Als Boko Haram im April 2014 200 Schülerinnen entführte, droht deren verrückter Chef, sie als Sexsklavinnen zu verkaufen. Damals dachte ich, dass sei sicher nicht so leicht. Wir haben doch keine Sklaverei mehr – oder doch?
Aber in Deutschland ist das doch bestimmt kein Problem. Wir sind doch schon so weit entwickelt.
Von wegen. Deutschland in ein Umschlagplatz für den Sklavenhandel in Europa.
Einer der Gründe ist, dass wir das idiotischste Prostitutionsgesetz haben, das man sich vorstellen kann. Wir schützen nicht die versklavten Frauen, wir schützen die Verbrecher, die sie verkaufen, täglich im Bordell vergewaltigen lassen – anders kann man das ja nicht nennen, die machen es ja nicht freiwillig und schaffen so die besten Voraussetzungen für die Menschenhändler.
Vor 2 Jahren habe ich in meinem Norwegen-Urlaub das Buch „Sklavenmarkt Europa“ gelesen. Geschrieben wurde es von einem Journalisten Michael Jürgs. Der Urlaub war zwar schön, aber das Buch hat für ziemliche Schockerlebnisse gesorgt. Mit Menschenhandel werden jährlich mehr Milliarden verdient als mit dem Drogenhandel. Frauen werden für ihr ganzes Leben kaputtgemacht. Die Verbrecher fangen an bereits in Kinderheimen nach ihrem Opfern zu suchen, sie locken Teenager mit falschen Versprechungen nach Europa. Die meisten ihrer Sklavinnen stammen aus Osteuropa und Nigeria. Und die Lebenserwartung dieser Sklavinnen liegt bei ca. 33 Jahren.
Ich verzichte bewusst darauf Details zu nennen. Als ich gelesen habe, wie diese Menschen gequält werden, sowohl von ihren Freiern als auch von den Sklavenhaltern, hab ich ein Brechreiz bekommen.
Das alles findet in Deutschland statt.
Es ist eine Schande für unser Land und für unsere Regierung, das sie soetwas zulässt.

Das ist übrigens nicht die einzige Form der Sklaverei in Deutschland. Bevor ich die theologische Laufbahn eingeschlagen habe, war ich noch bei einer Krankenkasse angestellt. Ich hatte mein Büro in einer Innenstadt. Regelmäßig habe ich dort Menschen aus Osteuropa betteln gesehen. Alle auf eine ähnliche Weise. Als ich das Buch Sklavenmarkt Europa gelesen habe, ging es auch darum. Menschen werden gerade aus Osteuropäischen Ländern hierhergebracht damit sie betteln. Das Geld bekommen nicht sie, sie müssen es abgeben. Oder sie werden zum stehlen gezwungen und wer von ihnen nicht genug zusammenbekommt, dessen Körper wird auf dem Straßenstrich verkauft.

Zum Glück wird niemand an Gott vorbei kommen.
Können wir überhaupt etwas tun? Kann ein Einzelner etwas machen, oder wir als Gemeinde, oder als Christenheit in Deutschland, z.B. als Evangelische Allianz? Können wir der Regierung, verzeihung so in den Hintern treten, dass sie diese Gesetze ändert, Prostitution verbietet, die Frauen befreit, die Händler einsperrt und Freier bestraft, wie es z.B. schon in Skandinavien läuft?
Ich habe nicht die Antwort.
chains-19176_1920