Das Nashville Statement in Deutsch

Bereits im August hab ich hier auf das Nashville Statement hingewiesen.
Nun wurde es von Evangelium 21 offiziell in die deutsche Sprache übersetzt.
Hier kann es heruntergeladen werden.
Als Vorgeschmack auf den Inhalt zwei Thesen der Nashville Erklärung:

Artikel 2
Wir bekräftigen, dass Gottes offenbarter Wille für alle Menschen Keuschheit außerhalb der Ehe und Treue innerhalb der Ehe vorsieht. Wir verwerfen, dass irgendwelche Gefühle, Begehren oder
Verpflichtungen jemals Geschlechtsverkehr oder andere Formen der sexuellen Unmoral vor oder außerhalb der Ehe rechtfertigen dürfen.
Artikel 3
Wir bekräftigen, dass Gott Adam und Eva, die ersten Menschen, nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Sie sind als Personen vor Gott gleichwertig, aber als Mann und Frau verschieden. Wir verwerfen, dass die göttlich bestimmten Unterschiede zwischen Mann und Frau ungleiche Würde oder Wert bedeuten sollen.

E21 schreibt über das Nashville Statement unter Anderem Folgendes:

Sexualität als Gabe für den Ehebund

Die Nashville Erklärung enthält 14 Artikel mit Bekräftigungen und Verwerfungen. Artikel 2 bekennt sich etwa zur Sexualität innerhalb der Ehe und verwirft, dass irgendein Begehren jemals Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe rechtfertigen dürfe. Der Artikel 8 bekräftigt, „dass Menschen, die sich vom gleichen Geschlecht sexuell angezogen fühlen, durch den Glauben an Jesus Christus ein reiches, fruchtbringendes und Gott wohlgefälliges Leben führen können, indem sie, wie es allen Christen geboten ist, in Reinheit leben“. Abgelehnt wird hingegen, dass die sexuelle Anziehung für das gleiche Geschlecht ein Bestandteil von Gottes ursprünglicher, guter Schöpfung sei.

Über 150 bekannte Erstunterzeichner

Zu den Erstunterzeichnern der Nashville Erklärung zählen mehr als 150 angesehene Theologen und Persönlichkeiten aus dem evangelikalen Lager, darunter J. I. Packer, Wayne Grudem, Albert Mohler, D. A. Carson, John Piper, Mark Dever, John MacArthur, R. C. Sproul oder Vaughan Roberts. Rosaria Butterfield, die sich einst als Literaturprofessorin zum Lesbianismus bekannte und heute Ehefrau eines Pfarrers ist, hat die Erklärung ebenfalls gezeichnet.

Protest und eine Gegenerklärung

„Christians United“, eine Organisation, die sich für die Integration von LGBTplus-Interessen in den christlichen Kirchen einsetzt, hatte am 30. August eine Gegenerklärung veröffentlicht (siehe http://www.christiansunitedstatement.org) und verneint darin, dass Gott beabsichtigt habe, die Sexualität innerhalb des Ehebundes zwischen einem Mann und einer Frau zu verorten. Zu den Unterzeichnern der Gegenerklärung gehört etwa der britische Baptistenpastor Steve Chalke, der aufgrund schwerwiegender Meinungsverschiedenheiten die Evangelische Allianz in Großbritannien verlassen musste.

Als eine Ergänzung und zur weiteren Diskussion sei noch auf Preston Sprinkle (Autor von People to be loved) hingewiesen.
Er kommentiert das Nashville Statement unter My Nashville Statement auf seinem Blog (Danke für den Hinweis 🙂 ). Er schreibt über seine Bedenken im Bezug auf die Erklärung und was er vermisst:

What’s perhaps most troubling about this statement—the 14 articles—is what’s missing. I have several quibbles and some disagreements with what’s actually stated. We’ll get to those below. But I’m more troubled by what’s missing than what’s actually stated. For instance, nowhere does it say:

  • WE AFFIRM that evangelicalism has not treated LGBT+ people with kindness, compassion, and relational delight. Rather, we have cultivated a culture of isolation, fear, and turned a blind eye to dehumanizing rhetoric, relationships toward our brothers and sisters wrestling with their faith, sexuality or gender identity.

  • WE AFFIRM that singling out LGBT+ people as particularly grievous sinners—while, for instance, a porn epidemic rages on in the church—is itself a horrifically hypocritical posture. And Jesus would have opened up the can on such pharisaical arrogance.

  • WE AFFIRM that Christians everywhere should confront any form of bullying toward LGBT+ people. The Church should be on the front lines against injustices committed against LGBT+ people who are created in God’s image.

  • WE DENY that gay or transgender jokes are acceptable Christian behavior and should be confronted by Christian leaders everywhere.

  • WE AFFIRM that the conversation about faith, sexuality and gender is just that—a conversation, and a complex one that cannot be summed up in bullet point conclusions.

  • WE AFFIRM that the evangelical aversion to singleness and it’s idolatry of marriage has created a horrible environment for the millions of single, gay, Christians pursuing celibacy in the church. One cannot flourish by just saying no to gay sex. We all must be able to say yes to love and intimacy, yet many (most? Almost all?) single, gay Christians have not experienced such intimacy and love in the church.

  • WE REPENT from creating a heteronormative church culture that inevitably ostracizes Christians wrestling with their sexuality or gender identity.

Francis Schaeffer und die Bibel

In den Ressurcen von E21 findet man einen Artikel mit 10 Fakten über Francis Schaeffer.

