Evangelische Allianz: Ehe als gute Stiftung Gottes

Die evangelische Allianz Deutschland hat eine Stellungnahme zu Ehe und Homosexualität veröffentlicht. Die vom Hauptvorstand herausgegebene Stellungnahme kann hier heruntergeladen werden.

Auszüge:

Die Frage nach der Bewertung von Homosexualität wollen wir – wie andere ethische und theologische Fragen – auf der Grundlage der Heiligen Schrift klären. Sie ist für uns das geschriebene Wort Gottes und verbindlicher Maßstab in allen Fragen des christlichen Glaubens und der Lebensführung[…]

Daraus ziehen wir die Schlussfolgerung, dass homosexuelle Partnerschaften der Ehe nicht gleichgestellt werden können. Mit denjenigen, die in Bezug auf Homosexualität anders denken, bleiben wir im Dialog. Dass auch christliche Gemeinden vielfach durch Hartherzigkeit, Arroganz und verurteilendes Verhalten Homosexuellen gegenüber schuldig geworden sind, wird nicht verschwiegen und als Schuld bekannt.

Das Nashville Statement in Deutsch

Bereits im August hab ich hier auf das Nashville Statement hingewiesen.
Nun wurde es von Evangelium 21 offiziell in die deutsche Sprache übersetzt.
Hier kann es heruntergeladen werden.
Als Vorgeschmack auf den Inhalt zwei Thesen der Nashville Erklärung:

Artikel 2
Wir bekräftigen, dass Gottes offenbarter Wille für alle Menschen Keuschheit außerhalb der Ehe und Treue innerhalb der Ehe vorsieht. Wir verwerfen, dass irgendwelche Gefühle, Begehren oder
Verpflichtungen jemals Geschlechtsverkehr oder andere Formen der sexuellen Unmoral vor oder außerhalb der Ehe rechtfertigen dürfen.
Artikel 3
Wir bekräftigen, dass Gott Adam und Eva, die ersten Menschen, nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Sie sind als Personen vor Gott gleichwertig, aber als Mann und Frau verschieden. Wir verwerfen, dass die göttlich bestimmten Unterschiede zwischen Mann und Frau ungleiche Würde oder Wert bedeuten sollen.

E21 schreibt über das Nashville Statement unter Anderem Folgendes: Continue reading „Das Nashville Statement in Deutsch“

„Was nun, Kirche?“ Eine Rezension

Rezension zu Ulrich Parzany, WAS NUN, KIRCHE? Holzgerlingen: SCM-Hänssler, 2017.

Ein Mann wie Ulrich Parzany findet Gehör. Lange Zeit war er das Aushängeschild für Evangelisation, durch seine Arbeit mit ProChrist.
Er ist ein Mann der von verschiedenen Seiten Kritik hat einstecken müssen. Früher war er traditionellen Gemeinden zu progressiv, heute ist er progressiven Evangelikalen zu konservativ. Seine Positionen waren dagegen klar und deutlich, Angst vor der Meinung Anderer war ihm nicht anzumerken.
Nachdem er mit Anderen das Netzwerk Bibel und Bekenntnis gründete, ist im Juli sein neues Buch erschienen.

Parzanys Buch ist eine Art Krisenbericht. Dennoch möchte Parzany mit seinem Buch zuerst Mut in schwierigen Zeiten machen. Er schreibt gegen seine eigene Resignation und gegen die der Anderen.  Er möchte auch nicht zu Problemen schweigen, da er der Ansicht ist, so würde das Problematische nur gefördert werden.

