Das Echo Marcions?

Der anglikanische Theologie Alister McGrath stellt in seinem Buch Der Weg der christlichen Theologie, dar, wie selbst bei Luther Spuren von Marcion zu finden seien.

So schreibt McGrath:
Nach Marcion war das Christentum eine Religion der Liebe, in der keinerlei Raum für das Gesetz und den gewalttätigen Gott des Alten Testaments war; das Alte Testament rede von einem anderen Gott als dem des Neuen Testament; […]
Nach der Auffassung Marcions war es die Absicht Christi, den Glauben an den alttestamentlichen Gott […] zu beseitigen und die Verehrung des wahren Gottes der Gnade einzuführen.
In Luthers Schriften findet sich ein entferntes Echo dieser Vorstellung.
Obwohl Luther daran festhielt, dass sich sowohl das Alte Testament als auch das Neue Testament auf die Taten desselben Gottes beziehen, betonte er dennoch den vollkommenen Gegensatz von Gesetz und Gnade. […]
Obwohl sich im Alten Testament die Gnade (etwa in Jesaja 40-55) und im Neuen Testament (etwa in der Bergpredigt Mt 5-7) das Gesetz entdecken lässt, scheint Luther häufig nahezulegen, dass das Alte Testament eine Gesetzesreligion sei, die im Gegensatz zur neutestamentlichen Betonung der Gnade stehe.

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