Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament

Für den Blog von Logos habe ich einen Beitrag über „Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament“ geschrieben.
Hier einige Auszüge:

In diesem Beitrag Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament (kurz: HThKNT).

Es ist eine der Kommentarreihen, auf die ich sowohl im Studium gerne zurückgegriffen habe, als auch in meinem Gemeindedienst. Ich möchte Ihnen den Kommentar in drei Schritten vorstellen. Zuerst ordnen wir ihm seinen Platz im großen Universum der Bibelkommentare zu, im zweiten schauen wir uns den Aufbau der einzelnen Kommentare an und im dritten Teil stelle ich Ihnen vor, wie Sie diesen Kommentar für Ihre Arbeit einsetzen können.

Der erste Eindruck

Der HThKNT ist eine wissenschaftliche Kommentarreihe, welche von katholischen Exegeten verfasst wurde. Allerdings gilt dieser Kommentar auch bei evangelischen Theologen als Standardwerk. Der Grund für die überkonfessionelle Wertschätzung liegt in der hohen Qualität dieses exegetischen Kommentars.

Zuerst werden in der Regel die Einleitungsfragen ausführlich diskutiert. So hat der vierbändige Johannes-Kommentar von Rudolf Schnackenburg bereits eine ca. 200 Seiten lange Einführung, in der neben den Verfasserfragen auch die Wirkungsgeschichte, seine Beziehung zu den Synoptikern und viele weitere Fragen behandelt werden. In den Einzeltexten betreibt Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament eine sehr gründliche Exegese auf einem guten wissenschaftlichen Niveau, gleichzeitig stellt er das Ergebnis der Exegese zumeist nachvollziehbar dar.

Das heißt, der Verfasser analysiert zuerst den Bibeltext. Hier geht er literarischen Fragen gründlich nach, z.B., wie der Text im Kontext des Buches eingebunden ist, welche sprachlichen Besonderheiten vorhanden sind, oder er macht literarkritische Vorbemerkungen.

Danach folgt die Interpretation, also die Auslegung des Textes. Hier werden exegetische Fragen aufgegriffen und interpretiert. Wichtige Übersetzungsfragen von griechischen Begriffen werden behandelt, aber auch biblisch-theologische Linien gezogen. An einigen Ausführungen wird dabei gelegentlich auch deutlich, dass die Reihe aus einer katholischen Feder stammt, wie z.B. in der Passage über die Wiedergeburt in Johannes 3,5, in welcher das Wasser mit der Taufe gleichgesetzt wird.

Und dennoch bietet auch diese Kommentierung spannende Informationen, z.B. Continue reading „Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament“

Rezension: Glaubwürdig aus guten Gründen

Rezension zu Ulrich Wendel [Hg.], GLAUBWÜRDIG AUS GUTEN GRÜNDEN. Holzgerlingen, SCM-R.Brockhaus, 2017.

Viele Diskussionen, die in der evangelikalen Welt zu beobachten sind, haben ihre Wurzel im Schriftverständnis.
Ob es die heißen ethischen Fragen sind, oder auch dogmatische Grundlagen. Sie alle hängen damit zusammen ob und wie die Bibel als das inspirierte Wort Gottes verstanden wird.
Aber wie ist nun die Bibel zu verstehen? Ist jedes Wort direkt von Gott? Verarbeiten Menschen ihre Erfahrungen mit Gott?
Braucht die Bibel ähnliche Eigenschaften wie Gott z.B. Unfehlbarkeit und Irrtumslosigkeit?
Nach meiner Wahrnehmung wurde in unserer evangelikalen Welt das Thema des Schriftverständnisses oft vermieden. Entweder weil man hoffte auf irgendeiner Weise doch einig zu sein, oder um unangenehme Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Hinzu kommt, dass immer häufiger auch öffentlich in Frage gestellt wurde, dass die Bibel Gottes Wort sei und dies auch vermehrt in freikirchlichen Bereichen hörbar wird.
Aufgrund vielfältiger Diskussionen in jüngster Zeit wird deutlich, dass dieses Thema auf die Tagesordnung gehört.

Eine Sammlung vielfältiger Auffassungen
Das Buch ist ein Sammelband von den Aufsätzen 13 verschiedener Autoren. Eine besondere Gliederung ist nicht erkennbar, jeder Aufsatz kann somit unabhängig von den anderen Beiträgen gelesen werden.
Eine offensichtliche Beobachtung ist, dass die Auffassungen zur Frage der Inspiration der Bibel, je nach Verfasser unterschiedlich stark auseinander gehen. Von Aufsätzen in Richtung der Chicago-Erklärung, bis hin zu einem eher freien Umgang mit der Frage der Inspiration (welche ich in die Kategorie gemäßigt historisch kritisch einordnen würde) verläuft die Bandbreite.
So plädiert F. Jung für die Irrtumslosigkeit der Bibel, indem er darauf verweist, dass der Heilige Geist keine Irrtümer eingebe, bzw. sie nicht von Gott diktiert werden können (er sieht allerdings nicht die Persönlichkeit des Verfassers bei der Inspiration ausgeschalten). Für ihn gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ist die Bibel Gottes unfehlbares Wort, oder sie ist ein religionsgeschichtliches Dokument.
Andere Autoren sehen die Bibel keineswegs als irrtumslos, vielmehr wird argumentiert, dass Gott seine Botschaft „menschlicher Hör- und Sehschwäche anvertraut“. Es wird argumentiert, dass z.B. Zahlenangaben auf eine Wahrheit hinter den Angaben hinweisen. Dass die Bibel dem Reden Gottes als Transportmittel dienen kann. Dass die Schrift verschiedene Lehren über Gott nebeneinander stehen lassen kann, usw.
Zwischen diesen beiden Polen befinden sich viele der Autoren.
Besonders lesenswert war für mich der Beitrag von Guido Baltes „Die Entmythologisierung der Bibelwissenschaft“. Hier plädiert er für einen kritischen Umgang gegenüber einem Bibel-Skeptizismus. Er erklärt, warum er der Bibel vertraut, warum er davor warnt vorschnell von Widersprüchen zu reden und wie manche schwierig klingenden Stellen stehen gelassen werden müssen.
Armin Baum behandelt verschiedene Arten der Inspiration und ihr Verhältnis zueinander.
Und Michael Diener greift in einem angriffslustigen Ton das Bibelverständnis innerhalb der EKD an.

Ein Beitrag zu einer überfälligen Diskussion
Dieses Buch kann als ein Beitrag zur Diskussion wahrgenommen werden. Wer dieses Buch liest kann sicherlich nicht allen Positionen zustimmen, schon allein weil die Autoren selbst die verschiedensten Positionen einnehmen. Es werden sicherlich Postionen darunter sein, die als problematisch anzusehen sind.
Als ich das Buch las, fand ich es zum einen wertvoll herauszufinden, was den jeweiligen Autor zu seinem Schriftverständnis bewogen hat. Dies kann bei den notwendigen innerevangelikalen Diskussionen und Gesprächen sehr hilfreich sein.
Bei manch einem Autor war die Argumente sehr an der Sache orientiert, andere Autoren berichteten von persönlichen Erfahrungen, die ihr Bibelverständnis prägten.

Fazit
Das Buch war spannend und informativ. Es machte mir persönlich deutlich, wie notwendig das Ringen um die Frage des Schriftverständnisses ist.
Auf der einen Seite waren einige vertretene Auffassungen auch ernüchternd, da sie auch sichtbar machen, wie groß die Diskrepanz zur früheren Auffassungen in der Inspirationsfrage geworden ist.
Auf der anderen Seite haben sie geholfen die jeweiligen Autoren, mit ihren Beweggründen besser zu verstehen.
Ich hoffe, dass dieses Buch erst der Anfang einer notwendigen Diskussion ist.
Es gilt: Wir müssen miteinander reden.


Dieser Artikel basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir der SCM-R.Brockhaus Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.
Weitere Buchbesprechungen siehe hier.
Pool zur Frage der Inspiration siehe hier.

Zitat der Woche: Gott verherrlichen

Wie wird Gott verherrlicht? Wilfried Joest und Johannes von Lüpke schreiben dazu in Dogmatik I: Die Wirklichkeit Gottes:

Gott in seiner Heiligkeit zu verherrlichen, das bedeutet in der Praxis der Frömmigkeit, vor Gott einzusehen, dass wir aus uns selbst nicht recht sein und unser Leben nicht ins Recht bringen können, und ihn zu bekennen als den Gott, der allein „gerecht ist und gerecht macht“ (Röm 3,26).

„Was nun, Kirche?“ Eine Rezension

Rezension zu Ulrich Parzany, WAS NUN, KIRCHE? Holzgerlingen: SCM-Hänssler, 2017.

Ein Mann wie Ulrich Parzany findet Gehör. Lange Zeit war er das Aushängeschild für Evangelisation, durch seine Arbeit mit ProChrist.
Er ist ein Mann der von verschiedenen Seiten Kritik hat einstecken müssen. Früher war er traditionellen Gemeinden zu progressiv, heute ist er progressiven Evangelikalen zu konservativ. Seine Positionen waren dagegen klar und deutlich, Angst vor der Meinung Anderer war ihm nicht anzumerken.
Nachdem er mit Anderen das Netzwerk Bibel und Bekenntnis gründete, ist im Juli sein neues Buch erschienen.

Parzanys Buch ist eine Art Krisenbericht. Dennoch möchte Parzany mit seinem Buch zuerst Mut in schwierigen Zeiten machen. Er schreibt gegen seine eigene Resignation und gegen die der Anderen.  Er möchte auch nicht zu Problemen schweigen, da er der Ansicht ist, so würde das Problematische nur gefördert werden.