Zum Inhalt des Buches
Das Buch ist in vier Teile gegliedert.
Zuerst legt Parzany seine Grundüberzeugen zur Lehre der Kirche dar; welche Kennzeichen eine Kirche/Gemeinde ausmacht, wie der Glaube beginnt u.v.m.
Im zweiten Teil beginnt seine Schadenmeldung, die Feststellung der aktuellen Probleme.
Parzany beschreibt, wie reich die Kirche an Geld und wie arm sie an Gottesdienstbesuchern ist. Im Kern sieht er diese Krise als eine Verkündigungskrise, weil, so Parzany,  das Vertrauen in die Autorität der Bibel verschwunden ist. Er schreibt, dass ein großer Teil der Pfarrerschaft, die Aussagen des Apostolischen Glaubensbekenntnisses nicht mehr für bare Münze nehmen.
Die Ursache für diese Krise sieht Parzany in der Bibelkritik. So schreibt er: „Der Verlust der Bindung an die Autorität der Bibel ist der Krebsschaden der Kirche“. In diesem Kapitel geht Parzany, in kurzen Zügen, auf die Ursachen der Bibelkritik ein und auf die Folgen die sie auf die Kirchen in Deutschland hat (sieh auch hier). So beklagt er die Demontage der Grundlagen, wie die der leiblichen Auferstehung Jesu, Christi stellvertretenden Sühnetod, oder der Jungfrauengeburt; aber auch ein pluralistisches Heilsverständnis und Entscheidungen in ethischen Fragen, welche nicht mit der Bibel übereinstimmen. Auch auf den oft fehlenden Aufruf zur Bekehrung geht Parzany ein. Er schreibt: „Eine Taufwiedergeburtslehre, die die Leute glauben macht, dass sie durch die Taufe das Heil geschenkt bekommen, auch wenn sie nicht umkehren und Jesus nachfolgen, ist Betäubungsgift für die Gewissen. Und es ist eine Irrlehre.“
Für Freikirchler ist das Buch auch zu diesem Thema hilfreich zu lesen, da es zeigt welche Auswirkungen die Bibelkritik haben kann und wie notwendig es ist, als Denomination sich auf klare verbindliche Bekenntnisse zwecks der Glaubens-Grundlagen zu verständigen.
Im dritten Teil beschreibt Parzany, warum er dennoch in der Kirche ist, welche Chancen Landeskirchliche Gemeinschaften und Freikirchen haben und wie auch innerhalb von Landeskirchen Profilgemeinden entstehen können. Ausgehend von Luthers „Vorrede zur deutschen Messe“ (siehe auch hier) beschreibt er die Möglichkeit der Kleingruppenarbeit.
Auch geht Parzany darauf ein, wie notwendig es ist, dass Mitarbeiter an guten, bibeltreuen Ausbildungsstätten ausgebildet werden. In diesem Zusammenhang warnt Parzany auch evangelikale Seminare davor, nicht aufgrund der staatlichen Anerkennung, die Autorität der Bibel fallen zu lassen. Er ermutigt zur Fürbitte und schreibt: „Wenn sie das Bekenntnis zur Autorität der Bibel als Wort Gottes auf dem Altar der Anerkennung als Hochschule opfern, wird der Schaden unabsehbar sein.“
Im letzten Teil schreibt Parzany über die Hoffnung der lebendigen Gemeinden; über die Notwendigkeit von Mission und über Gegenwind in der Arbeit für Gottes Reich. Gerhard Maier wird zum Thema Verführung zitiert: „Verführung ist für die Gemeinde gefährlicher als Verfolgung. Verfolgung eint die Gemeinde. Verführung spaltet sie. Verfolgung lässt das Echte hervortreten, Verführung das Unechte triumphieren.“
Parzany schließt das Buch mit dem Wunsch nach Freimut in einer pluralistischen Gesellschaft und innerhalb der Kirche. Freimut Gott gegenüber und in der Verkündigung von seinem Wort.

Fazit
Parzanys Buch liest sich wie ein Diagnosebericht eines Arztes, dem sein Patient sehr nahe steht. Aus dem Buch heraus liest sich der Schmerz über Fehlentwicklungen und großen Krisen. Parzany tritt hier nicht als ein „Leisetreter“ auf, sondern er legt den Finger in die Wunden. Diese Direktheit mag einige verärgern, sie kann aber auch heilsam sein. Scharfe Vorwürfe gegen seine Person, wie sie von manch einem Leser kam, sind unangebracht. Interessant ist die Entwicklung, dass Parzany oft sehr scharf für Positionen angegriffen wird, die früher die völlig normale Sichtweise bei evangelikalen / evangelischen Gemeinden und Kirchen waren.
Das Buch ist ein Weckruf eines verdienten Mann Gottes. Es ist auch für Freikirchler sehr lesenswert.
Ich wünsche dem Buch eine weite Verbreitung!

