Bibel TV Porträt: Siegfried Zimmer

Siegfried Zimmer und die Evangelikalen – die Beziehung ist sicherlich nicht immer nur ganz einfach.
Die einen feiern ihn als wichtigen Brückenbauern, die anderen, zu denen auch ich gehöre, teilen viele seiner Positionen nicht, oder werfen ihm teils auch Polemik vor.
Es ist allerdings immer hilfreich mehr über den Menschen selbst zu erfahren,  anstatt ihn zu verurteilen.
Wer mehr also mehr über den Mensch Siegfried Zimmer erfahren will, kann dieses Porträt von Bibel TV anschauen:

 


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8 thoughts on “Bibel TV Porträt: Siegfried Zimmer

  1. finde ich ja ziemlich entlarvend, wie defensiv zu schreiben musst, um nur auf ein Portrait von Zimmer aufmerksam zu machen: als würde die bloße Beschäftigung mit ihm als Person dich irgendwie diskreditieren.
    Mich wundert immer, woher die Angst vor der bloßen Beschäftigung mit vermeindlichen Irrlehrern herrührt. In meinem Studium wurde mir sogar vor der Lektüre von Bultmann gewarnt! Aber wenn diese Leute so im Unrecht sind, und die Wahrheit (Augustinisch gedacht) wie ein Löwe ist, den man nicht verteidigen zu braucht, sondern nur aus dem Käfig zu lassen, sollten wir dich frisch, fromm, fröhlich und frei lesen können, was wir wollen, Irrtümer entlarvend und trotzdem freundlichbleibend, oder?
    Also – ich denke mich wundert vor allem, wieso du in diesem nicht einmal zehn-zeiligen Beitrag erst schreiben musst, dass du zu Zimmers Kritikern gehörst, dann warum, und dann das der bloße Verweis auf das biographische Snippet dich nicht zu seinen Unterstützern macht.

    Liebe Grüße aus dem hohen Norden,
    Marcus

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    1. Danke Marcus, für das kritische Feedback!
      Ich habe eine etwas andere Wahrnehmung was diesen Post betrifft.
      Ja, wer mich kennt merkt, dass ich Zimmer nicht hilfreich finde. Das liegt nicht einfach an seinen Postionen (da diskutiere ich gerne), sondern viel mehr an der Art. Und da, aufgrund der verbalen Angriffe gegen die „Fundis“, oder wie er sie sonst in seinen Vorträgen nennt, konservative Evangelikale m.E. diskreditiert werden, ist von „unserer Seite“ die Gefahr genauso „zurückzuschlagen“.
      Dagegen hilft es, die Person Zimmer besser zu kennen.

      Ich würde dir in der Sicht mit dem Löwen gerne zustimmen (mach ich auch zu Teilen), aber ich sehe zu oft, dass junge Evangelikale ungefiltert Zimmers Vorträge hören und vieles als „Fakt“ oder „wissenschaftliche Theologie“ unkritisch übernehmen, was ich fürs Schriftverständnis oder in der Ethik problematisch finde.

      Vllt verstehst du jetzt meine Motivation, wenn nicht bitte ich dich in meiner Torheit zu ertragen 😉

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    2. Deine Torheit nun wirklich nicht! Dich schätze ich sehr, wie meine regelmäßige Lektüre deines Blogs zeigt 🙂 Und ich freue mich wie Bolle auf das Treffen in Leipzig!
      Ich denke, dass ich deine Beobachtung teilen kann – nicht nur bei „jungen Evangelikalen“.
      Was mich noch mehr verwirrt ist, dass dieselben Menschen, die mir vor 5 Jahren gesagt haben, bloß nicht zu theologisch zu sein in meinen Predigten (meint: mit akademischen Erkenntnissen argumentieren), heute über Zimmer sagen, dass endlich mal jemand wissenschaftlich argumentiere. – Diese Spannung macht mir eigentlich am meisten zu schaffen, weil sie offensichtlich einen bestimmten Strom akademischer Reflektion als „scholastisch“ aussortiert, während die andere als „erfrischend“ empfunden wird.
      Ich bin da also durchaus einer Meinung mit dir:
      Zimmer finde ich sehr wenig hilfreich dafür, ins Gespräch zu kommen miteinander und nicht gegeneinander.

      Zumal ist deine Motivation, diesen Beitrag zu teilen, gar nicht in Frage gestellt habe: mehr diese starke Verteidigungshaltung, die du von Anfang an einnehmen musstest. Als hättest du die Rückmeldung erwartet, dass Menschen dich für einen Zimmer-Fan halten würden, wenn du nicht von Anfang an klar stellst, wie fragwürdig zu ihn findest 🙂

      Viel Segen dir, Bruder,
      M

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  2. @Marcus;
    Wären nicht Kol 2: 8; Titus 3:9-11; 1 Tim 6: 20; 2 Tim 2: 16, 23; 3: 5 hier relevant? Ich sehe schon im NT, dass man sich mit falschen Lehrern nicht zu viel beschäftigen soll. Wenn hat es je einem Schaf gut getan, per du mit einem Wolf zu sein?

    Es muss es nicht um Angst vor dem „Bösen“ gehen; sondern um den Gehorsam zum Wort, die Anerkennung der eigenen Neigung zu falschen Lehren usw…

    Folgt man Zimmers Lehre über die Sexualität, landet man in die Hölle. (1 Kor 6: 9-11). Vielleicht ist Angst also auch nicht völlig fehl am Platz… ?

    LG,
    L.