Zum Inhalt des Buches
Das Buch ist in vier Teile gegliedert.
Zuerst legt Parzany seine Grundüberzeugen zur Lehre der Kirche dar; welche Kennzeichen eine Kirche/Gemeinde ausmacht, wie der Glaube beginnt u.v.m.
Im zweiten Teil beginnt seine Schadensmeldung, die Feststellung der aktuellen Probleme.
Parzany beschreibt, wie reich die Kirche an Geld und wie arm sie an Gottesdienstbesuchern ist. Im Kern sieht er diese Krise als eine Verkündigungskrise, weil, so Parzany,  das Vertrauen in die Autorität der Bibel verschwunden ist. Er schreibt, dass ein großer Teil der Pfarrerschaft, die Aussagen des Apostolischen Glaubensbekenntnisses nicht mehr für bare Münze nehmen.
Die Ursache für diese Krise sieht Parzany in der Bibelkritik. So schreibt er: „Der Verlust der Bindung an die Autorität der Bibel ist der Krebsschaden der Kirche“. In diesem Kapitel geht Parzany, in kurzen Zügen, auf die Ursachen der Bibelkritik ein und auf die Folgen die sie auf die Kirchen in Deutschland hat (sieh auch hier). So beklagt er die Demontage der Grundlagen, wie die der leiblichen Auferstehung Jesu, Christi stellvertretenden Sühnetod, oder der Jungfrauengeburt; aber auch ein pluralistisches Heilsverständnis und Entscheidungen in ethischen Fragen, welche nicht mit der Bibel übereinstimmen. Auch auf den oft fehlenden Aufruf zur Bekehrung geht Parzany ein. Er schreibt: „Eine Taufwiedergeburtslehre, die die Leute glauben macht, dass sie durch die Taufe das Heil geschenkt bekommen, auch wenn sie nicht umkehren und Jesus nachfolgen, ist Betäubungsgift für die Gewissen. Und es ist eine Irrlehre.“
Für Freikirchler ist das Buch auch zu diesem Thema hilfreich zu lesen, da es zeigt welche Auswirkungen die Bibelkritik haben kann und wie notwendig es ist, als Denomination sich auf klare verbindliche Bekenntnisse zwecks der Glaubens-Grundlagen zu verständigen.
Im dritten Teil beschreibt Parzany, warum er dennoch in der Kirche ist, welche Chancen Landeskirchliche Gemeinschaften und Freikirchen haben und wie auch innerhalb von Landeskirchen Profilgemeinden entstehen können. Ausgehend von Luthers „Vorrede zur deutschen Messe“ (siehe auch hier) beschreibt er die Möglichkeit der Kleingruppenarbeit.
Auch geht Parzany darauf ein, wie notwendig es ist, dass Mitarbeiter an guten, bibeltreuen Ausbildungsstätten ausgebildet werden. In diesem Zusammenhang warnt Parzany auch evangelikale Seminare davor, nicht aufgrund der staatlichen Anerkennung, die Autorität der Bibel fallen zu lassen. Er ermutigt zur Fürbitte und schreibt: „Wenn sie das Bekenntnis zur Autorität der Bibel als Wort Gottes auf dem Altar der Anerkennung als Hochschule opfern, wird der Schaden unabsehbar sein.“
Im letzten Teil schreibt Parzany über die Hoffnung der lebendigen Gemeinden; über die Notwendigkeit von Mission und über Gegenwind in der Arbeit für Gottes Reich. Gerhard Maier wird zum Thema Verführung zitiert: „Verführung ist für die Gemeinde gefährlicher als Verfolgung. Verfolgung eint die Gemeinde. Verführung spaltet sie. Verfolgung lässt das Echte hervortreten, Verführung das Unechte triumphieren.“
Parzany schließt das Buch mit dem Wunsch nach Freimut in einer pluralistischen Gesellschaft und innerhalb der Kirche. Freimut Gott gegenüber und in der Verkündigung von seinem Wort.

Fazit
Parzanys Buch liest sich wie ein Diagnosebericht eines Arztes, dem sein Patient sehr nahe steht. Aus dem Buch heraus liest sich der Schmerz über Fehlentwicklungen und großen Krisen. Parzany tritt hier nicht als ein „Leisetreter“ auf, sondern er legt den Finger in die Wunden. Diese Direktheit mag einige verärgern, sie kann aber auch heilsam sein. Scharfe Vorwürfe gegen seine Person, wie sie von manch einem Leser kam, sind unangebracht. Interessant ist die Entwicklung, dass Parzany oft sehr scharf für Positionen angegriffen wird, die früher die völlig normale Sichtweise bei evangelikalen / evangelischen Gemeinden und Kirchen waren.
Das Buch ist ein Weckruf eines verdienten Mann Gottes. Es ist auch für Freikirchler sehr lesenswert.
Ich wünsche dem Buch eine weite Verbreitung!

Dieser Artikel basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir der SCM-Hänssler Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Bibelkommentar: Tyndale

Tyndale Commentaries ist eine englischsprachige Kommentarreihe zur ganzen Bibel.
Sie umfasst in 49 Bänden über 12000 Seiten.
Ich nutze sie bereits einige Zeit, vor allem für meine Predigtvorbereitungen, teilweise auch für theologische Ausarbeitungen.
Auf der einen Seite ist dieser Kommentar kurz gehalten, auf der anderen Seite schafft er es, auch aufgrund namhafter Autoren, wichtige exegetische Beobachtungen weiterzugeben.
Mitgeschrieben haben Theologen wie Douglas Moo, F.F. Bruce, Leon Morris, R.T. France, Wayne Grudem und N.T. Wright.
Bis Ende des Monats ist diese Reihe um 30% bei Logos reduziert, siehe hier.
Eine ausführlichere Beschreibung gibt es hier.

Die Frage der Taufe

Ich habe heute, in der Dogmatik von Joest und von Lüpke (siehe hier) das Kapitel zur Taufe gelesen.
Es ist interessant wie sich diese reformierten Theologen mit der Kindertaufe auseinandersetzen.

Für die Kindertaufe spricht nach Joest und Lüpke:
– Durch sie kommt die unbedingte Zuvorkommenheit von Gottes Zusage zum Ausdruck.
– Sie verhindert eine problematische Selbstreflexion, in welcher der als ein Akt des Sich-Anvertrauens entgegengesetzt ist.
– Sie hat eine lange Tradition in der Christenheit und ist eine ökumenische Gemeinsamkeit.

Gegen die Kindertaufe führen Joest und Lüpke an:
– Die Taufe ist nicht von der hörenden und zu glaubenden Zusagen zu trennen und sollte zeitlich nicht auseinandergerissen werden.
– Ein Säugling kann sich an die Taufe nicht erinnern und somit auch nicht an die Zusage Gottes in der Taufe und ihre tragende Kraft.
– Eine Kindertraufe setzt die Berührung des Heranwachsenden mit der Evangeliumsverkündigung und dem Leben der Gemeinde voraus. Dies ist in der volkskirchlichen Situation nicht oft gegeben, sondern die Taufe wird allgemein verlangt und gespendet, was diese Praxis fragwürdig macht.
– Es soll den Eltern zugestanden werden, wenn diese ihre Kinder aus christlichen Motiven erst in einem Alter taufen lassen wollen.

Freiheit vom Gesetz?

chain-1623322_1920In seinem Buch „Paulus – Jude mit Mission“ stellt Baltes 5 Thesen auf wie Paulus, seiner Meinung nach, die Freiheit vom Gesetz und was damit zusammenhängt, versteht.
Diese Thesen sind vielleicht nicht gerade der Mainstream und vielleicht sind diese auch gerade deshalb interessant und auf jeden Fall es wert darüber weiter nachzudenken und zu diskutieren:

  1. Für Paulus macht der Glaube an Jesus nicht „frei vom Gesetz“.
  2. Paulus selbst hat sich zeitlebens streng an das jüdische Gesetz gehalten.
  3. Juden, die  an Jesus glauben, sollen weiterhin das Gesetz einhalten.
  4. Nichtjuden, die an Jesus glauben, sollen sich nicht an das Gesetz halten.
  5. Juden sollen Juden bleiben und Nichtjuden sollen Nichtjuden bleiben.

Jahresrückblick der Bücher – eine Auswahl

books-1015595_1920Dieses Jahr habe ich wieder eine Vielzahl von Büchern genossen.
Die 10 „Besten“ möchte ich nun vorstellen (Die Reihenfolge sagt nichts über die Wertung aus):

Paulus, Jude mit Mission – Guido Baltes
Baltes Buch fasst in groben Zügen viele Linien und Entwicklungen in der aktuellen Paulusforschung und den entstehenden Diskussionen zusammen.
Er fügt diese einzelnen Puzzlestücke in ein, in sich stimmiges, Gesamtbild ein.

People to be loved – Preston Sprinkle
Das Thema der Homosexualität ist ein schwieriges. Noch schwieriger ist dazu ein gutes Buch zu schreiben. Sprinkle ist dies mit Bravur gelungen.
Das beste Buch, dass ich auf diesem Gebiet kenne!

Biblische Hermeneutik – Gerhard Maier
Ein Grundlagenbuch!
Maier arbeitet die Fragen der Hermeneutik gründlich auf. Besonders hilfreich ist sein Buch in der Frage der Inspirationsfrage.
Lesenswert für Theologen und Laien.

