Jesus und der Sabbat

Hat Jesus den Sabbat gebrochen oder sogar aufgehoben?
Viele Christen die ich kenne würden sofort mit „ja natürlich“ antworten.  Denn schließlich hat Jesus am Sabbat geheilt, den Jüngern erlaubt Ähren zu rupfen, usw.
Thomas Schirrmacher ist der Ansicht, dass Jesus nie den Sabbat gebrochen hat, sonder sich auf alttestamentliche Ausnahmeregelungen berufen hat. Er schreibt (Ethik 4):

Jesus lehrte am Sabbat (Mk 1,21; 6,2; Lk 4,16+31) und hat überhaupt in jeder Hinsicht den Sabbat gehalten. In keiner der Auseinandersetzungen um den Sabbat zwischen Jesus und den Pharisäern hebt Jesus den Sabbat auf. Jedesmal geht es um die frage, was am Sabbat gestattet ist und was nicht, eine Frage, die sich gar nicht gestellt hätte, wenn der Sabbat von Jesus aufgehoben worden wäre.

Im Bezug auf Jesu Handlungen am Sabbat argumentiert Guido Baltes (Jesus, der Jude), dass Jesus z.B. bei Heilungen am Sabbat begründete, dass er das Sabbatgebot achtete und seinen Zuhörern erklärte, dass eine Heilung am Sabbat nicht verboten ist, weil diese ihn nicht breche. Jesus demonstrierte also nicht eine „Freiheit“ die religiöse Regeln brechen wollte.

 

Zitat der Woche: Rechtfertigung und Welt

Ist das Ziel der Kirche eine Parallelgesellschaft oder soll sie in der Gesellschaft aufgehen?
Das Zitat der Woche beschäftigt sich damit:

Als die Gerechtfertigten werden wir von der in dieser Welt noch herrschenden Gottlosigkeit geschieden, aber wir werden nicht in einen Binnenraum versetzt, in dem die Geschicke der Welt und der Menschen, die noch in Gottesferne leben, uns gleichgültig sein können.
Rechtfertigungsfrömmigkeit ist somit keine weltabgewandte Jenseitsfrömmigkeit.
Nicht zur Abwendung von der Welt, auch nicht zur Anpassung an die Welt, aber zum Zeugnis, zur Hoffnung und zum Gebet für die Welt ist die Gemeinde Jesu Christi gerufen.

Aus: Dogmatik II, Gottes Weg mit dem Menschen (Joest & von Lüpke).

Bibel TV Porträt: Siegfried Zimmer

Siegfried Zimmer und die Evangelikalen – die Beziehung ist sicherlich nicht immer nur ganz einfach.
Die einen feiern ihn als wichtigen Brückenbauern, die anderen, zu denen auch ich gehöre, teilen viele seiner Positionen nicht, oder werfen ihm teils auch Polemik vor.
Es ist allerdings immer hilfreich mehr über den Menschen selbst zu erfahren,  anstatt ihn zu verurteilen.
Wer mehr also mehr über den Mensch Siegfried Zimmer erfahren will, kann dieses Porträt von Bibel TV anschauen:

 


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Gedanken zur Jahreslosung 2017

Auf deutsch.logos.com wurden folgende Gedanken von mir zur Jahreslosung 2017 veröffentlicht (siehe hier):
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Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
(Hesekiel 36,26)

Im Dezember 1967 führte der Arzt Christiaan Barnard in Südafrika die erste Herz-Transplantation der Welt durch. Die Operation wurde als ein Meilenstein gefeiert. Der Patient lebte danach ganze 18 Tage weiter, bevor er verstarb.
Wenn Gott dagegen hier von einem neuen Herzen spricht, dann ist der Risikofaktor wie bei diesem Ereignis nicht vorhanden. Es geht um eine Transplantation, deren Ergebnis für die Ewigkeit hält.