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    1. Lieber Larry,

      danke für das Push-Back.
      Diese Beiträge sind sicher hilfreich für das Nachdenken über die Grenzen des Denkens. Mir scheint aber die Frage nach „Natürlicher Theologie“ und entsprechend Röm 2,17-29 ebenso wichtig zu sein:
      Gehorsam gegenüber dem Wort muss ja nicht gleichbedeutend sein mit Gehorsam gegenüber meinen Erkenntnissen, die – wie du selbst schreibst – „zu falschen Lehren neigen“. Dass unsere Erkenntnis – auch und gerade in Bezug auf die Schrift – Stückwerk sind, wirst du nicht bezwefeln (1Kor 13,11f)?

      Ich denke, dass hier meine eigentliche Beklemmung liegt:
      (a) Man geht von der „Claritas Scriptura“ aus – also der dogmatischen Grundposition, dass die Schrift erst einmal verständlich ist.
      (b) Man geht davon aus, dass die klassischen christlichen dogmatischen wie ethischen Positionen in der Schrift und nicht der Gesellschaftlichen Konzeption verankert sind.
      (c) Wieso genau müssen wir dann ständig warnen und aufzeigen, dass andere Leute falsch liegen? Müsste das nicht offensichtlich sein?

      Diese Spannung muss ich irgendwie auflösen für mich – und ich bin ja selbst ein ziemlich konservativer Dude mit meinem Schrift- und auch Ethikverstädnis. Nur irgendwie fällt es mir schwer, die Dringlichkeit wahrzunehmen, die den ständigen Warnungen immer anzuhaften scheint: Mir scheint es einen Grund zu haben, dass Paulus nur verhältnismäßig wenig Zeit darauf verwendet hat, namentliche Irrlehrer zu erwähnen – Alexander der Schmied, sonst noch wen? – und mehr Zeit darauf, die Christen (oft jung und ungebildet in der jüdischen und beginnenden christlichen Tradition) in der Realität des Evangeliums und der Offenbarung zu verankern.
      Sollte mir beim Verständnis des letzteren bei gleichzeitigem festhalten am ersteren die Lektüre von großen Denkern (wie Bultmann) helfen, dann sollten wir mutig und vertrauensvoll genug sein, eben dieser „Claritas Scriptura“ zu folgen.

      Die einzige Möglichkeit, diesem Grundpessimismus Raum zu geben, scheint mir darin zu liegen, die Autorität der Tradition über den Verstand des einzelnen zur Auslegung der Schrift zu legen – ein, denke ich, Rückschritt vor die Reformation.

      Viele liebe Grüße nach Leipzig,
      und viel Segen!

      Marcus

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  3. Lieber Marcus,
    Ich hasse Bloggespräche also bschränke ich mich auf 2 kurze Bemerkungen.
    1. Wenn du meinen Blog durchsuchst, musst du ziemlich lange suchen bevor ich jemanden mit Namen als Irrlehrer erwähne. Eigentlich weiß ich nicht ob ich es je gemacht habe. Ich will auf keinen Fall die „Discernment Blogs“ gutheißen, die nur auf das Negative schauen.

    2. Die Briefe an TImotheus und Titus erwähnen schon einige Irrlehrer mit Namen. Dazu werden die Irrlehrer in Kolossäa, z. B.: sehr wohl den Kolossern bekannt gewesen sein, auch wenn Paulus die nicht namentlich erwähnt. Vielleicht wäre’s interessant für dich die von mir oben angeführten Stellen wieder kurz anzuschauen? 😉 Man könnte auch an die falschen Aposteln in 2 Korinther denken, an die Feinde des Kreuzes Phil 3: 19; die Irrlehrer in Gal 1:8-10 (!!), die Irrlehrer in Römer 16: 17, kurzum weiß ich nur von Philemon und Epheser, wo Paulus *nicht* vor Irrlehrern warnt, sonst ist in jedem Brief von ihm eine Warnung vor Leuten, die, ob genannt oder nicht, seine Zuhörer wohl erkannt hätten. Man vergleiche übrigens noch Apg 20 dazu.

    in Christus verbunden, – damit es weiter Reformation gebe!
    dein,
    Larry

    Ps: Ich habe mich erlaubt, einen Zitat von Dick Lucas (Proclamation Trust, UK) hinzufügen:

    „Gedankenexperiment: Les das Johannes Evangelium und steh auf jedes Mal, wo Johannes etwas verneint. Oder versuch das mit nur dem ersten Kapitel. Hier als Hilfe die ersten zehn Verse:

    „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. 4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen. 6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt; sein Name war Johannes. 7 Dieser kam zum Zeugnis, um von dem Licht Zeugnis zu geben, damit alle durch ihn glaubten. 8 Nicht er war das Licht, sondern er sollte Zeugnis geben von dem Licht. 9 Das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen. 10 Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht.“ (Joh 1: 1-10)

    Offensichtlich liegt ein großes Teil der Lehre der Schrift darin, dass man etwas bejaht, und dann etwas verneint. Die Schrift sagt sowohl Ja, als auch häufig Nein. So muss auch unsere Lehre sein. Unsere Zuhörer müssen von uns hören, was die Bibel sagt: was sie bejaht, und was sie verneint.“

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    1. Dir auch noch eine kurze Bemerkung:
      Ich habe gar nicht deinen Blog gemeint; die Stellen habe ich auch nachgeschlagen. GERADE die Tatsache, dass Paulus die Irrlehrer in welcher Gemeinde auch immer nicht namentlich erwähnt, finde ich bezeichnend. Es geht nicht darum, bestimmte Menschen zu diskreditieren, sondern mit ihren Ideen zu ringen und sie als kompatibel oder inkompatibel mit dem Evangelium.
      Um dieses Urteil zu fällen muss man diese Irrlehre allerdings kennen. Ideen hängen aber nicht immer nur an einer Person!

      Liebe Grüße
      M

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