Freude an Gottes Weisungen. Themenbuch zur Theologie des Alten Testaments – Klement und Steinberg
Alttestamentliche Theologie ist spannend – dies wird nach der Lektüre dieses Buches deutlich. Die Autoren zeichnen in diesem Themenbuch verschiedene Aspekte der AT-Theologie auf. Es ist eine gute Einführung in dieses breite Thema.

Verantwortlich leben – Tim Geddert
Interessante Fragen in Bezug auf Leben und Christsein stellt Tim Geddert in seinem Buch. Man muss nicht immer einer Meinung mit ihm sein, aber sein Buch ist ein hilfreicher Beitrag zu ethischen Disussionen.

Die Auferstehung des Sohnes Gottes – N.T. Wright
Das umfassendste Buch über die Auferstehung.
Wright beginnt mit mehreren hundert Seiten Grundlagenarbeit, bis er die Ergebnisse dieser Untersuchung schlüssig zusammenbindet.
Ein grandioses Buch über die Auferstehung des Sohnes Gottes!

Die neuen Dschihadisten – Peter Neumann
Das Buch erschien im November. Es behandelt die aktuellen Fragen, warum Menschen sich radikalisieren lassen, zu fundamentalistischen Mördern werden und was Staat und Gesellschaft dem entgegenzusetzen haben.
Ein informatives und spannendes Buch!

Herr der Ringe – J.R.R. Tolkin
Der Titel sagt genug…

Eisenkinder – Sabine Rennefanz
Ein Buch das Weh tut!
Die Autorin beschreibt, wie sie eine evangelikale Christin wurde und diesen Glauben wieder verlor.
Besondere Leseempfehlung für Prediger und Gemeideleitungsmitglieder.

Fundamentalismus – Thomas Schirrmacher
Was ist Fundamentalismus?
Da der Begriff leicht als eine Bezeichnung für „Gegner“ werden kann, ist dieses Buch von Schirrmacher besonders hilfreich. Es zeigt auf, wann und wie von Fundamentalismus gesprochen werden kann und was dagegen hilft (siehe hier).

Die Jungfrauengeburt bei N.T. Wright

the-annunciation-1125149_1920Die Jungfrauengeburt ist ein Ärgernis für viele Menschen.
Sie widerspricht dem Denkrahmen des Rationalismus und innerhalb von diesem Rahmen bewegen sich die meisten Anfragen. Der anglikanische Theologe N.T. Wright schreibt dazu:

Let’s begin with the obvious point. The story makes it clear that Jesus was conceived in Mary’s womb before she had had any sexual relations. Many people today find this impossible to believe, but they often think that this difficulty has only arisen in modern times, because of all we now know about the precise mechanics of conception and birth. Not so. The ancient world didn’t know about X chromosomes and Y chromosomes, but they knew as well as we do that babies were the result of sexual intercourse, and that people who claimed to be pregnant by other means might well be covering up a moral and social offence. […]
They are simply reporting that Jesus did not have a father in the ordinary way, and that this was because Mary had been given special grace to be the mother of God’s incarnate self.[…]
Perhaps some of the fuss and bother about whether Mary could have conceived Jesus without a human father is because, deep down, we don’t want to think that there might be a king who could claim this sort of absolute allegiance?

Christus als Richter der Schrift?

book-283248_1920Aus gegebenen Anlass beschäftige ich mich mal wieder mit dem Schriftverständnis.
Um meine Ansicht zu reflektieren, helfen neben Gesprächen mit Theologen, auch Bücher weiter.
Einige interessante und provozierende Zitate habe ich zu diesen Diskussionen gefunden. Motto: Lesen, provozieren lassen, reflektieren & Meinungsbildungsprozess fortschreiten lassen.

So schreibt J. Packer zu der Frage, ob Christus als Richter über die Schrift fungiert Folgendes:
Ein Christus, der seinen Nachfolgern erlaubt, ihn als Richter der Schrift einzusetzen, nämlich als einen, der erst ihre Autorität bestätigen muss, bevor sie verpflichtend wird, und durch dessen gegenteiliges Urteil sie an anderer Stelle ungültig gemacht wird, ist ein Christus menschlicher Vorstellung, gemacht im eigenen Bilde des Theologen. Einer, dessen Haltung zur Schrift das Gegenteil von der Haltung des historischen Christus ist. Wenn die Konstruktion eines solchen Christus nicht ein Bruch des zweiten Gebotes ist, was ist es dann?

Kevin DeYoung schreibt hierzu:
Jesus mag sich sehr wohl als der Fokus der gesamten Schrift gesehen haben, doch niemals als ihr Richter. Der einzige Jesus, der über der Schrift steht, ist unserer selbst erfundener Jesus.

Buchbesprechung: Der Koran von Hamed Abdel-Samad

Hamed Abdel-Samad gilt als einer der führenden Islamexperten in Deutschlad.
Aufgrund seiner Vorträge und Bücher wurde und wird er immer wieder angefeindet und mit dem Tode bedroht. Seit einiger Zeit lebt er unter Polizeischutz.

In seinem neusten Buch geht er auf ein Problem ein, dass immer wieder im deutschen Fernsehen deutlich wird. Es findet eine Diskussion über Islam und Islamismus statt. Während die einen aufzeigen, dass Koran-Verse Gewalt scheinbar legitimieren greifen die Anderen Koran-Verse auf, die scheinbar das Gegenteil sagen.
Wer hat in so einem Fall recht?
Das Ergebnis ist oft für Zuschauer frustrierend.

In seinem Buch analysiert Hamed Abdel-Samad die Botschaft des Korans.
Sehr sachlich zeigt er die verschiedenen Facetten auf.
Er stellt die „Friedens-“ und „Gewalt-“ Passagen in ihren Kontext und legt sie, man könnte fast sagen, „historisch-kritisch“ aus.
Das Ergebnis ist ein Bild, dass theologisch gewiss widersprüchlich erscheint, historisch aber plausibel erscheint.

Das Anliegen von Hamed Abdel-Samad ist nicht, die Polemik, vielmehr will er die sozialen und spirituellen Seiten des Korans behalten, politische und Gewalt enthaltende Aussagen in der damaligen Zeit zurücklassen und ihnen keine Gültigkeit zukommen lassen. Er liest den Koran vielmehr als ein Spiegel der Biographie ihres Autors.

Weiter Informationen zu diesem Thema:

Buch: Gottes Wort gilt

Nachdem die Evangelische Allianz in Deutschland eine ihrer größeren Krisen hatte (siehe auch hier), wird jetzt ein Buch herausgegeben, dass die Wurzel dieser Kriese behandelt. Die Frage nach dem Wort Gottes.
Herausgegeben wird es von Ulrich Parzany. Es ist die Programmschrift des Netzwerks Bibel und Bekenntnis.
Auf ihrer Seite schreiben sie Folgendes dazu:

Anfang 2016 hat sich das „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ gebildet. Die Mitglieder treten für die Gültigkeit der Bibel als Wort Gottes ein. Bisher wurden Stellungnahmen zu den aktuell strittigen Themen vor allem auf dieser Internetseite veröffentlicht. Mit dem neuen Buch wollen wir die digitale Kluft überwinden und auch die engagierten Christen informieren und motivieren, die das Internet nicht nutzen. In diesem Buch sind Texte zusammengestellt, die zeigen, wofür das Netzwerk eintritt und mit welchen Begründungen. Das Buch richtet sich an Christen aus Landeskirchen, landeskirchlichen Gemeinschaften und Freikirchen – an Kirchengemeinderäte, Presbyter, Gemeinschaftsleiter, Älteste, Pfarrer, Pastoren. Es soll orientieren und wachrütteln.

Durch Spenden der Mitglieder konnte das Buch sehr preiswert gedruckt werden. Staffelpreise sollen eine weite Verbreitung ermöglichen. Bitte, sorgen Sie dafür, dass viele Christen diese Programmschrift lesen und weitergeben!

Inhalt des Buches:

  • Wozu dieses Buch?
  • „Gemeinsam widerstehen und Christen in den Auseinandersetzungen um Grundfragen des christlichen Glaubens Orientierung geben“ (Kommuniqué der Gründungsversammlung)
  • Ulrich Parzany: Warum wir öffentlich reden müssen
  • Rolf Hille: Die notwendige Taufe des Hermes – oder: Wie wir zu einer biblischen Hermeneutik kommen
  • Rolf Hille: Warum sich Bibellesen lohnt – Ein Anreiz, das Buch der Bücher aufzuschlagen
  • Postmodernes Denken auch in der Christenheit? – Interview mit Daniel von Wachter
  • Rolf Sons: Wenn Fundamente wegbrechen
  • Rolf Sons: Endzeitlich leben. Dem Anpassungsdruck widerstehen
  • Dirk Scheuermann: Stellungnahme zum Beschluss der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen zur „Öffentlichen Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren“ vom 20. November 2014
  • Gerrit Hohage: Sagt die Bibel etwas zu heutiger Homosexualität?
  • Mario Wahnschaffe: Homosexuelle Beziehungen in der Antike
  • Ulrich Parzany: 7000 beugten ihre Knie nicht vor Baal!
  • Gemeinsame Erklärung von Verbänden, Hauptamtlichen und Ältestenkreisen zum Beschluss der Badischen Landessynode zur Trauung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften
  • Ulrich Parzany: Bill Hybels – ein Vorbild: Homosexuell empfindende Gemeindeglieder in der Willow Creek Gemeinde, Chicago
  • Ulrich Parzany: Die geistliche Verführung ist gefährlicher als die Verfolgung
  • Bücher, die wir dringend empfehlen

Paulus – Jude mit Mission: Resümee

Wer einen Überblick über die theologische Forschung zu Paulus lesen möchte, dass leicht verständlich, einen guten Überblick bietet und die Diskussionen und Anfragen an die jeweiligen Positionen fair und sachlich darlegt, dem sei das Buch von Baltes empfohlen.
In seinem Buch liefert er eine gute Darstellung des Lebens von Paulus, geht auf die historische Zuverlässigkeit ein und legt den Stand der Diskussion dar.
Ebenso werden die großen theologischen Fragen, wie die Neue Paulus Forschung, die Frage nach Gesetz und Ethik u.v.m. behandelt.
Sicherlich werden einige Fragen auch sehr kurz behandelt, und man darf manche Themen sicher auch kontrovers diskutieren.
Dennoch bietet dieses Buch aus meiner Sicht eine der besten, allgemeinverständlichen Einleitungen und Übersichten zu Paulus.