Die Frage nach dem Warum

Wenn Sie den Text der Jahreslosung lesen, dann können Ihnen viele Gedanken und Fragen durch den Kopf gehen. Wozu brauchen wir heute dies Versprechen? Wozu benötigen wir ein „neues Herz“ und einen „neuen Geist“?
Continue reading „Gedanken zur Jahreslosung 2017“

Fundamentalismus-Verhütung

In dem Buch von Thomas Schirrmacher Fundamentalismus wenn Religion zur Gefahr wird, nennt er einige Möglichkeiten um sich als Einzelner vor dem Einfluss von fundamentalistischen Strömungen zu schützen. [Hinweis: Mit Fundamentalismus wird hier nicht der ursprünglich protestantische Fundamentalismus Anfang des 20. Jahrhunderts gemeint] Einige seien hier angeführt:

  • Verneine jede Art von Hörigkeit anderen Menschen gegenüber.
  • Verneine blinden Gehorsam. Auch höhere Gebote und Ordnungen darf man in Ruhe diskutieren und nach ihren Grund fragen.
  • Stehe autoritären Führen kritisch gegenüber. Was gut und >wahr< ist, erkennt nie nur ein Einzelner.
  • Hinterfrage, wenn andere Befehle Gottes für dich bekommen.
  • Steh‘ auf und schreite ein, wenn andere Menschen hörig gemacht oder deines Erachtens ausgenutzt werden sollen.
  • Unterscheide deutlich zwischen Gott, Gottes Offenbarung und der fehlbaren Auslegung durch uns Menschen.
  • Beschäftige dich viel und intensiv mit verschiedenen Auslegungsmöglichkeiten heiliger Texte.
  • Höre Andersdenkenden immer erst einmal zu. Werde ein erfreulicher Gesprächspartner.
  • Vermeide die Verquickung von Religion und Nationalismus 
  • Verwerfe und bekämpfe jede Art von Rassismus.
  • Überlege sehr genau, welche persönlichen Moralvorstellungen auch den Staat binden sollten.
  • Setze dich, wo immer möglich für Religionsfreiheit ein.
  • Unterscheide zwischen der Wahrheitsdiskussion zwischen den Religionen und dem Willen zum friedlichen politischen Zusammenleben. Unterstelle Friedensgesprächen zwischen den Religionsgemeinschaften nicht einfach synkretistische Absichten.

Erforschung des wahrscheinlichen Grabes Jesu

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Aktuell wird in Jerusalem das wahrscheinliche Grab Jesu untersucht.
Welt online berichtet, dass erstmals seit Jahrhunderten es wieder geöffnet wurde.

Das Grab befindet sich im Boden des Hügels Golgotha unterhalb der Grabeskapelle in der Rotunde der Kirche. Es ist durch Marmorplatten verschlossen, die seit dem Jahr 1555 nicht mehr bewegt wurden.
„Der Marmor wurde entfernt und wir waren überrascht von der Menge an Füllmaterial, die sich darunter befand“, sagte der Archäologe Fredrik Hiebert dem Magazin. „Die wissenschaftliche Analyse wird lange dauern, aber am Ende werden wir die Original-Felsenoberfläche begutachten können, auf die Christus‘ Leichnam der Überlieferung nach abgelegt wurde.“
[…]
Die modernen Techniken zur Dokumentation der Ausgrabung würden es den Menschen weltweit „ermöglichen, unsere Forschungsergebnis einmal so zu studieren, als wenn sie sich selbst im Grab Jesu befinden würden“, so Moropoulou. Von der Untersuchung des Felsenvorsprungs, auf dem Jesus nach der Kreuzigung zur Ruhe gelegt worden sein soll, erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse über die Beschaffenheit des gesamten Felsengrabes, das um das Jahr 1009 herum zerstört wurde.

 

Planen mit Vision

Wir Christen haben den Auftrag der Welt Gott groß zu machen. Dazu brauchen wir Ziele und Visionen.
Rick Warren nennt in einem Vortrag 8 Fragen die man sich bei Visionen stellen soll.

Noch einmal eine Zusammenfassung der Fragen:check-off-1345864_1920.png

  1. Was gebe ich auf (vom toten Pferd absteigen und nicht versuchen es lebendig zu peitschen)?
  2. Welche Kooperationen/Mitarbeiter habe ich?
  3. Welche vorhandenen Dinge kann ich zu etwas neuem kombinieren (alt + alt = neu)?
  4. Was kann ich weglassen, um das Ziel einfacher zu erreichen?
  5. Gibt es etwas vorhandenes, was nur wieder neu belebt werden braucht (vgl. im Kontrast dazu Frage 1)?
  6. Kann ich eine bestehende Handlung mit einem neuen Ziel und Motivation füllen (z.B. nichtchristliche Aktionen aus christlichen Motiven)?
  7. Was muss ich mit anderen Augen sehen – wo erkenne ich den Handlungsbedarf?
  8. Wie kann ich für andere für mein Vorhaben mobilisieren, faszinieren und begeistern?