Dieser Artikel basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir der SCM-Hänssler Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Die Rückkehr Schleiermachers – #Parzany

In seinem Buch Was nun, Kirche? beklagt Ulrich Parzany u.a. die Infragestellung der Autorität der Bibel.
Er führt dies auch auf Schleiermacher zurück und vergleicht ihn, im Kontrast, mit Karl Barth.
So habe Schleiermacher in seinem Buch „Reden über Religion – An die Gebildeten unter ihren Verächtern“ beschrieben, dass der Glaube ein Gefühl sei, welcher unabhängig von Natur und Geschichte ist. Somit sei er von den Fakten unabhängig.
Im Gegensatz dazu war bei Karl Barth die Offenbarung Gottes in Christus, die einzige Grundlage für den Glauben, die Kirche und die Theologie.
So war für Barth das leere Grab Jesu oder die Jungfrauengeburt eine notwendige Zeichenhandlung Gottes.
Über die aktuelle Situation schreibt Parzany:

Aber inzwischen ist Schleiermacher in vielen Verkleidungen wieder in Mode. Wie wirkt sich das aus?
Im Theologiestudium lernt man, die biblischen Texte historisch-kritisch auseinanderzunehmen. Je nach Lehrer ist auf mehr oder weniger von den biblischen Aussagen historisch Verlass. Man lernt aber zugleich, dass es gar nicht darauf ankomme, ob Jesus tatsächlich von der Jungfrau Maria geboren sei, ob er Wunder getan habe, dies oder jenes Wort wirklich gesagt habe, vom Tod leiblich auferstanden sei, sodass sein Grab leer war. In diesen Berichten drücke sich Glaube und Hoffnung der Erzähler aus. Und diese Erzählungen wollten uns sozusagen anstecken oder herausfordern, ähnlich zu glauben und zu hoffen. […] Auf diese Weise lernen Theologen, kritische Demontage der Bibeltexte und erbaulich fromme Deutung miteinander zu verbinden.

Ob dies nicht auch eine Herausforderung für evangelikal geprägte Gemeinden ist?

Was ist evangelikal?

Was bedeutet „evangelikal“? Welche Kirche oder welcher Christ sollte so bezeichnet werden?
Ein gelungener Podcast dazu gibt es von „Hart aber herzlich“:

Hat der Begriff Evangelikal ausgedient?

Rettet die Kirche: Schafft die Kirchensteuer ab

Der einzige Anglikaner im Hauptvorstand der Evangelischen Allianz Deutschland, Martin Reakes-Williams, ist der Ansicht, dass die Abschaffung der Kirchensteuer die evangelischen Kirchen retten kann.

Idea berichtet:

Ihm zufolge kommt die Kirche von England gut ohne Kirchensteuer aus. Die Gemeinden lebten von Spenden und von den Menschen, deren Herzen vom Evangelium berührt seien. In Deutschland würden viele Gemeinden nur von der Kirchensteuer am Leben gehalten. Wenn sie wegfiele, würde man merken, dass viele Gemeinden geistlich längst tot seien. Reakes-Williams: „Manchmal scheint es mir, dass die Kirchen in Deutschland wie ein Patient auf der Intensivstation sind.“ Es bestehe ein großer Unterschied zwischen dem noch volkskirchlich geprägten Westen und dem weitgehend atheistisch geprägten Osten. Die Kirchen in der ehemaligen DDR hätten die große Chance, für den Westen Pionierarbeit zu leisten. Dort „müssen die Kirchen gezwungenermaßen darüber nachdenken, wie sie das Evangelium wieder unter die Menschen bringen können“.[…]

Nach Worten von Reakes-Williams sind die Deutschen „Weltmeister in Sachen Gründlichkeit“. Dadurch seien sie fähig, große Projekte durchzusetzen. Die Evangelisation proChrist sei ein Paradebeispiel dafür. Allerdings frage er sich, ob die theologisch konservativen Protestanten – die Pietisten – noch daran glaubten, dass das Wort Gottes die Kraft des Heiligen Geistes habe. Dies habe er in England erlebt. Wer in Deutschland aufgewachsen sei, dem falle es in der Regel schwerer, dieses Urvertrauen zu haben, weil es hier nicht so viele positive Beispiele gebe.