Leseempfehlung!

Bisherige Beiträge zu diesem Buch:
Paulus – Jude mit Mission (1)
Paulus – Jude mit Mission (2)
Hatte Schlatter doch recht?
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Dieser Artikel basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir der Francke-Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Paulus – Jude mit Mission (1)

In seinem Buch Paulus – Jude mit Mission geht Guido Baltes auch auf die Neue Paulus Perspektive (siehe auch hier) ein.
Er beschreibt seine vier Hauptanfragen folgendermaßen:

  • Gab es den jüdischen „Bundesnomismus“ wirklich?
  • Ist die „Rechtfertigungslehre“ des Paulus wirklich nur ein „Nebenprodukt“?
  • Ist das Judentum wirklich eine ausgrenzende Religion?
  • Hat Paulus wirklich die „Auflösung aller Grenzen“ vertreten?

Zu der ersten Frage kommt Baltes zu folgendem Fazit:
Weder hat die ältere Forschung recht, die dem Judentum ein „sklavisches Lohndenken“ und eine „Werkgerechtigkeit“ unterstellte. Noch hat Sanders recht, der solches Lohndenken völlig bestritt. Scheinbar unterschieden sich hier die jüdischen Lehrer in den Schwerpunkten, die sie setzten. […]
Das Gesetz ist also im Judentum zur Zeit des Paulus bei Weitem nicht nur ein reines „Erkennungsmerkmal“ für die schon aus Gnade Erwählten. Es ist eben auch ein Weg zum Leben und zur Errettung. Und eine Forderung, die es zu erfüllen gilt. Was in der Darstellung von Sanders zu sehr in den Hintergrund tritt, ist die feste Erwartung eines göttlichen Gerichts […] Es ist ein Gericht, in dem der Mensch nach seinen Werken beurteilt wird. Das alles hebelt aber die Gnade Gottes nicht aus, sondern ist mit ihr auf verborgene Weise verwoben: Denn es war seine Gnade, die dem Gesetz vorausging. Und es ist seine Gnade, die uns im Gericht freispricht. in dieser Hinsicht sind sich Paulus und das Judentum also gar nicht so unähnlich.

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Dieser Artikel basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir der Francke-Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Benedikt XVI: Letzte Gespräche

Wenn ein Evangelikaler über einen katholischen Papst im Ruhestand schreibt, dann wird das sicher nicht ganz einfach. Schließlich sind Protestanten, zu denen die Evangelikalen gehören, in der Kirchengeschichte selten die engsten Verbündeten gewesen.
Es gab immer wieder Gespräche und Annäherungen, welche für gemischte Reaktionen sorgten.
Ich oute mich vorweg: ein Fan des Vatikans (im kirchenpolitischen Sinne) werde ich wohl nie. Auch gibt es zwischen meiner theologischen Sicht und der offiziellen Lehre der katholischen Kirche unüberbrückbare Differenzen.
Aber ich gebe gerne zu; Benedikt XVI hat mich durch seine Bücher fasziniert.
Durch sein Jesus-Buch wurde deutlich, dass er in einigen Dingen den Evangelikalen näher ist, als es vom einem Papst zu erwarten war.
Auch seine „Aushebelung“ des Fegefeuerdogma (siehe seine Eschatologie) ist bemerkenswert.

All dies macht es für mich spannend diesen Papst näher zu betrachten.
Die Möglichkeit bietet das aktuell erschienene Buch Letzte Gespräche, in dem Ratzinger zusammen mit Peter Seewald über Stationen im Leben des emeritierten Papstes spricht.

Der erste Eindruck ist: der Mann zieht ehrlich und selbstkritisch Bilanz. Ich sehe hier keinen selbstherrlichen Mann, der von sich selbst eingenommen ist, sondern ein Mann der demütig mit den Fragen des Glaubens ringt, der seine Fragen und Zweifel äußert. Ein Mann, von dem ich eine Liebe zu dem Wort Gottes meine zu spüren.

Wann lässt ein Papst schon tief in sein Leben hineinblicken?
Wann spricht er darüber, dass er selbst ein Mensch ist der die Vergebung so dringend braucht? Bendikt XVI berichtet in diesem Buch nicht von sich, als von einem hohen Heiligen. Er reflektiert sein Leben und seine Arbeit nüchtern und selbstkritisch.
Er gewährt Einblicke in seine Kindheit und Jugend. Seine Entwicklung vom Studenten zum Professor, von einem Konzilstheologen und einem, der Weitblick bewies, indem er der Gesellschaft die Gefahr der Heidnisierung deutlich machte.

Ratzinger berichtet auch von seinen letzten Monaten als Papst. Von den Überlegungen die ihn vom Rücktritt überzeugten und er geht auch auf aufkommende Gerüchte ein. Hintergrundinformationen, direkt vom Papst quasi.

Was bleibt bei diesem Buch hängen und was kann für evangelikale Theologen spannend sein?
Auffallend ist, der Papst, bzw. der Papst im Ruhestand, lässt deutlich werden, dass Christus seine Mitte ist. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger legt er keinen Marienschwerpunkt (eine katholische Ansicht scheint er hier dennoch zu haben).
Ebenso ist sein Papst-Verständnis beachtenswert. So müsse der Papst kein Übermensch sein. Er könne auch, wenn die Dinge im Frieden liegen, zurücktreten. Diesen habe er zudem nie bereut.
Benedikt lässt auch in seine Ekklesiologie einblicken. So gehe es nicht ohne die Überregionale Struktur, aber eben auch nicht ohne die Verantwortlichkeit der Ortsgemeinde.
Bemerkenswert halte ich auch seine Abhängigkeit von Christus.
So hält Ratzinger es für unerlässlich Gott um Weisheit zu bitten, ihn immer wieder im Gebet darum anzuflehen und auf ihn zu hören.
Da Ratzinger bei Evangelikalen sehr beliebt ist, muss auch gesagt werden, dass er dennoch kein Evangelikaler ist. Er ist und bleibt katholisch, ebenso seine Theologie. Dennoch sind einige Elemente vorhanden in denen er den Evangelikalen näher ist, als viele Theologen des evangelischen Lagers.
Mein Fazit dieses Buches lautet:
In den letzten Gesprächen gibt ein emeritierter Papst offene und persönliche Einblicke in sein Leben und Dienst. Das Buch hilft Ratzinger besser und vor allem als Mensch, zu verstehen. Es zeigt einen reflektierenden Mann, der von seiner Gottesabhängikeit sich getragen sieht.

Diese Buchbesprechung basiert auf einem Rezensionsexemplar, welches von Droemer Knaur freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde.

 

Schlatter: Das Verhältnis von Religion und Philosophie I

Vorlesungen von Adolf Schlatter wurden neu Veröffentlicht. Diese wurden in seiner Zeit in Bern gehalten.
Herausgegeben wurde das Buch von Harald Seubert (STH Basel) mit der Mitarbeit von Werner Neuer (TSC Chrischona).

Verlagstext:

Der bedeutende Exeget und Systematiker Adolf Schlatter (1852-1938) hat in seinem Frühwerk tiefgründig und eigenständig über das Verhältnis von Theologie und Philosophie, Glaube und Vernunft nachgedacht. Ausgehend von einer intensiven Auseinandersetzung mit dem katholischen Philosophen Franz von Baader (1765-1841) entwickelt er in dem hier veröffentlichten Nachlasstext eine klare und knappe Auseinandersetzung mit der gesamten neuzeitlichen Philosophie. Sie ist zugleich ein überraschend frischer und aktueller Beitrag zu den Grundlagen ökumenischer Verständigung.

Der Leser lernt Schlatter von einer neuen, unerwarteten Seite kennen und wird zugleich Zeuge eines theologischen Ansatzes, der alles andere als überholt ist.

Neu-Erschaffung oder Verwandlung

Eine spannende Frage bzgl. des vollendeten Reiches Gottes, betrifft die neue Erde und den neuen Himmel.
Aus meiner Sicht waren die Argumente für eine komplette Verwandlung, oder Transformation der Erde die besseren und ich vertrete diese Sicht immer noch.
In einer Einleitung in die Theologie des Alten Testaments (Koppelin: Gott sucht den Menschen) habe ich folgendes Zitat gefunden, welches eine andere Sicht vertritt:

Das hebräische Wort für schaffen ist hier wie in Gen. 1,1 bsr. Die neue  Welt ist also keine Reparation der alten. Gott schafft etwas vollständig Neues. Das NT entfaltet diesen Gedanken vor allem in der Offenbarung (21,1ff; vgl. 2.Pt. 3,13). Worte über das Gericht und das Ende der Erde finden sich auch in Jes. 24-27. Doch eine Aussage dieser Klarheit über eine neue Schöpfung findet sich sonst im AT nicht.