Das Wirken von J. Gresham Machen

Auf der diesjährigen E21 Konferenz hat Stephen Nichols einen Vortrag über J. Gresham Machen gehalten.
Sehenswert!
E21 schreibt folgendes zur Einleitung:

John Gresham Machen (1881–1937) gehört zu den einflussreichen Theologen des frühen 20. Jahrhunderts. 1905 studierte er für ein Jahr in Deutschland und geriet wegen des theologischen Liberalismus seines Professors Wilhelm Herrmann in einer Krise, die er aber dank Gottes Gnade überwand. Von 1915 bis 1929 war er Professor für Neues Testament am Princeton Theological Seminary. Wegen des dort einziehenden Liberalismus gründete er das Westminster Theological Seminary und prägte so das reformierte Christentum in Nordamerika. Dr. Stephen Nichols (Ligonier Ministries) stellt Leben und Werk von J.G. Machen vor und und weist auf überraschende Parallelen zu den theologischen Herausforderungen unserer Zeit hin

In eigener Sache – 1

Lang ist es her, dass hier Beiträge veröffentlicht wurden.
Dies hatte damit zu tun, dass ich mein Studium beendet hatte und eine neue Anstellung in der FeG Glauchau begann. Nebenher mache ich mein MTh.
Ich habe mir die Frage gestellt, ob ich entweder diesen Blog in die Versenkung verschwinden lasse oder neu belebe.
Die Entscheidung ist gefallen – es geht weiter.
Allerdings nur mit ca. 1-2 Beiträgen pro Woche.

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Das ALTE Testament (4)

Notwendigkeit

These 3:

Christen lernen aus dem Gesetz wichtige Prinzipien des gottgewollten Handeln

Bundestheologie
–> AT Gebote gültig wenn nicht ausdrücklich durch NT als nichtgültig/erfüllt erklärt

Dispensationalismus

–-> AT Gebote nur verbindlich wenn im NT wiederholt (vergl. Fee und Stuart)

Gesetze als Paradigma

–Notwendigkeit grundlegendes Prinzip der Argumentation kennen lernen

Anwendung auf verschiedene Situationen

  • 2.Mose 22,20-23,12

–Kein Bedrängen, kein Zins und Pfand, keine Unterdrückung vor Gericht

Sabbatjahr –> Prinzip: Schutz der Schwachen

Fazit

1.AT hat bei Jesus und Aposteln Autorität

2.AT zum NT Verständnis existenziell

3.AT lehrt gelebten Glauben

4.AT Gesetz lehrt wichtige Prinzipie

Das ALTE Testament (3)

Die Notwendigkeit:
These:
AT zum Verständnis zentraler NT Inhalte existenziell

1.Gottesverständnis
Jesus als Gott

  • –Anspruch Sündenvergebung (Ps103,3; Mk 2,1-12)
  • –Macht über Natur (Ps 65,8;89,10; Mk 4,35-41)
  • –Macht über Tod (5Mose 32,39; Mk 5,41-42)

Gottes Zuwendung

  • Lieben und ertragend (5Mose 7,6-8; Jes 46,3)
  • Helfend (Ps 7)
  • Richtend (Jes 19,1

2. Sühnevorstellung bzgl. Christologie

  • AT Sühnevorstellung zentral für Christologie
  • Mensch Existenz verwirkt
  • Weiterleben nur durch Sühne
  • Identifizierung mit Existenzhingabe eines Opfertieres
  • Prinzip der Stellvertretung

3. Messianische Texte bzgl. Christologie

  • AT sagt Jesus als Messias voraus
  • Notwendigkeit

4. Zeugnisse Gottes

  • Gott spricht
  • Gott nimmt sich Zeit
  • Gottes Gericht als Barmherzigkeit (Ziel Wiederherstellung)
  • Verborgenheit Gottes

5. Schöpfungstheologie & Missiologie

  • Gott der Schöpfer ist Eigentümer
  • Schöpfer gibt sich seinem Geschöpf hin

Ziel: Versöhnung

6. Anthropologische Akzente

  • Sündhaftigkeit Menschen–Durch Illustrationen & Erzählungen (David & Bathseba; Rachepsalmen)
  • Erschaffung im Bild Gottes –> Somit Verantwortung der Verwaltung