Siehe zu hierzu auch Peter Hahnes Kritik an der Kirchensteuer (Idea) und das Buch Rettet die Kirche. Schafft die Kirchensteuer ab.

 

Evangelikale Heiden?

Wayne Grudem stellt in seiner Biblischen Dogmatik eine definitiv provokante These auf.  Er schreibt von einer Gefahr von „unbekehrten Evangelikalen“. Auf der einen Seite provozieren diese Äußerungen, auf der anderen regen sie auch zum nachdenken an. Ausgehend von der Lehre der Unverlierbarkeit der Errettung schreibt er:

Obwohl ein echter Christ, der sündigt, seine Rechtfertigung oder Adoption vor Gott nicht verliert […], muss eine klare Warnung ausgesprochen werden, dass die bloße Zugehörigkeit zu einer evangelikalen Gemeinde und äußerliche Anpassung an akzeptierte „christliche“ Verhaltensmuster die Errettung nicht garantiert. Insbesondere in Gesellschaften und Kulturen, wo es leicht vorkommt (oder sogar erwartet wird), dass Menschen bekennen, Christen zu sein, besteht eine realistische Möglichkeit, dass manche sich der Gemeinde anschließen, die keine echte Wiedergeburt erlebt haben. Wenn solche Leute dann in ihrer Lebensweise Christus immer mehr ungehorsam werden, sollten sie nicht mit trügerischer Selbstgefälligkeit beschwichtigt werden, indem ihnen versichert wird, dass sie ja immer noch die Rechtfertigung oder die Adoption in die Familie Gottes hätten. Eine konsequente Lebensweise des Ungehorsams gegen Christus, verbunden mit einem Mangel der Elemente der Frucht des Heiligen Geistes, die in Liebe, Freude, Friede, usw. besteht (siehe Gal 5,22-23), ist ein Warnsignal dafür, dass die Person innerlich wahrscheinlich kein wahrer Christ ist, dass vom Anfang her wahrscheinlich kein echter Herzensglaube und kein Werk des Heiligen Geistes mit der Wiedergeburt vorhanden war.

 

Netzwerk Bibel und Bekenntnis – Zwischenbilanz

Das Netzwerk Bibel und Bekenntnis wird ein Jahr alt. Ulrich Parzany zieht auf ihrer Seite eine Zwischenbilanz:

Wir hatten die zuständigen Gremien des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes und der Deutschen Evangelischen Allianz aufgefordert, zu Irritationen klärend Stellung zu beziehen und um gemeinsame Gespräche gebeten. Sehr schnell wurde dem entsprochen. Es gab einige erfreuliche Klärungen. Die Gnadauer Mitgliederversammlung beschloss am 19.2.2016 eine klare Position bezüglich gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, ließ aber im Blick auf die Schriftauslegung einiges offen: „Gleichwohl gibt es einige unter uns, die an dieser Stelle eine andere exegetische Einsicht haben oder die aus dem gleichen exegetischen Befund andere Schlussfolgerungen ziehen.“ Allerdings schrieben einige große Gemeinschaftsverbände nach der Mitliederversammlung an ihre Mitglieder, dass sie sich uneingeschränkt zur Autorität der Bibel als Wort Gottes bekennen.

