Wayne Grudem stellt in seiner Biblischen Dogmatik eine definitiv provokante These auf.  Er schreibt von einer Gefahr von „unbekehrten Evangelikalen“. Ausgehend von der Lehre der Unverlierbarkeit der Errettung schreibt er:

Obwohl ein echter Christ, der sündigt, seine Rechtfertigung oder Adoption vor Gott nicht verliert […], muss eine klare Warnung ausgesprochen werden, dass die bloße Zugehörigkeit zu einer evangelikalen Gemeinde und äußerliche Anpassung an akzeptierte „christliche“ Verhaltensmuster die Errettung nicht garantiert. Insbesondere in Gesellschaften und Kulturen, wo es leicht vorkommt (oder sogar erwartet wird), dass Menschen bekennen, Christen zu sein, besteht eine realistische Möglichkeit, dass manche sich der Gemeinde anschließen, die keine echte Wiedergeburt erlebt haben. Wenn solche Leute dann in ihrer Lebensweise Christus immer mehr ungehorsam werden, sollten sie nicht mit trügerischer Selbstgefälligkeit beschwichtigt werden, indem ihnen versichert wird, dass sie ja immer noch die Rechtfertigung oder die Adoption in die Familie Gottes hätten. Eine konsequente Lebensweise des Ungehorsams gegen Christus, verbunden mit einem Mangel der Elemente der Frucht des Heiligen Geistes, die in Liebe, Freude, Friede, usw. besteht (siehe Gal 5,22-23), ist ein Warnsignal dafür, dass die Person innerlich wahrscheinlich kein wahrer Christ ist, dass vom Anfang her wahrscheinlich kein echter Herzensglaube und kein Werk des Heiligen Geistes mit der Wiedergeburt vorhanden war.

Auf der einen Seite provozieren diese Äußerungen, auf der anderen regen sie auch zum nachdenken an. Sie sollte nicht als „Keule“ gegen Christen verwendet werden, die Jesus nachfolgen wollen und nach Außen hin wenig Veränderungen erleben.