„Zu lehren ist was von Christus treibt und die Mitte der Schrift ist.“
Ähnlich kann man es immer wieder lesen oder hören. Diese Formel bietet als Risiko und Nebenwirkung, dass sie instrumentalisiert werden kann.
Folgende Zitat von Heinzpeter Hempelmann sei angeführt. Er schreibt in seinem Aufsatz „Hält die Bibel-Hermeneutik, was sie verspricht?“ (tb 15-4) Folgendes:

Es ist ja nicht klar, was Christum treibet. Diese Formel ist inzwischen zur Leerformel geworden, die darum alle möglichen Inhalte transportieren und als zentral behaupten kann, eben weil sie total unterbestimmt ist. Was heißt solus Christus als die Mitte der Schrift? Es lassen sich ja alle möglichen Fassungen dessen denken, was unter dieser christologischen Mitte verstanden werden kann. An die Stelle eines Gegenübers tritt dann hier wieder die individuelle theologische Position des Auslegers. Das Verfahren ist nicht nur zirkulär, es ist insofern hoch problematisch, als es ermöglicht, die eigene partikulare Position unter Rückgriff auf diese Formel als Mitte der Schrift auszuweisen. Was dann zur Sprache kommt, ist eben nicht die Heilige Schrift als solche, sondern das, was mir ihre Mitte zu sein scheint; was ohnehin mein Anliegen ist.