Die Evangelische Allianz bestätigte ihre klare Position zur praktizierten Homosexualität von 2009. Der Hauptvorstand befindet sich in einem Prozess der erneuten Klärung über das Selbstverständnis der Deutschen Evangelischen Allianz. […]

Im Blick auf die Landeskirchen haben wir nichts erreicht. Einige Landeskirchen haben in Sachen Segnung und Trauung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften Beschlüsse gegen Bibel und Bekenntnis gefasst. Auf die biblisch-theologisch begründeten Widersprüche nahmen sie keine Rücksicht. Die Mehrheiten erlaubten den Synoden und Kirchenleitungen diese Rücksichtslosigkeit. Die Kirchenleitungen setzen darauf, dass die widersprechenden Minderheiten ermüden und aufgeben werden. Kirchenaustritte interessieren sie nicht, weil sie finanziell ohne Bedeutung für sie sind.

Neues aus der Allianz

Es ist nun offiziell, ein neue Nachfolger für das Amt des Allianzvorsitzenden ist gefunden. Ekkehart Vetter, der Präses des Mühlheimer Verbands.
Hier ein Auszug eines Idea-Artikels welcher einige Sichtweisen deutlich macht:

Nach Vetters Worten sollten Evangelikale „bei Jesus sein, das heißt, Menschen in Liebe und in Wahrheit begegnen, egal ob sie hier geboren sind oder beispielsweise als Geflüchtete zu uns kommen“.
Evangelikale Christen sollten der Öffentlichkeit zeigen, „dass wir etwas Gutes anzubieten haben“. Zugleich zeigte sich Vetter überzeugt, dass in einer säkularisierten Gesellschaft nicht alle theologischen Überzeugungen der Evangelischen Allianz mehrheitsfähig seien. Dazu gehöre die Ansicht, dass praktizierte Homosexualität – ebenso wie andere Formen der außerehelichen Sexualität – nicht mit der biblischen Ethik vereinbar seien. Auf den Einwand, Jesus habe sich nicht zur Homosexualität geäußert, sagte Vetter: „Die allererste Aussage Gottes über die Menschen, nämlich dass sie als Mann und Frau einander zugeordnet Gottesebenbildlichkeit besitzen, ist nun wahrlich nicht unerheblich für dieses Thema.“ Auch deshalb lehne man die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau ab.

Buch: Gottes Wort gilt

Nachdem die Evangelische Allianz in Deutschland eine ihrer größeren Krisen hatte (siehe auch hier), wird jetzt ein Buch herausgegeben, dass die Wurzel dieser Kriese behandelt. Die Frage nach dem Wort Gottes.
Herausgegeben wird es von Ulrich Parzany. Es ist die Programmschrift des Netzwerks Bibel und Bekenntnis.
Auf ihrer Seite schreiben sie Folgendes dazu:

Anfang 2016 hat sich das „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ gebildet. Die Mitglieder treten für die Gültigkeit der Bibel als Wort Gottes ein. Bisher wurden Stellungnahmen zu den aktuell strittigen Themen vor allem auf dieser Internetseite veröffentlicht. Mit dem neuen Buch wollen wir die digitale Kluft überwinden und auch die engagierten Christen informieren und motivieren, die das Internet nicht nutzen. In diesem Buch sind Texte zusammengestellt, die zeigen, wofür das Netzwerk eintritt und mit welchen Begründungen. Das Buch richtet sich an Christen aus Landeskirchen, landeskirchlichen Gemeinschaften und Freikirchen – an Kirchengemeinderäte, Presbyter, Gemeinschaftsleiter, Älteste, Pfarrer, Pastoren. Es soll orientieren und wachrütteln.

Durch Spenden der Mitglieder konnte das Buch sehr preiswert gedruckt werden. Staffelpreise sollen eine weite Verbreitung ermöglichen. Bitte, sorgen Sie dafür, dass viele Christen diese Programmschrift lesen und weitergeben!

