Zitat der Woche: #Bonhoeffer

Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer schreibt Folgendes über ein Glauben der diakonisch tätig wird:

Es wäre eine Lästerung Gottes und des Nächsten, den Hungernden hungrig zu lassen, weil gerade des Nächsten Not Gott am nächsten sei. Um der Liebe Christi willen, die dem Hungernden gehört wie mir, brechen wir das Brot mit ihm, teilen wir die Wohnung. Wenn der Hungernde nicht zum Glauben kommt, fällt die Schuld die, die ihm das Brot verweigerten. Dem Hungernden Brot verschaffen ist die Wegbereitung für das Kommen der Gnade.

Evangelikale Heiden?

Wayne Grudem stellt in seiner Biblischen Dogmatik eine definitiv provokante These auf.  Er schreibt von einer Gefahr von „unbekehrten Evangelikalen“. Auf der einen Seite provozieren diese Äußerungen, auf der anderen regen sie auch zum nachdenken an. Ausgehend von der Lehre der Unverlierbarkeit der Errettung schreibt er:

Obwohl ein echter Christ, der sündigt, seine Rechtfertigung oder Adoption vor Gott nicht verliert […], muss eine klare Warnung ausgesprochen werden, dass die bloße Zugehörigkeit zu einer evangelikalen Gemeinde und äußerliche Anpassung an akzeptierte „christliche“ Verhaltensmuster die Errettung nicht garantiert. Insbesondere in Gesellschaften und Kulturen, wo es leicht vorkommt (oder sogar erwartet wird), dass Menschen bekennen, Christen zu sein, besteht eine realistische Möglichkeit, dass manche sich der Gemeinde anschließen, die keine echte Wiedergeburt erlebt haben. Wenn solche Leute dann in ihrer Lebensweise Christus immer mehr ungehorsam werden, sollten sie nicht mit trügerischer Selbstgefälligkeit beschwichtigt werden, indem ihnen versichert wird, dass sie ja immer noch die Rechtfertigung oder die Adoption in die Familie Gottes hätten. Eine konsequente Lebensweise des Ungehorsams gegen Christus, verbunden mit einem Mangel der Elemente der Frucht des Heiligen Geistes, die in Liebe, Freude, Friede, usw. besteht (siehe Gal 5,22-23), ist ein Warnsignal dafür, dass die Person innerlich wahrscheinlich kein wahrer Christ ist, dass vom Anfang her wahrscheinlich kein echter Herzensglaube und kein Werk des Heiligen Geistes mit der Wiedergeburt vorhanden war.

 

Luther lesen: Der dritte Gottesdienst-Weg

In seiner Vorrede zur deutschen Messe christian-1296370_1280schreibt Martin Luther Folgendes:

Aber die dritte Weise, in der die rechte Art der evangelischen Ordnung ergehen sollte, dürfte nicht so öffentlich auf dem Platz geschehen unter allerlei Volk. Sondern diejenigen, die mit Ernst Christen sein wollen und das Evangelium mit Tat und Wort bekennen, müssten sich namentlich einschreiben und irgendwo allein in einem Haus allein sich  versammeln zum Gebet, zum Lesen, zum Taufen, das Sakrament zu empfangen und andere christliche Werke auszuüben. In dieser Ordnung könnte man diejenigen, die sich nicht christlich verhalten, erkennen, tadeln, bessern, ausstoßen oder in den Bann tun nach der Regel Christi, Mt 18.

Das erinnert mich sehr stark an den Pietismus.
Luther Worte sollten uns zum Nachdenken bringen.

Quelle: Martin Luther Deutsch-Deutsche Studienausgabe

Was gegen die Angst vor Flüchtlingen hilft

Prof. Paul von Zulehner war an der TH Ewersbach und hat zu diesem Thema referiert.
Hier der Bericht von der TH:

Mit Prof. Paul M. Zulehner hatten wir einen der bekanntesten Religionssoziologen Europas bei uns zu Gast. In der öffentlichen Vorlesung am Nachmittag befasste sich Prof. Zulehner vor 90 Hörern mit der Frage „Welche Kirche braucht die Zukunft?“ Der Vortrag zur Flüchtlingsthematik am Abend war von 220 Zuhörern besucht.

