Die Frage der Taufe

Ich habe heute, in der Dogmatik von Joest und von Lüpke (siehe hier) das Kapitel zur Taufe gelesen.
Es ist interessant wie sich diese reformierten Theologen mit der Kindertaufe auseinandersetzen.

Für die Kindertaufe spricht nach Joest und Lüpke:
– Durch sie kommt die unbedingte Zuvorkommenheit von Gottes Zusage zum Ausdruck.
– Sie verhindert eine problematische Selbstreflexion, in welcher der als ein Akt des Sich-Anvertrauens entgegengesetzt ist.
– Sie hat eine lange Tradition in der Christenheit und ist eine ökumenische Gemeinsamkeit.

Gegen die Kindertaufe führen Joest und Lüpke an:
– Die Taufe ist nicht von der hörenden und zu glaubenden Zusagen zu trennen und sollte zeitlich nicht auseinandergerissen werden.
– Ein Säugling kann sich an die Taufe nicht erinnern und somit auch nicht an die Zusage Gottes in der Taufe und ihre tragende Kraft.
– Eine Kindertraufe setzt die Berührung des Heranwachsenden mit der Evangeliumsverkündigung und dem Leben der Gemeinde voraus. Dies ist in der volkskirchlichen Situation nicht oft gegeben, sondern die Taufe wird allgemein verlangt und gespendet, was diese Praxis fragwürdig macht.
– Es soll den Eltern zugestanden werden, wenn diese ihre Kinder aus christlichen Motiven erst in einem Alter taufen lassen wollen.

12 thoughts on “Die Frage der Taufe

  1. U. Parzany schreibt in einem seiner Bücher, dass uns Gott einmal im Himmel wohl nochmals erklären „muss“, wie er das mit der Taufe gemeint hat. Interessant ist, dass wir heute zumindest in Deutschland das Thema recht entspannt sehen und uns wegen unterschiedlicher Erkennnis nicht die Köpfe einschlagen. Da gab es ganz andere Zeiten. Solange man in der Taufhandlung selber eine Symbolhandlung und eben KEIN Heilshandeln sieht, kann man auch den Ball flach halten.

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    1. Das ist allerdings nicht immer der Fall. In der lutherischen und katholischen Theologie wird der Taufe sehr deutlich eine Heilshandlung zugeschrieben.
      In der reformatorischen (insbesondere bei Zwingli – Calvin auch eher) ist sie nicht heilsnotwendig.

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    2. Warum sollte Gott dies tun? Wir haben Sein Wort der Wahrheit für Lehre und Leben! Die Glaubenstaufe errettet niemand, sie ist eins von 3 äusserlichen Symbole der Gemeinde Jesu! Ein zur Busse und Bekehrung geführter Mensch, wird die Notwendigkeit der Taufe erkennen, nicht zur Erlösung aber als das was die Taufe bezeugt, dass begraben (untertauchen) der alten Natur und das auferstehen (auftauchen) der neuen Natur. Das Neue Leben in Christus Jesu.
      Dr. Martin Luther hat sich in Bezug der Säuglingstaufe nicht von der Hurenkirche Rom’s getrennt und zudem war dieser Luther ein Antisemit, Christenverfolger und Bauernmörder.

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    3. @Bruno Lehmann,
      danke für deinen Kommentar.
      Bitte auf despektierliche Begriffe wie „Hurenkirche“ verzichten!
      Sachliche Einsprüche sind selbstverständlich willkommen und erwünscht!
      Danke für dein Verständnis!

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    4. @Johannes T.
      Sollte man als Christ etwa nicht die Wahrheit sagen dürfen?!
      Was ist die RKK den sonst? Vom HERRN kommt diese Organisation bestimmt nicht, da sie den HERRN und Sein Wort verworfen hat und sich der Mystik und dem Okkultismus hingegeben hat, was als Hurerei zu bezeichnen ist! Oder sollte man die Schweinerei der RKK verschweigen? Dann sollte man sich aber bitte nicht mehr Christ nennen.
      Und von Toleranz halte ich nichts!

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    5. Sachlichkeit braucht es auch bei der Kritik an der katholischen Kirche.
      Du darfst sicher Offb 17+18 so auslegen, aber das ist nicht die einzige bibeltreu Sicht.
      Von daher einfach sachlich kritisieren lieber Bruno! Eine Diskussion über die katholische Kirche ist sowieso nicht Teil dieses Beitrags!

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  2. Und genau da irrt sich sowohl die lutherische als auch katholische Theologie :-)! Der Glaube allein heißt eben der Glaube alleine! Da bin wohl näher bei Luther, als er sich selber war 🙂

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    1. Nicht unbedingt. Nach lutherischer Theologie ist die Taufe nicht Werk des Menschen sondern Werk Gottes. Es ist nicht der Gläubige, der sich taufen lässt, sondern der Glaubende der die Taufe (passiv) empfängt. Von daher schließt sich alleine Glaube und Taufe nicht aus.

      Bei den vier soli gehört im Lutherischen die Taufe gewissermaßen nicht zu „alleine der Glaube“ sondern vielmehr zu „alleine die Gnade“.

      Bei anderen ist es umgekehrt.

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  3. Kann dies schon so nachvollziehen. Aber solange man nicht als Kind getauft ist, muss man sich ja trotzdem dafür entscheiden sich taufen zu lassen. Wenn z. B. ein gläubig gewordener Mensch vor seiner Tauf stirbt, dann wäre er ggf. nicht gerettet. Wobei es dann sicherlich in der lutherischen Theologie Ausnahmen gibt…

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    1. Genau! Der Schächer am Kreuz hatte auch nicht mehr die Gelegenheit dazu und dennoch sagte der Herr Jesus, „heute wirst du mit mir im Paradise sein“ Lukas 23,43

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