Inhalt des Buches:

  • Wozu dieses Buch?
  • „Gemeinsam widerstehen und Christen in den Auseinandersetzungen um Grundfragen des christlichen Glaubens Orientierung geben“ (Kommuniqué der Gründungsversammlung)
  • Ulrich Parzany: Warum wir öffentlich reden müssen
  • Rolf Hille: Die notwendige Taufe des Hermes – oder: Wie wir zu einer biblischen Hermeneutik kommen
  • Rolf Hille: Warum sich Bibellesen lohnt – Ein Anreiz, das Buch der Bücher aufzuschlagen
  • Postmodernes Denken auch in der Christenheit? – Interview mit Daniel von Wachter
  • Rolf Sons: Wenn Fundamente wegbrechen
  • Rolf Sons: Endzeitlich leben. Dem Anpassungsdruck widerstehen
  • Dirk Scheuermann: Stellungnahme zum Beschluss der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen zur „Öffentlichen Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren“ vom 20. November 2014
  • Gerrit Hohage: Sagt die Bibel etwas zu heutiger Homosexualität?
  • Mario Wahnschaffe: Homosexuelle Beziehungen in der Antike
  • Ulrich Parzany: 7000 beugten ihre Knie nicht vor Baal!
  • Gemeinsame Erklärung von Verbänden, Hauptamtlichen und Ältestenkreisen zum Beschluss der Badischen Landessynode zur Trauung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften
  • Ulrich Parzany: Bill Hybels – ein Vorbild: Homosexuell empfindende Gemeindeglieder in der Willow Creek Gemeinde, Chicago
  • Ulrich Parzany: Die geistliche Verführung ist gefährlicher als die Verfolgung
  • Bücher, die wir dringend empfehlen

Einige Evangelikale und Trump

Der Deutschlandfunk berichtet von (tragischen) Verbindungen von Trump und einigen (zu vielen) Evangelikalen im US-Wahlkampf.
Ich bin sicher, dass viele Beispiele nicht auf seriöse Evangelikale zutrifft, peinlich ist es dennoch.
Hier kann die Sendung nachgehört werden:

Bibelkritik bei Evangelikalen und Postevangelikalen

Heute bin ich auf einen Beitrag von Holger Lahayne gestoßen. Er bespricht einen Vortrag von Siegfried Zimmer.
Es ist zugegebenermaßen nicht das erste mal, dass ich hier etwas zu Zimmer poste (sieh hier). Viele seiner Vorträge habe ich gehört und auffallend ist m.E., dass er sehr großen Wert darauf legt, die Evangelikalen zu beeinflussen, oder genauer auch die progressiven Kräfte, bei Evangelikalen zu stärken (so im Hossa-Talk Gespräch). Aber genug der Vorrede, hier einige Ausschnitte aus dem Beitrag Krebsverdacht, es sei empfohlen das Orginal durchzulesen.

Gleich in der ersten Viertelstunde mangelt es nicht an Kritik der „konservativen“ theologischen Blickrichtung – Zimmer Ausdruck für den evangelikalen Hauptstrom. „Die moderne Bibelwissenschaft ist nicht konservativ“, stellt Zimmer recht kategorisch fest, um gleich darauf dennoch zu präzisieren: nur eine Minderheit der theologischen Gelehrten ist konservativ und will Dinge „zurückdrehen“. Er selbst habe sich zum Glück aus diesem „Korsett“ des konservativen Denkens herausentwickelt.
[…]
Zimmer tut so, als wollten diese Frommen das erste Jahrhundert kopieren bzw. 1:1 abbilden. Was Christen schon immer taten und bis heute tun, ist die Anwendung der biblischen Normen, Prinzipien, Vorgaben usw. in unserer Zeit. Zimmer reißt hier Gräben auf, die so gar nicht existieren. Auch evangelikale Theologie berücksichtigt natürlich den historischen Wandel! So ist das Verhältnis von Mann und Frau heute zweifellos ein anderes als in der Antike. Der Knackpunkt ist dabei einfach dieser: Gibt es in der Bibel Normen, die mit Autorität an uns herantreten? Hier einfach den historischen Wandel aus dem Zylinder zu ziehen, hilft nicht weiter. Das Eheleben hat sich so gewandelt, dass in vielen modernen Gesellschaften jede zweite Ehe geschieden wird. Dies ist in Theologie und Ethik, Predigt und Seelsorge natürlich zu berücksichtigen. Aber noch immer lehren und verkündigen die Christen, dass Gott – laut Bibel – will, dass Mann und Frau ein Leben lang zusammenbleiben. Würde Zimmer so jemand nun „das ist wohl granatendoof!“ entgegenschleudern?
[…] Continue reading „Bibelkritik bei Evangelikalen und Postevangelikalen“