Prof. Zulehner – Vorlesung am Nachmittag.mp3 (Einleitungsteil fehlt)

 

Prof. Zulehner – Abendvortrag.mp3

 

Westeuropa, so Zulehner, lebe spätestens seit der Finanzkrise in einer Kultur der Angst. Amerika sei schon mit den Anschlägen vom 11. September 2001 davon erfasst. Dagegen stehe der Kontinent der Hoffnung mit China, Indien und Japan – „das sind Menschen, die etwas erreichen wollen“ –, wobei diese Hoffnung auf die Bevölkerung, nicht aber auf die Regierungen zutreffe. In der arabischen Welt wiederum herrsche das Gefühl vor, vom reichen Westen gedemütigt zu werden.

In dieser politischen Großwetterlage habe die große Flüchtlingsbewegung eingesetzt und die bereits bestehenden Ängste weiter verstärkt. In einer Studie mit 3000 Befragten reagierten nur 26 Prozent mit Zuversicht auf diese Bewegung, 53 Prozent zeigten sich besorgt und 17 Prozent äußerten eine klare Ablehnung.

Es sind vor allem soziale Abstiegsängste, die Furcht vor sinkendem Wohlstand, zu dem nun die Angst komme, die Flüchtlinge könnten als billige Arbeitskräfte eine zusätzliche Konkurrenz bilden. Ergänzt werde dies durch biografische Ängste, etwa vor dem Tod oder dem Verlust eines Angehörigen. Die dritte Form von Angst sei die, zu kurz zu kommen. Das Leben werde als letzte Gelegenheit begriffen, die übersteigerte Suche nach dem Glück auf dieser Erde führe zu einem permanenten Konkurrenzdenken und einem hohen Zeitdruck.
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How to kill your Pastor

crime-64067Tyler Saldaña hat einen Beitrag veröffentlicht, wie man am besten seinen Pastor „killt“.

  1. Criticize them. Proverbs 18:21 tells us that our tongue has the power of life and death. Instead of encouraging your pastor who probably works more hours than any other person you know for far less compensation than they deserve, while carrying the mental and emotional burdens of all whom they shepherd, why not use your words to criticize every single thing that they do?
  2. Expect a lot from them. I recently walked into a position that, to be brief, has countless traditions and habits, some good and some not so good. For many leaders, these expectations can be overbearing, distracting and draining to say the least. I know many in ministry who have found these expectations to be unbearable and spiritually crushing. Instead of just expecting them to preach the bible, make disciples, shepherd and love people, why not quench your pastor’s passion, vision and creativity by expecting that they fill a hole that isn’t their size?
  3. Demand for him to be Jesus. If he isn’t perfect, crucify him. Oh wait, they did that to our perfect Jesus, too, didn’t they? The bottom line is this: demand him to be a sinless person. If they’re anything short of perfection, get rid of them.
  4. Voice your dissatisfactions to everyone. I’m pretty sure that James refers to this as gossip but it’s okay; it’ll be our little secret. Tell your kids over dinner. Share it with your friends at the coffee shop. Post it all over their Facebook. Start a small group that meets to discuss the dissatisfaction that each of you have with your pastor. The more people that you get involved, the more your pastor’s leadership will diminish.
  5. Make them work more hours than there are in a week. Countless early mornings and late nights, ministry meetings and events, retreats and camps. If you can think of any more ways to ensure that your pastor works more hours than the average full-time employee, do it.
  6. Pay them next to nothing. Require at minimum a bachelor’s and master’s degree from them, acquiring for them at least six figures in debt. Then, offer them a salary package that not only prohibits them from actually living in the city that you’ve asked them to minister in, but also forces them to struggle paying the debt that they accrued for themselves by seeking to meet your education requirements.
  7. Don’t give them a mentor. Every leader needs affirmation, development and accountability amongst others. Deprive them of that.
  8. Withhold grace. If they mess up, don’t treat them the way that God treats us. Scold them. Remind them how jacked up they are. Make sure they never forget their mistakes.
  9. Strip them from their families. God calls them to be spouses and parents before they are called to be pastors; make sure that their schedule interferes with every possible time that they could interact and spend time with their spouse and family. If they haven’t seen their spouse all week, make sure their calendar is full. If their kid has a soccer game or recital, make sure they’ve got a meeting.
  10. Don’t consider their feelings at all. Yes, they are created in God’s image. Yes, they are your sibling in Christ. But not, you shouldn’t treat them that way. Their feelings should have no value nor consideration when it comes to how you treat your pastor.