Buchbesprechung: Überrascht von der Bibel

1463054058-342824Vorab: Mein Verhältnis zu N.T. Wright ist nicht ganz einfach. Auf der einen Seite habe ich die letzten Jahre sämtliche Bücher, Artikel und Kommentare, ganz oder teilweise von ihm gelesen. Gleichzeitig gehöre ich zu dennen, die einige Aspekte seiner Theologie kritisch hinterfragen und einige seiner Thesen (z.B. die NPP) in weiten Teilen ablehnen.
Trotz all dessen muss ich bekennen, dass seine Bücher mich immer wieder faszinieren. Der Grund ist, dass Wright es schafft Denkmodelle, die in der modernen Bibelwissenschaft unreflektiert vorausgesetzt werden, begründet zu hinterfragen, traditionelle Ansichten auf ihre „Bibelfestigkeit“ prüft und mich als Evangelikalen theologisch herausfordert und zum Nachdenken anregt.
Aber genug der Vorbemerkungen! Das Buch ruft, wir wollen sehen wie Wright von der Bibel überrascht wurde!

Wer sich ein homogenes Buch gewünscht hat, der wird enttäuscht.
Wright hat nicht den Anspruch ein einheitliches Buch vorzulegen. Es ist vielmehr die Sammlung verschiedener Aufsätze. Teilweise überschneiden sich die Themen, aber nur teilweise.
Wright beginnt mit Themen über Wissenschaft, Schöpfung und dem historischen Adam. Er kommt auf das Thema der Frauenordination zu sprechen, auf Fragen der Endzeit, auf das Böse in der Welt und auf die Zeitepoche der Moderne. Jedes dieser Themen behandelt er einzeln.
Da alle Kapitel in sich selbst geschlossen sind, ist die Bewertung auch davon abhängig.
Ich möchte drei Kapitel hervorheben, die ich als am lesenswertesten kennzeichnen möchte.

Platz 1: Wie die Bibel die moderne Welt versteht
Hier schafft Wright es, die Denkrichtung, die seit der Aufklärung unsere Gesellschaft, aber auch die Apolegetik prägt im Epikurismus zu verorten und zu „entschleiern“. Er schafft es auf eine großartige Weise die negative Abhängigkeit mit ihren Vorentscheidungen einem vor Augen zu führen (siehe auch diesen Beitrag).
Platz 2: Jesus kommt wieder – pflanze einen Baum!
Endzeit! Ein Reizthema. Ein Thema voller Spekulationen.
Man muss in diesem Kapitel nicht in allen Punkten mit Wright einig sein.
Lesenswert bleibt es alle male. Er zeigt viele nachdenkenswerte Ansichten zum Thema Entrückung, über den Neuen Himmel und die Neue Erde, sowie über die Schöpfung auf. Ein Beitrag der motiviert, weiter zu forschen, diskutieren und sich überraschen zu lassen.
Platz 3: Der 11. September, Tsunamis und das neue Problem des Bösen
Wie kann ein guter Gott Leid zulassen…
Der Fels des Atheismus. Wright geht von einer ganz anderen Seite heran. Er sieht die bisherige Diskussion als zu stark von „falschen“ Denkrahmen geprägt.
Seine Antwort, oder sein Antwortversuch, geht eine andere Richtung. Wright antwortet mit dem Kreuz. Irgendwie erinnert es mich an Moltmanns „Der gekreuzigte Gott„, aber nur irgendwie. Das Kapitel lohnt es sich zu lesen!

Zu den anderen Kapiteln möchte ich nicht viel schreiben. Ein Bild kann sich jeder Leser selbst von ihnen machen.

Diese Buchbesprechung basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir der Francke-Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Zitat der Woche: Bibelkritik

book-283248_1920Meine hochgeschätzten Freunde, die N.T. Wright nicht so schätzen, bitte ich um Nachsicht. Wieder ist ein Zitat der Woche von ihm. Diesmal zum Thema Bibelkritik.

Im Gegensatz zur landläufigen Annahme handelt es sich bei der modernen Bibelkritik um keine neutrale, objektive Forschung. Vom ersten Moment an bestand die treibende Kraft dahinter nicht in dem Wunsch zu verstehen, sondern im Wunsch zu reduzieren, darin, die Bibel in die Form zu pressen, die ihr von der dominierenden aufgeklärten Weltanschauung zugestanden wurde. Das Problem ist, dass sogar die konserativen Forscher, die die Bibel gegen diese Art von Angriffen verteidigen wollen, das ebenfalls auf dem Hintergrund desselben geteilten Weltbildes tun. So verteidigen sie die Wunder und Gottes Handeln in der Welt auf eine Weise, dass man beihnahe an eine Invasion denken muss – an einen Gott, der normalerweise außerhalb der Prozesse der geschaffenen Ordnung steht und nun eingreift, etwas aus seiner Trickkiste zaubert und dann wieder verschwindet. Doch diese Vorstellung hat nur sehr wenig mit dem Gott der Bibel zu tun.

N.T. Wright, Überrascht von der Bibel, S. 180-181.

Dieser Beitrag basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir vom Francke-Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde.

Lese-Empfehlungen Sommer

Der Sommer kommt mit großen und regnerischen Schritten auf uns zu.
Höchste Zeit für einige Lesempfehlungen für die Zeit am Strand, im Sofa oder in der Berghütte.
Von den Büchern die ich dieses Jahr gelesen habe, sind diese meine Sommer-Empfehlungen:

  1. Gott beim Wort nehemen – Kevin DeYoung

2. People to be loved – Preston Sprinkkle

3. Die Auslegungspredigt – David Helm

4. Verantwortlich leben – Tim Geddert

5. Der Besuch – Adrian Plassbook-1291164_1280

 

Neuerscheinung: Überrascht von der Bibel

Brandneu: Das neue Buch von N.T. Wright „Überrascht von der Bibel„.
Erschienen im Francke-Verlag.
Ich bin schon darauf gespannt und werde bestimmt eine Besprechung des Buches hier veröffentlichen.

Verlagstext:

In diesem Buch gibt der renommierte Neutestamentler N. T. Wright herausfordernde Einsichten in die Bibel und klärt so manches Missverständnis auf, dem unsere christlichen Gemeinden unterliegen.

Soll der Glaube öffentlich gelebt werden? Was sagt die Bibel zu Frauen in der Gemeindeleitung? Kann ein Naturwissenschaftler an die Auferstehung glauben? Wie bricht Gottes Reich auf der Erde an? Welchen Stellenwert hat die Schöpfung? Sind die alten Götzen wirklich tot? Was passiert am Ende der Zeit?

Diesen und anderen brisanten Themen geht der Autor auf inspirierende, ermutigende und nicht zuletzt überraschende Weise nach.

5 Bücher zum historischen Jesus

christ-898330_1920Wer sich mit der Suche nach dem historischen Jesus beschäftigt, der hat unmengen von Literaturangeboten. Hauptquelle ist selbstverständlich hierzu die Bibel.
Bei der Sekundärliteratur wird die Auswahl schwieriger. Mit welcher Literatur verschafft man sich am besten einen Überblick über die bisherige Forschung, die aktuellen Fragen, bisherige Sackgassen und neuste Erkenntnisse?
Ich möchte hier eine kleine Liste an Bücher vorstellen. Diese Liste hat keinesfalls den Anspruch vollständig zu sein, oder meine persönliche Meinung abzudecken. Sie soll den Interessierten Materiel für eine Einführung in dieses Thema bieten.

  1. Geschichte der Leben-Jesus-Forschung (Albert Schweizer)
    Albert Schweizer zeigt in diesem Buch die Forschung von Reimarus bis Wrede auf. Sein Verdienst sehe ich durch dieses Buch in zwei Bereichen: Auf der einen Seite legt er dar, wie sehr die skeptische Jesus-Interpretationen die persönlichen Belangen der Autoren widerspiegelt, auf der anderen Seite schafft er es den Faktor der Eschatologie wieder in den Mittelpunkt zu rücken.
  2. Jesus und der Sieg Gottes & Die Auferstehung des Sohnes Gottes (N.T. Wright)
    In seinem Buch Jesus und der Sieg Gottes zeichnet Wright die Suche nach dem historischen Jesus, im Besonderen von Schweizer bis zur Gegenwart dar. Er schafft es, m.E. auf eine ziemlich beeindruckende Art und Weise. Im restlichen Teil vom Buch widemed er sich der Botschaft und des Todes von Jesus von Nazareht. Er argumentiert, dass der Jesus der Evangelien der selbe ist wie der Jesus der Geschichte. In seinem Buch über die Auferstehung fährt er ähnlich fort. Sehr überzeugend ist hierin seine Argumentation, dass die Auferstehung leibhaftig und historisch stattgefunden hat.
  3. Jesus von Nazareth (Benedikt XVI)
    Vorab eine Bemerkung: Als ein evangelikaler Christ war ich von diesem Buch eines katholischen Papstes beeindruckt.
    Ratzinger schreibt dieses Buch im Vertrauen, dass die Evangelien glaubwürdig sind. Er zeichnet auf diese Weise ein Bild von Jesus, das in sich sehr stimmig ist.
    Gelegentlich kommt seine katholische Prägung zum Vorschein.
  4. Der unbequeme Messias (C.P. Thiede)
    Ein Buch das nicht fertig wurde.
    Leider verstarb Thiede vor endgültiger Fertigstellung des Buches. Es wurde dennoch pupliziert.
    Thiede verteidigt hierin die Glaubwürdigkeit der Evangelien und ihre Beschreibung von Jesus als historisch zuverlässig.
  5. Auf der Such nach dem historischen Jesus (Franz Graf-Stuhlhofer)
    Stuhlhofer ist kein Theologe sondern Historiker in Wien. In seinem kurzen Buch untersucht er knapp die Fragen der Geschichtlichkeit Jesu, die Ojektivität der Evangelien und ihre historische Zuverlässigkeit.

