht um seinen Willen kümmern. Zugleich macht sich Gott auf den Weg, um die Menschen aus dieser selbstverschuldeten Lage herauszuholen, sie zu befreien, zuletzt am deutlichsten und klarsten in seinem Sohn Jesus Christus! Gerade die Brief e des Neuen Testaments beschreiben aber auch, wie man sich als einzelner Jünger Jesu und in der Gemeinschaft der Glaubenden auf dem Weg der Nachfolge zu bewähren hat, wie man in den Herausforderungen einer nichtchristlichen Welt bestehen kann! Diese grundlegenden Fragen nach Erlösung und Ethik werden in Gottes Wort gestellt und beantwortet. Deswegen ist dieses Grundlage für das persönliche Leben und das Leben in der Gemeinde.[…]
Ein historisches Arbeiten, das sich eines Instrumentariums methodischer Schritte bedient, darf aber nicht von vornherein die Möglichkeit von Gottes Handeln in der Geschichte, wie es u. a. in den Berichten von den Wundern Jesu und vor allem in der Auferweckung Jesu von den Toten bezeugt wird, ausschließen. Gelegentlich wird angemerkt, wer in dieser Weise historisch arbeite, erhebe sich „über die Schrift“ und stelle ihre Aussagen in Frage. Dieses kann, muss aber nicht zutreffen. Im Gegenteil: Meines Erachtens stehen wir als Ausleger nie „über der Schrift“, als könnten wir sie meistern oder gar kritisieren. Wir stehen demütig vor Gottes heiligem Wort und fragen danach, was es zu sagen hat […]
Als es um die Frage der Inspiration ging, legte Schröder beide Enden des Verständnisrahmens dar und schrieb dann:
Aber anstatt nun vom Begriff „Inspiration“ Abstand zu nehmen– wie es zeitweilig in der Neuzeit mal den Anschein hatte, weil dieser so vielschichtig geworden war –, wurde er in den letzten Jahren verstärkt wieder aufgegriffen und diskutiert, weil er offenbar doch geeignet ist, die Spannung zu beschreiben. Dabei ist aus meiner Sicht aber darauf zu achten, dass diese Spannung nicht einseitig aufgelöst wird, sondern beide Aspekte festgehalten werden: ganz Menschenwort und zugleich ganz Gotteswort. Eine genauere Verhältnisbestimmung ist dem Zeugnis der Schrift nicht zu entnehmen. Im Bund Freier evangelischer Gemeinden hat man im Laufe seiner Geschichte mit gutem Grund an der Inspiration der Schrift festgehalten, das „Wie“ aber nicht näher entfaltet.