Hier ein kurzer Ausschnitt über seine Sicht über die Bibel:

Die Bibel war für seine Weltanschauung von zentraler Bedeutung.

Francis A. Schaeffer (1912–1984) kam mit 17 Jahren zum Glauben an Jesus Christus, nachdem er zum ersten Mal die Bibel vollständig durchgelesen hatte. Er war ein heller Kopf und hatte deshalb schon als Teenager viele Fragen über das Leben, merkte aber auch, dass die philosophischen Bücher ihm dabei nicht helfen konnten. Die Überzeugung, dass die Bibel grundlegende Antworten auf grundlegende Fragen enthält, sollte sein ganzes Leben und seine Arbeit kennzeichnen. Der Leitspruch in der Lebensgemeinschaft L’Abri war: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht“ (Römer 1,16). Er verteidigte die Irrtumslosigkeit der Schrift gegenüber jedem Ansatz vergeistlichender Hermeneutik.

 

Das Wirken von J. Gresham Machen

Auf der diesjährigen E21 Konferenz hat Stephen Nichols einen Vortrag über J. Gresham Machen gehalten.
Sehenswert!
E21 schreibt folgendes zur Einleitung:

John Gresham Machen (1881–1937) gehört zu den einflussreichen Theologen des frühen 20. Jahrhunderts. 1905 studierte er für ein Jahr in Deutschland und geriet wegen des theologischen Liberalismus seines Professors Wilhelm Herrmann in einer Krise, die er aber dank Gottes Gnade überwand. Von 1915 bis 1929 war er Professor für Neues Testament am Princeton Theological Seminary. Wegen des dort einziehenden Liberalismus gründete er das Westminster Theological Seminary und prägte so das reformierte Christentum in Nordamerika. Dr. Stephen Nichols (Ligonier Ministries) stellt Leben und Werk von J.G. Machen vor und und weist auf überraschende Parallelen zu den theologischen Herausforderungen unserer Zeit hin

Legal, egal, … – Dogma und Wahrheit?

etc-682613_1280Mit der Überschrift „Die Häresie der Gleichgültigkeit“ erschien bei E21 ein Artikel von Burk Parsons in dem u.a. diese Zeilen zu finden sind:

Wenn mir Menschen sagen, sie lieben Jesus aber haben es nicht so mit der Lehre, dann antworte ich ihnen: Wer die Lehre nicht liebt, der liebt auch Jesus nicht. Wir können Jesus nicht fernab von der rechten Glaubenslehre erkennen und deshalb können wir Gott auch nicht lieben, wenn wir ihn nicht erkannt haben. Der Weg zur wahren Gotteserkenntnis führt über die Auseinandersetzung mit seinem Wort. Geistliche Lehre stammt von Gott; lehrt uns über Gott und führt uns im Glauben zurück zu Gott, nämlich in die Anbetung, Dienstbereitschaft und Liebe. Die Gleichgültigkeit gegenüber geistlicher Lehre ist gleichzusetzen mit der Gleichgültigkeit gegenüber Gott. Und Gleichgültigkeit gegenüber Gott ist gleichzusetzen mit der Gleichgültigkeit gegenüber dem eigenen ewigen Schicksal.

Pastoren die diesen undogmatischen Umgang mit Lehrfrage für „cool“ und angebracht halten, also jene, die die Notwendigkeit und Wichtigkeit rechter Lehre runterspielen und in ihren Predigten unzulänglich darlegen, versäumen in Wirklichkeit die Chance, das weiterzugeben, was die Seelen ihrer Zuhörer zu erretten vermag. Biblische Lehre unklar zu vermitteln oder deren Wichtigkeit herunterzuspielen ist weder cool noch zeitgemäß und sicher nicht demütig, sondern im Gegenteil schlichtweg arrogant. Nichts ist von größerer Bedeutung und lehrt uns mehr Demut als die rechte Lehre. Nichts richtet unsere Augen schneller weg von uns zur Liebe und Gnade Gottes hin, als die Lehre, die von Gott selbst herkommt.

Die rechte Lehre dient jedoch keinem Selbstzweck, sondern sie hilft uns, Gott zu erkennen, zu lieben, anzubeten und zu verehren, so wie er ist. Weniges wünscht sich der Teufel mehr als Gemeindeglieder, die sich im Lehrstreit so geradlinig wie ein Schusswaffenlauf geben, aber sich bei deren Anwendung als krumm erweisen. Einen Lehrsatz richtig zu verstehen, bedeutet, ihn richtig anzuwenden. Wenn wir die Lehre von unserem Leben trennen, führt sie uns in den Tod. Gott aber hat uns die Lehre, die aus seinem inspirierten Wortes entspringt, gegeben, damit wir dadurch lernen mögen, Ihn mit allem, was wir sind und unseren Nächsten wie uns selbst, zu lieben. Darum müssen wir im Umgang mit Lehrfragen unbedingt dogmatisch sein – nicht barsch, sondern demütig, indem wir uns darum bemühen, zu verstehen, zu lehren und zu verteidigen, was der heilige und liebende Gott, der sein Leben für uns gegeben hat, über sich selbst offenbart hat

Weiter möchte ich den Artikel gar nicht kommentieren – die Aussagen sind es wert ernstgenommen zu werden, zu diskutieren und bzgl. unseres Lehrverhaltens zu reflektieren.