 


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People to be loved – Buchbesprechung

Nicht schon wieder ein Buch über Homosexualität!
Preston Sprinkle greift ein heißes Eisen auf. Ein Thema bei dem man sich nur die Finger verbrennen kann… eigentlich.
Ich möchte die Besprechung kurz halten.
Sprinkle schafft es zuerst die Person des Homosexuellen zu verstehen. Er nimmt ihre Verzweiflung, die Verachtung die ihnen entgegen schlägt und die Verletzungen die sie erleiden sehr ernst. Er schafft es eine Liebe für diese, von Gott wunderbar geschaffenen Menschen zu wecken. Mit diesen Einstellungen geht Sprinkle an den biblischen Schriftbefund heran. Er legt die Argumente für beide Seiten dar und versucht auf eine faire Art die Argumente abzuwiegen. Sprinkle versucht aufzuzeigen, wie man den Menschen in Liebe begegnen kann und hilft sie zu verstehen.
Das Buch kann ich grundsätzlich empfehlen!

The New International Greek Testament Commentary – #Logos


Bei Logos gibt es diesen Monat 13 Bände von The New International Greek Testament Commentary im Angebot. Anstatt 599,99$ kostet sie aktuell 399,99$.
Leider ist der neue Römer-Kommentar noch nicht dabei.

Im Vorwort schreiben I. Howard Marshall und
Donald A. Hagner zu der Reihe:

Although there have been many series of commentaries on the English text of the New Testament in recent years, very few attempts have been made to cater particularly to the needs of students of the Greek text. The present initiative to fill this gap by the publication of the New International Greek Testament Commentary is very largely due to the vision of W. Ward Gasque, who was one of the original editors of the series. At a time when the study of Greek is being curtailed in many schools of theology, we hope that the NIGTC will demonstrate the continuing value of studying the Greek New Testament and will be an impetus in the revival of such study.

The volumes of the NIGTC are for students who want something less technical than a full-scale critical commentary. At the same time, the commentaries are intended to interact with modern scholarship and to make their own scholarly contribution to the study of the New Testament. The wealth of detailed study of the New Testament in articles and monographs continues without interruption, and the series is meant to harvest the results of this research in an easily accessible form. The commentaries include, therefore, extensive bibliographies and attempt to treat all important problems of history, exegesis, and interpretation that arise from the New Testament text.

One of the gains of recent scholarship has been the recognition of the primarily theological character of the books of the New Testament. The volumes of the NIGTC attempt to provide a theological understanding of the text, based on historical-critical-linguistic exegesis. It is not their primary aim to apply and expound the text for modern readers, although it is hoped that the exegesis will give some indication of the way in which the text should be expounded.

Within the limits set by the use of the English language, the series aims to be international in character, though the contributors have been chosen not primarily in order to achieve a spread between different countries but above all because of their specialized qualifications for their particular tasks.

The supreme aim of this series is to serve those who are engaged in the ministry of the Word of God and thus to glorify God’s name. Our prayer is that it may be found helpful in this task.

Theologie im globalen Kontext – Besprechung

229567In seinem Werk „Theologie im globalen Kontext“ beschreibt Hans Schwarz die theologischen Entwicklungen im der letzten 200 Jahre.
Hans Schwarz ist emeritierter Theologieprofessor und hat an der Universität Regensburg unter anderem Systematische Theologie gelehrt.
Sein Buch erscheint in der zweiten und überarbeiteten Auflage. Die erste Auflage erschien in Liebenzell, die aktuelle bei TVG Brunnen in Gießen. Der Umfang des Werkes beträgt 640 Seiten, den Preis halte ich mit 45 EUR für angebracht.

Aufgeteilt ist das Buch in 15 Kapitel. Es beginnt mit der Zeit nach der Aufklärung, mit Kant, Schleiermacher und Hegel. Es führt unter über die neue Orthodoxie, über den Pietismus und den Kulturprotestantismus, hin zu den großen Diskussionen der letzten Jahrhunderte, wie unter anderem die Suche nach dem Historischen Jesus. Große Themen wie die Dialektische Theologie werden behandelt, überkonfessionell wird die Theologie im Weiteren beschrieben und auch überkontinentale Entwicklungen, wie die Befreiungstheologie, werden analysiert. Die ersten 12 Kapitel konzentrieren sich m.E. auf die (protestantische) westliche Theologie (Nordamerika und Europa). Das 13. Kapitel beschreibt Entwicklungen in der katholischen und orthodoxen Theologie. Das breiteste Spektrum bildet das 14. Kapitel ab; hier wird die Befreiungstheologie, die feministische Theologie, afrikanische, asiatische und pfingstgeprägte Theologien dargelegt.

Der Aufbau des Buches deckt, m.E., die großen Themen der theologischen Entwicklungen der letzen beiden Jahrhunderte ab. Da Schwarz 70 Seiten der „nichtwestlichen“ Theologie widmet (es gilt zu bedenken, dass Theologie der „nichtwestlichen“ Welt, lange nicht in Europa zu hören war), halte ich das Ziel des Buches, in diesem Belange für grundsätzlich erfüllt.

Widmen wir uns nun der detaillierteren Besprechung zu.
Beispielhaft möchte ich in dieser Besprechung die Ausführungen über die Suche nach dem Historischen Jesus behandeln.

Schwarz geht in vier Abschnitten auf die Suche nach dem Historischen Jesus ein.
Er beginnt mit Albert Schweizer und Johannes Weiss. Es wird aufgezeigt wie Schweizer, mit seinem Werk „Die Geschichte der Leben Jesu Forschung“ zeigen konnte, dass die Jesus-Darstellungen immer auf die Prägung und Vorstellung der Autoren zurückzuführen sei. Schweizer wollte aufzeigen, dass Jesus sich tatsächlich als der eschatologische Messias verstand und seine Erwartungen sogar apokalyptisch waren. Dennoch war sein Leben und sein Handeln eine große Enttäuschung. Bezüglich seiner eschatologischen Erwartung habe er sich getäuscht. Dennoch sei seine Einstellung wichtig, wie er z.B. dem Rad der Welt in die Speichen fällt und von ihm zermalmt wird. So habe er statt die Eschatologie zu bringen diese vernichtetet.
Nach Schwarz ist Schweizers Verdienst, dass die eschatologische Dimension Jesu in den Mittelpunkt gerückt wurde und das Aufzeigen, dass Rekonstruktionen des Historischen Jesu, oft auf Projektionen des jeweiligen Forschers beruhten.

Im zweiten Teil beschreibt Schwarz den Ausweg aus den Fesseln der historischen Forschung anhand von Kähler und Bultmann.
Es wird aufgezeigt, dass für Kähler die Erforschung des Historischen Jesus in die Falsche Richtung verlief. Grund sei, dass die Evangelien nicht zu diesem Zwecke geschrieben wurden. Wer Jesus in den Evangelien begegnen wolle, der solle dies tun um mehr über ihn, als den zur rechten Gottes Sitzenden zu erfahren, was durch historische Forschung nicht möglich sei. Nach Kähler entstehe der Glaube nicht aus dem Wissen um den historischen Jesus, sondern aus der Begegnung mit dem biblischen Christus.
Gemäß Schwarz bedeutete Kählers Werk das Ende der traditionellen Lenben-Jesu-Veröffentlichungen.
Im Gegensatz zu Kähler, habe Bultmann, so Schwarz, nicht angenommen, dass der Christus nach dem Fleisch der selbe sei wie der biblische Christus. So habe Bultmann beide von einander getrennt und sich auf den letzteren konzentriert. Bultmann kam in seiner Buch „Neues Testament und Mythologie“ zum Ergebnis, dass viele neutestamentliche Ereignisse heute nicht haltbar seien und zweitens, dass wir uns nicht selbst erlösen können. Er hatte also nicht die Absicht den christlichen Glauben Aufzugeben. Bultmann erreichte, so Schwarz, dass es möglich war ohne die Aufgabe des Verstandes über alle neutestamentlichen Texte zu predigen und zweitens, dass die neutestamentliche Botschaft von ihrer historischen Verankerung und von der Person Jesu von Nazareth getrennt wurde.

Im dritten Teil geht Schwarz auf die weitergeführte Forschung ein. Unter anderem  Beschreibt er wie in Deutschland Joachim Jeremias die Vernachlässigung des Historischen Jesus kritisierte. Er kritisierte die bisherigen  Methoden als eine Reduzierung. Jeremias konnte so Schwarz einen ganzen Schatz an Aussagen heben, die Jesus zuzuschreiben seinen.

Im vierten Teil geht Schwarz auf die dritte Suche nach dem Historischen Jesus ein.
Er attestiert ihr, dass sie zwar von einer großen Medienaufmerksamkeit begleitet wurde, aber an einen Mangel an solider Forschung hatte. Als Begründung zieht er das Jesus-Seminar heran.