Die Anpassung der Evangelikalen

Mein ehmaliger Lehrer Armin Mauerhofer, wurde von Idea interviewt.
Er redet mit Idea über die Lage der Freikirchen, die historisch-kritische Methode  und die Anpassung der Freikirchen:

Es sind in der Theologie zwei Systeme, die aufeinanderprallen. Hier die ganz klare bibeltreue Haltung, dort die historisch-kritische Methode. Ich hatte im Studium in Bern den Eindruck, dass man sehr oft aneinander vorbeiredete. Ich habe von der Bibel her argumentiert und die Dozenten haben von der historisch-kritischen Methode herkommend die Bibel und damit das, was ich sagte, in Frage gestellt. Ich war nicht bereit, diese Methode zu akzeptieren und stand demzufolge ausserhalb des vorgegebenen Denkrahmens. […]

Ich habe Angst, dass die Evangelikalen statt die Auseinandersetzung die Anpassung suchen. Man sucht die Anpassung etwa in den Fragen des Frauenpastorats, der Homosexualität, des vorehelichen Geschlechtsverkehrs, der Scheidung und Wiederheirat. Die Bibel vertritt in all diesen Bereichen klare Standpunkte. Die Evangelikalen passen sich aber immer mehr an. Wenn ich zum Beispiel im Bereich des Frauenpastorats nach wie vor die Auseinandersetzung suche, werde ich verachtet. Man gibt mir zu verstehen, dass ich ein „Ewig-Gestriger“ sei.

Diener, Evangelikale und das Interview

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Vorab
das Ziel meines Beitrages beschäftigt sich nicht in erster Linie mit der Personen Michael Dieners, sondern mit den Aussagen die in diesem Interview gemacht wurden  und meine Sorgen bzgl. des Zustandes der evangelikalen Bewegung.

Zur Sachlage
Die Wochenzeitung Die Welt hat den Vorsitzenden der Evangelischen Allianz Deutschland, Michael Diener interviewt. In dem Interview ging es um Mission, den Pietismus und auch um Homosexualität (wem wundert es?)

Positiv ist:
Michael Diener vertritt auch in der EKD die Auffassung von den Evangelikalen, dass Mission an Alle gerichtet ist und somit Juden und Muslime miteinschließt. Dies ist eine gute und wichtige Positionierung, vielen Dank Herr Diener!
Auch ermahnt Diener uns Evangelikale, dass wir uns an die eigene Nase fassen müssen. Er kritisiert, dass die sexuelle Ethik hochgehalten wird, aber üble Nachrede und andere schlechten Dinge toleriert werden.

Bedenklich stimmt:
Seine Ansicht zur Homosexualität ist Folgende:
„Ich vermag aus der Heiligen Schrift nicht herauszulesen, dass es einen Auftrag an die Kirche zur Segnung homosexueller Beziehungen und deren Gleichstellung mit der Ehe von Mann und Frau gäbe.“ Das ist eindeutig: Für die in fast allen evangelischen Landeskirchen praktizierten Segnungs- oder Trauungsgottesdienste bei Homosexuellen sieht er keinen Anhaltspunkt in der Bibel. Da sei er „klassisch konservativ“. (Welt online)
Weiter vertritt er aber auch folgende Ansicht:
Als Pfarrer habe ich gelernt, anzuerkennen, dass Menschen bei dieser Frage die Bibel anders lesen. Diese Brüder und Schwestern sind mir genauso wichtig wie diejenigen, die meine Meinung teilen.“ Und das gelte auch „für Pfarrerinnen und Pfarrer, die ihre Homosexualität geistlich für sich geklärt haben und sich von Gott nicht zur Aufgabe dieser Prägung aufgefordert sehen“. (Welt online)
Heute wurde Diener von Pro-Medienmagazin hierzu noch interviewt.
Hierbei äußert er seine Zustimmung, dass praktizierende Homosexuelle in der Gemeinde mitarbeiten. Er fordert in dieser Frage Pluralität und das Nebeneinander verschiedener Auffassungen zur Homosexualität.

