Zitat der Woche: Bibelkritik

book-283248_1920Meine hochgeschätzten Freunde, die N.T. Wright nicht so schätzen, bitte ich um Nachsicht. Wieder ist ein Zitat der Woche von ihm. Diesmal zum Thema Bibelkritik.

Im Gegensatz zur landläufigen Annahme handelt es sich bei der modernen Bibelkritik um keine neutrale, objektive Forschung. Vom ersten Moment an bestand die treibende Kraft dahinter nicht in dem Wunsch zu verstehen, sondern im Wunsch zu reduzieren, darin, die Bibel in die Form zu pressen, die ihr von der dominierenden aufgeklärten Weltanschauung zugestanden wurde. Das Problem ist, dass sogar die konserativen Forscher, die die Bibel gegen diese Art von Angriffen verteidigen wollen, das ebenfalls auf dem Hintergrund desselben geteilten Weltbildes tun. So verteidigen sie die Wunder und Gottes Handeln in der Welt auf eine Weise, dass man beihnahe an eine Invasion denken muss – an einen Gott, der normalerweise außerhalb der Prozesse der geschaffenen Ordnung steht und nun eingreift, etwas aus seiner Trickkiste zaubert und dann wieder verschwindet. Doch diese Vorstellung hat nur sehr wenig mit dem Gott der Bibel zu tun.

N.T. Wright, Überrascht von der Bibel, S. 180-181.

Dieser Beitrag basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir vom Francke-Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde.

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