Beurteilung der Ausführungen über den Historischen Jesus
Die Ausführungen von Schwarz lesen sich leicht, sie sind sehr informativ und schaffen es auf kurze und prägnante Art und Weise über die Entwicklung der Forschung, die Forscher selbst und über ihre Kernthesen und deren weitere Entwicklung zu informieren.
Im Gesamten halte ich die Ausführungen von Schwarz für sehr hilfreich und umfassen.
Meine Anfrage betrifft in diesem Kapitel den letzten Unterpunkt, der dritten Suche nach dem Historischen Jesus. Hier hat Schwarz, meiner Erkenntnis nach zu früh aufgehört. Die weiteren Entwicklungen, wie sie von E.P. Sanders bis hin zu N.T. Wright geschehen sind, wurden nicht erwähnt. Dabei haben diese Entwicklungen die dritte Suche nach dem Historischen Jesus maßgeblich beeinflusst und in eine neue Richtung gelenkt. So gilt als nicht zu übersehen, dass Wright, in seiner Forschung, historisch m.E. sehr solide aufzeigt, dass die Berichte des Neuen Testaments mit dem Historischen Jesus übereinstimmen.

Abgesehen von dieser Kritik meinerseits, halte ich dieses Buch dennoch für ein sehr wichtiges, hilfreiches und gutes Standardwerk für Theologen, Studenten und interessierte Laien. Es schafft es gut in die Themen eine Einführung zu geben und eignet sich somit sehr gut, um einen Überblick über die Theologien der letzten beiden Jahrhunderte zu bekommen.

Zukunftsmusik: Theologische Bücher

An dieser Stelle möchte ich auf einige, in Zukunft erscheindende, theologische Bücher, aufmerksam machen:

Am größten ist meine Vorfreude auf Theologie des Alten Testaments. Kein geringerer als Hendrik J. Koorevaar ist daran beteiligt (Stichwort: Das heilige Herz der Thora).

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Dann erscheinen zwei weitere Kommentar der HTA Reihe.
Besonders groß ist meine Vorfreude auf den zweiten Band des Römberkommentars von E. Schnabel. Mit 1.000 zusätzlichen Seiten wird sein Römerkommentar damit vollendet. 3

Last but not least: Ein Buch über uns Evangelikale – da habe ich noch kein Gefühl was dabei rauskommt; lassen wir uns überraschen.
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Buchbesprechung: Der Islam und die Gewalt


Der Islam und die Gewalt.

So lautet der Titel des aktuell erschienen Buches von Eberhard Troeger.
Troeger selbst hat in der islamischen Welt gearbeitet und hat somit auch Einblicke von Vorort.

Zum Aufbau des Buches

hand-1318340_1920In 15 Kapiteln greift das Buch zuerst die Grundbegriffe der islamischen Religion auf und erläutert diese. Im Anschluss wird aufgezeigt, dass Christen sich nicht von Fragen die der Islam stellt zurückziehen können. Kurz und prägnant wird das Leben von Mohamed skizziert. Ebenso wird der Kampf um Allahs willen, im Koran aufgezeigt. Die Reise geht weiter über geschichtliche Fragen innerhalb der islamischen Welt, über die Kreuzzüge hin zu der fundamentalistischen Seite des Islams, bis die Reise schlussendlich im modernen Islamismus und im „Islamischen Staat“ endet.
Troeger geht im weiteren Verlauf des Buches auf Fragen der Kritik an den Islam und der Herrschaftsanspruch der „Uma“ (der islamischen Glaubensgemeinschaft als Ganzes) ein. Im letzten Teil des Buches widmet der Autor sich der Frage der Mission unter Muslimen.

Beurteilung
Aus meiner Sicht ist dem Autor der Teil besonders gelungen, indem er, für Einsteiger sehr verständlich, die Kernbegriffe des Islams definiert.
Troeger zeigt auf, wo (gemäß seiner Ansicht) die Wurzel des fundamentalistischen Islams liegt. Seine Darlegung über dessen Entwicklung in der jüngeren Geschichte ist kurz, knapp und dennoch präzise. Aus meiner Sicht könnten diese Ausführungen ausführlicher sein, aber es ist dennoch in Ordnung. Gelungen ist Troeger die Darlegung der gemeinsamen Ziele, welche islamistische Bewegungen verbinden.
Ebenfalls sehr positiv sehe ich den letzten Teil des Buches. Hier geht Troeger auf die Frage ein, wie Jesus heute unter Muslimen wirkt.

Hervorzuheben sind auch Apelle von Troeger, dass Christen nicht bei einer angstvollen Abgrenzung gegenüber den Islamismus stehen bleiben sollen, sondern die persönliche Begegnung suchen sollen, da auch Islamisten sich zu Jesus bekehren können.

Anfragen habe ich im geringen Umfang an Trogers Sicht über den historischen Mohamed, hier sind die Ausführen m.E. nicht genügend auf dem aktuellen Stand der Forschung oder der Diskussion. Ebenfalls sehe ich in den Ausführungen über die Kreuzzüge einen gewissen Korrekturbedarf, bezüglich der aktuellen historischen Forschung.

Fazit

Dieses Buch halte ich als Einstiegslektüre für diese Thematik für geeignet. Es skizziert grundlegende Fragen über dem Islam, die Entwicklung des Fundamentalismus und die Verortung der Gewaltfrage. Die aktuellen Geschehnisse werden angerissen.
Für Personen, welche sich bereits intensiv mit diesen Themen auseinandergesetzt haben, kann dieses Buch eine spannende Wiederholung sein.

N.T. Wright – 70% bei Logos

Bei Logos gibt es bis zum 14.04.16 sämtliche Werke von N.T. Wright 70 % reduziert.
Ich persönlich finde Wright spannend zu lesen, auch wenn ich in einigen Punkten einer deutlich anderen Meinung bin (z.B. in der NPP oder im Reich Gottes-Verständnis). Trotz dieser Unterschiede wehre ich mich gegen den Häresie-Vorwurf gegen ihn.
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Homosexualität – immer wieder, immer kontrovers, immer ein heißes Eisen

WP_20160308_001Passend zu der aktuellen Diskussion innerhalb der Evangelischen Allianz in Deutschland (siehe hier) erschien beim Brunnenverlag das Buch „Homosexualität – Biblische Leitlinien, ethische Überzeugungen, seelsorgerliche Perspektiven“.
Zuerst erschien dieses Buch in Großbritannien, Herausgeber dort war die hiesige Evangelische Allianz. In Deutschland wurde das Buch unter der Fachberatung von Prof. Dr. Raedel (FTH Gießen und AfeT-Vorsitzender) herausgegeben.

Überblick über das Buch

Das Buch möchte ich in drei Teile aufteilen. fingerprint-649818_1280
Zuerst (Kap 1) geht es um grundsätzliche Fragen der Homosexualität, der Sündhaftigkeit aller Menschen, Begriffe werden geklärt und auf den aktuellen Stand der Forschung wird eingegangen.
Im zweiten Teil (Kap 2) wird die biblische Sexualethik ausgeführt. Auf Fragen wie „wo soll nach Gottes Willen, zwischen wem Sexualität stattfinden“ und wo die Grenzen nach der Bibel sind, wird eingegangen. Kurz aber mit exegetischem Scharfsinn analysieren die Autoren die biblischen Aussagen.
Der dritte Teil 8 (Kap 3-5) macht die Hälfte des Buches aus. Hier wird auf die Frage eingegangen, was die biblischen Aussagen für unsere Praxis in den Gemeinden bedeutet. Seelsorgerlich wird die ganze Thematik der Homosexualität aufgearbeitet. Es wird der Unterschied zwischen homosexuellen Empfindungen, wie der Anziehung, der Orientierung oder der Identität und der homosexuellen Handlung aufgezeigt.
Anhand von mehren Praxisbeispielen wird in den nächsten zwei Kapiteln darauf eingegangen wie homosexuell empfindende Menschen, welche ihre Homosexualität nicht ausleben wollen geholfen werden kann. Aber auch wie die Gemeinde mit homosexuell lebende Mitglieder, seelsorgerlich und biblisch korrekt umgehen soll, mit dem Ziel, das die biblischen Maßstäbe gelebt werden.
In ihren Schlussfolgerungen kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass evangelikale Gemeinden alle willkommen heißen sollen, welche gleichgeschlechtliche Anziehungen erfahren, auch diejenigen die diese ausleben. Allerdings sollen evangelikale Gemeinden jegliche (!) sexuelle Handlungen außerhalb der Ehe von Mann und Frau nicht gutheißen.
Der Grundsatz soll hier der von Jesus sein, der die Ehebrecherin nicht verurteilt, sondern auffordert nicht mehr zu sündigen (Joh 8,11).

Bewertung

Dieses Buch ist nicht nur aufgrund der aktuellen Diskussion notwendig.
Es schließt eine sehr wichtige Lücke. Zu lange wurde diese Diskussion hochemotional geführt. Auf der einen Seite wurde nur auf die Wahrheit gepocht, aber die Menschen gingen dabei allzu oft unter die Räder und auf der anderen Seite wurde im Namen der Liebe auf die Wahrheit keinen großen Wert gelegt.
Dieses Buch schafft es beiden Seiten gerecht zu werden. Es bleibt der Bibel treu. Die Autoren suchen Wege einer biblischen Begleitung von Homosexuellen in die Freiheit, dem Weg Jesu zu folgen. Die Herausforderungen, in den Fällen in denen die Orientierung nicht verändert wird (oder werden kann) wird nicht verschwiegen. Die Autoren geben sich nicht der Illusion hin, dass jeder homosexuell Empfindende wie durch ein Wunder eine heterosexuelle Ehe eingeht.
Dieses Buch sei denen empfohlen, welche in der Sexualität mit zwei Maß messen. Denn es wird aufgezeigt, dass heterosexueller Sex vor oder außerhalb der Ehe nicht besser, sondern genau so sündig ist wie homosexueller Geschlechtsverkehr.