Meine Anfragen hierzu sind Folgende:
1. Um Homosexualität als auszulebende Form der Sexualität gutzuheißen brauchen wir ein anderes Schriftverständnis und ein anderes Verständnis von Wahrheit (vgl. Hempelmann hierzu). Wie ist hierzu die Stellungnahme Dieners und der EAD?

2. Bekommen wir so nicht eine Ethik der Beliebigkeit? Basierend auf der postmodernen Wahrheitsvorstellung werden so Aussagen der Schrift, welche an Eindeutigkeit nicht zu widerlegen sind, in Zweifel gezogen. Die Bibel gibt keinen Hinweise darauf, dass Homosexualität ausgelebt werden darf. Im Gegenteil. Dies kann man nicht als kulturelle Einzelfallentscheidung abtun. Ansonsten können wir die ganze Bibel relativieren.

3. Diener vertritt die Ansicht, dass Homosexualität nicht von der Schrift gedeckt ist. Aber er fordert Pluralität in dieser Frage. Ist dies nicht viel mehr die Scheu vor klaren Aussagen? Wenn wir als Evangelikale in die Beliebigkeit uns fallen lassen, verlieren wir wie das Salz seine Kraft. Wir müssen viel mehr die Fahne der Bibel in allen Bereichen hochhalten. Herr Diener, ich wünsche mir von ihnen den Mut auch hier die unbequeme Kante zu zeigen, nicht für mich, sondern aus Liebe zu Gott und seinem Wort!

4. Diener weist zu Recht darauf hin, dass andere Sünden wie Geiz nicht so verurteilt werden. Hierzu nur der Hinweis, dass die Bibel sexuelle Sünden sehr wohl sehr streng bewertet (vgl. 1Kor 6,12-20).

Ich persönlich bin sehr erstaunt und enttäuscht von den Aussagen von Herrn Diener. So repräsentiert er nicht das, für das wir Evangelikale stehen sollen. Die Frage, ob Herr Diener so die Evangelische Allianz mit der notwendigen Vollmacht ausfüllen kann, wird sicherlich diskutiert werden. Meine unmaßgebliche Unterstützung wird Herr Diener nicht haben.

Evangelikale und Homosexualität (2)

Das Thema der Homosexualität ist bei uns Evangelikalen ein heiß diskutiertes Thema (siehe hier).
Es ist nun bereits ein paar Tage her, aber auf der AfeT Tagung ging der Referent auch darauf ein, Idea berichtete Folgendes:

Deines ging auch auf das Thema Homosexualität ein. Nach seinen Worten sind etwa zwei Prozent der Bürger homosexuell. Die Kirche solle sich von der ideologischen Fixierung auf eine Randgruppe lösen und nicht mehr als zwei Prozent ihrer Energie auf diese Minderheit verwenden. Deines rechnet damit, dass die Diskussion um praktizierte Homosexualität nur der Beginn weiterer sexueller Debatten ist. So werde künftig auch die Zulässigkeit polyamoröser Partnerschaften (sexuelle Beziehungen zu mehr als einem Partner), Inzest (Sex zwischen Verwandten) und Zoophilie (Sex mit Tieren) diskutiert werden. Deines: „Es geht um die Verflüssigung jeglicher Geschlechternormen.“ Anstatt sich auf ein Geschlecht und einen Partner festlegen zu müssen, wolle der Mensch beliebig viele neue Rollen einnehmen können.

Auf dem Blog von Dave Jäggi habe ich folgende interessante Predigt über Homosexualität gefunden:

Tobias Teichen vom ICF München spricht zur Frage, „ob Gott ein Problem mit Homosexualität hat“. Hier geht es mehr um die Ethik des Umfeldes von schwulen und lesbischen Christen.

SWR 2 berichtete diesen Monat auch über die Evangelikalen, dabei kam dieses Thema auch vor, siehe hier.