Das Buch sei allen empfohlen, welche in irgendeiner Weise mit Jugendlichen Arbeiten. Es sei denen empfohlen die vorschnell bei diesem Thema Porzellan zerschlagen und die Menschen vergessen. Es sei denen empfohlen welche vertreten, die Liebe kann nur Homosexualität gutheißen.
Es sei Pastoren, Theologen und Professoren empfohlen.
Dieses Buch ist ein gesunder Diskussionsbeitrag, dem ich weite Verbreitung wünsche.

Buchempfehlung x 9

Wenn jemand noch für Weihnachten passende Bücher zum verschenken sucht, oder sich den sehr guten Vorsatz fasst, im kommenden Jahr viel zu lesen, dem möchte ich hier ein paar Bücher zum Einstieg vorschlagen. Es sind Bücher welche ich entweder diesem Jahr oder dem Jahr zuvor gelesen habe:

 

Gottes Krieger
Wie müssen wir das Mittelalter mit ihren Kreuzzügen einordnen?
Müssen Christen diese Geschehnisse sich noch vorhalten lassen? Und vor allem was war damals wirklich?
Das Buch gibt spannende historische Einblicke und bedient sich eines breiten historischen Kontextes.

Die provozierende Kirche
Wie kann Kirche im 21. Jahrhundert Menschen erreichen?
Der Autor geht dieser Frage nach und sieht das Geheimnis darin, dass Glaube proklamiert und die Massstäbe des Reiches Gottes ausgelebt werden, also als Salz der Erde. –> Lesenswert!

Seelsorge auf biblischer Grundlage
Jedem, der in der Gemeinde oder auch ausserhalb Menschen begleitet kann ich dieses Buch empfehlen.
Hier werden die Grundzüge der Seelsorge aufgezeigt, Probleme und Herausforderungen geschildert und Lösungsansätze aufgezeigt.

Die verlorene Kunst des Jüngermachens
In dem Buch wird die Frage aufgegriffen wie man andere Christen im Bereich der Jüngerschaft begleiten kann.
Motivieren!
Jüngerschaft geht nicht nur durch Theorie sondern durch gemeinsames Leben!

Biblische Dogmatik
Der „Magnus open“ von Wayne Grudem.
Auf ca. 1400 Seiten geballte Dogmatik.
Es ist fundiert in der Argumentation, fair in der Aufzeigung anderer Sichtweisen und insgesammt sehr umfassend.
Auch wenn seine und meine Ansichten teils auseinandergehen, ich empfehle es nachdrücklich!

Die 5 Sprachen des Verzeihens
Wir kommen immer wieder in Situationen in welchen andere uns und wir andere Verzeihen müssen.
Doch was ist, wenn das sehr schwerfällt oder wie entschuldigt man sich, so dass es auch ankommt?
Ein gutes Buch zu diesem Thema.

Gottesdienst ohne Mauer
Wie kann man als Gemeinde Menschen erreichen, offen sein für Nichtchristen und wie soll Gemeinde biblisch Ausgerichtet sein?
Nikesch gibt hierzu spannende Gedankenanstöße. Man muss ihm nicht immer zustimmen, mach ich auch nicht, aber es ist sehr lesenswert was er schreibt.

Russland verstehen
Werden wir politisch.
Der Ost West Konflikt ist immer noch nicht abgekühlt.
Mit dem Buch wird ein Entwurf erstellt, die politische Position gut zu verstehen.
Es ist lesenswert und querdenkend.

Wer den Wind säht
Ich gebe es zu, Lüders zu empfehlen ist nicht gerade das gelbe vom Ei. Seine Sicht von Israel ist eine Katastrophe – leider.
Aber vieles in dem Buch muss man berücksichtigen. Die Politik des Westens hat nicht immer gut getan wenn ma Nahen Osten anschaut.

 

Buch: Was ist der Missionsauftrag der Gemeinde Jesu?

In den letzten Monaten habe ich mich mit dem Thema der Gesellschaftstransformation für meine Abschlussarbeit beschäftigt. Es war eine Arbeit mit ziemlich viel Literatur (die Bibliografie beträgt 10S). Ein Buch, welches ich für ein paar Kapitel auch verwendete war von Gilbert und DeYoung. Der Titel lautet „Was ist der Missionsauftrag der Gemeinde Jesu?“ Es bezieht sich nicht auf die deutsch Literatur, aber für einen grundsätzlichen Überblick und für die Diskussionen halte ich es für wirklich hilfreich und lesenswert.

Was ist der Missions-Auftrag der Gemeinde Jesu?Verlagstext:
„Verlieren wir unsere Zielausrichtung? Lassen wir uns ablenken, manchmal sogar von guten Dingen? Viele eifrige Christen sind sich heutzutage zutiefst uneins, was der wahre Dienst und Auftrag der Kirche ist. Kevin de Young und Greg Gilbert bringen uns zurück zum Wesentlichen, in einer Zeit, in der wir dazu neigen, uns zu verzetteln und ablenken zu lassen. Dieses Buch, das einen ausgewogenen Standpunkt bietet, wird uns nicht nur ermutigen, sondern auch genau an der Stelle aus der Ruhe bringen, an der wir es alle nötig haben. Es liefert uns die biblische Vernunft, die wir im Moment brauchen.“
Michael Horton

„In einer Zeit, in der es offenbar immer mehr Spannungen bezüglich des Auftrags der Kirche gibt, liefern DeYoung und Gilbert ein bemerkenswert ausgewogenes Buch, das korrigieren, erneuern und helfen kann, ganz gleich, welche Haltung man zu diesem Thema einnimmt.“
Matt Chandler

Buch: Warum ich kein Atheist bin

87876_alexander_garth_warum_ich_kein_atheist_binEs ist bereits einige Jahre her. Damals war ich noch ein Teenager, da habe ich das Buch von Alexander Garth „Warum ich kein Atheist bin“ gelesen. Zu der Zeit war es bei Gerth Medien verlegt. Über einige Jahre war es nun vergriffen.
Eine Neuauflage war überfällig. SCM-Hänssler hat diese Aufgabe glücklicherweise übernommen.
Ein großartiges Buch, welches ich wärmstens empfehlen kann, wurde neu aufgelegt.

Verlagstext:

„Gott ist eine Illusion und Glaube ist schädlich!“ – Mit solchen Aussagen macht sich der Atheismus in der letzten Zeit bemerkbar. Was ist dran an der Frage nach Gott? Die Auferstehung: Fake? Legende?

Alexander Garth, Buchautor und Pfarrer, kennt die Argumente der Skeptiker und zeigt mit Tiefgang und Humor – ohne Theologenjargon -, dass es gute Gründe gibt, an Gott zu glauben. Leidenschaftlich lädt er ein, sich auf die Suche zu machen.

Endlich eine praxisnahe und faktenreiche Antwort auf die drängendste aller aktuellen Fragen. Alexander Garth hebelt die Argumente der Gottesleugner reihenweise aus, nicht oberlehrerhaft, sondern einfühlsam und auf Augenhöhe mit der säkularen Skeptikerszene. Ein Buch mit Klassikerformat.
Markus Spieker, Leiter des ARD-Studios Südasien; Buchautor

Süß-Sauer…

… oder worüber es in Offenbarung 10,9-11 nach Lloyd-Jones geht.
Lloyd-Jones schreibt dazu:

Es findet sich eine sehr interessante Aussage in Kapitel 10. Johannes wurde ein Buch gegen, dass dieser essen sollte. Und als er es aß, war es süß in seinem Mund, aber in seinem Bauch wurde es bitter. Das ist ein Bild, das wir aus dem Alten Testament kennen. Es bedeutet, dass nichts in dieser Welt so süß ist wie das Evangelium von der erlösenden Gnade. Wenn Sie es zum ersten Mal sehen und es wertschätzen und es kennen lernen, bringt es eine Süße mit sich, die nichts anderes in dieser Welt geben kann. Doch sobald Sie Christ geworden sind, werden Sie Probleme bekommen. Das Evangelium führt ins Leiden; es führt in Verfolgung.

Gott im Leid begegnen

Von Tim Keller ist ein neues Buch erschienen: Gott im Leid begegnen.

Verlagstext:

11902525_747288972082521_7111389959266125213_nWarum gibt es so viel Schmerz und Leid in der Welt? Wie können wir mit Leid, das uns persönlich trifft, umgehen, sodass wir daran nicht zerbrechen, sondern wachsen?
Unzählige Bücher sind geschrieben worden, um sich diesem Problem philosophisch und intellektuell zu nähern. Ebenso zahllos sind die Bücher und Filme, die uns persönliche Geschichten über das Leid erzählen. Timothy Keller bindet beide Ebenen zusammen – und findet die Antwort in dem, was die Bibel zum Leid zu sagen hat:
Anders als der Fatalismus lehrt das Christentum, dass Leid schrecklich ist, anders als der Buddhismus, dass es real ist, anders als die Karma-Lehre, dass es oft ungerecht ist – und anders als der Säkularismus, dass es einen Sinn hat. Leid ist sinnvoll, und richtig betrachtet, kann es uns in die Liebe Gottes hineintreiben und uns mehr innere Stabilität und Kraft geben, als wir uns vorstellen können.

Mit seiner besonderen Art zu schreiben, die sowohl christliche und religiöse als auch säkulare Leser anspricht, hat Timothy Keller sich einer der schwersten Fragen überhaupt angenommen! – Einer Frage, der kein Mensch auf dieser Erde letztlich ausweichen kann.