Das Nashville Statement in Deutsch

Bereits im August hab ich hier auf das Nashville Statement hingewiesen.
Nun wurde es von Evangelium 21 offiziell in die deutsche Sprache übersetzt.
Hier kann es heruntergeladen werden.
Als Vorgeschmack auf den Inhalt zwei Thesen der Nashville Erklärung:

Artikel 2
Wir bekräftigen, dass Gottes offenbarter Wille für alle Menschen Keuschheit außerhalb der Ehe und Treue innerhalb der Ehe vorsieht. Wir verwerfen, dass irgendwelche Gefühle, Begehren oder
Verpflichtungen jemals Geschlechtsverkehr oder andere Formen der sexuellen Unmoral vor oder außerhalb der Ehe rechtfertigen dürfen.
Artikel 3
Wir bekräftigen, dass Gott Adam und Eva, die ersten Menschen, nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Sie sind als Personen vor Gott gleichwertig, aber als Mann und Frau verschieden. Wir verwerfen, dass die göttlich bestimmten Unterschiede zwischen Mann und Frau ungleiche Würde oder Wert bedeuten sollen.

E21 schreibt über das Nashville Statement unter Anderem Folgendes:

Sexualität als Gabe für den Ehebund

Die Nashville Erklärung enthält 14 Artikel mit Bekräftigungen und Verwerfungen. Artikel 2 bekennt sich etwa zur Sexualität innerhalb der Ehe und verwirft, dass irgendein Begehren jemals Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe rechtfertigen dürfe. Der Artikel 8 bekräftigt, „dass Menschen, die sich vom gleichen Geschlecht sexuell angezogen fühlen, durch den Glauben an Jesus Christus ein reiches, fruchtbringendes und Gott wohlgefälliges Leben führen können, indem sie, wie es allen Christen geboten ist, in Reinheit leben“. Abgelehnt wird hingegen, dass die sexuelle Anziehung für das gleiche Geschlecht ein Bestandteil von Gottes ursprünglicher, guter Schöpfung sei.

Über 150 bekannte Erstunterzeichner

Zu den Erstunterzeichnern der Nashville Erklärung zählen mehr als 150 angesehene Theologen und Persönlichkeiten aus dem evangelikalen Lager, darunter J. I. Packer, Wayne Grudem, Albert Mohler, D. A. Carson, John Piper, Mark Dever, John MacArthur, R. C. Sproul oder Vaughan Roberts. Rosaria Butterfield, die sich einst als Literaturprofessorin zum Lesbianismus bekannte und heute Ehefrau eines Pfarrers ist, hat die Erklärung ebenfalls gezeichnet.

Protest und eine Gegenerklärung

„Christians United“, eine Organisation, die sich für die Integration von LGBTplus-Interessen in den christlichen Kirchen einsetzt, hatte am 30. August eine Gegenerklärung veröffentlicht (siehe http://www.christiansunitedstatement.org) und verneint darin, dass Gott beabsichtigt habe, die Sexualität innerhalb des Ehebundes zwischen einem Mann und einer Frau zu verorten. Zu den Unterzeichnern der Gegenerklärung gehört etwa der britische Baptistenpastor Steve Chalke, der aufgrund schwerwiegender Meinungsverschiedenheiten die Evangelische Allianz in Großbritannien verlassen musste.

Als eine Ergänzung und zur weiteren Diskussion sei noch auf Preston Sprinkle (Autor von People to be loved) hingewiesen.
Er kommentiert das Nashville Statement unter My Nashville Statement auf seinem Blog (Danke für den Hinweis 🙂 ). Er schreibt über seine Bedenken im Bezug auf die Erklärung und was er vermisst:

What’s perhaps most troubling about this statement—the 14 articles—is what’s missing. I have several quibbles and some disagreements with what’s actually stated. We’ll get to those below. But I’m more troubled by what’s missing than what’s actually stated. For instance, nowhere does it say:

  • WE AFFIRM that evangelicalism has not treated LGBT+ people with kindness, compassion, and relational delight. Rather, we have cultivated a culture of isolation, fear, and turned a blind eye to dehumanizing rhetoric, relationships toward our brothers and sisters wrestling with their faith, sexuality or gender identity.

  • WE AFFIRM that singling out LGBT+ people as particularly grievous sinners—while, for instance, a porn epidemic rages on in the church—is itself a horrifically hypocritical posture. And Jesus would have opened up the can on such pharisaical arrogance.

  • WE AFFIRM that Christians everywhere should confront any form of bullying toward LGBT+ people. The Church should be on the front lines against injustices committed against LGBT+ people who are created in God’s image.

  • WE DENY that gay or transgender jokes are acceptable Christian behavior and should be confronted by Christian leaders everywhere.

  • WE AFFIRM that the conversation about faith, sexuality and gender is just that—a conversation, and a complex one that cannot be summed up in bullet point conclusions.

  • WE AFFIRM that the evangelical aversion to singleness and it’s idolatry of marriage has created a horrible environment for the millions of single, gay, Christians pursuing celibacy in the church. One cannot flourish by just saying no to gay sex. We all must be able to say yes to love and intimacy, yet many (most? Almost all?) single, gay Christians have not experienced such intimacy and love in the church.

  • WE REPENT from creating a heteronormative church culture that inevitably ostracizes Christians wrestling with their sexuality or gender identity.

„Was nun, Kirche?“ Eine Rezension

Rezension zu Ulrich Parzany, WAS NUN, KIRCHE? Holzgerlingen: SCM-Hänssler, 2017.

Ein Mann wie Ulrich Parzany findet Gehör. Lange Zeit war er das Aushängeschild für Evangelisation, durch seine Arbeit mit ProChrist.
Er ist ein Mann der von verschiedenen Seiten Kritik hat einstecken müssen. Früher war er traditionellen Gemeinden zu progressiv, heute ist er progressiven Evangelikalen zu konservativ. Seine Positionen waren dagegen klar und deutlich, Angst vor der Meinung Anderer war ihm nicht anzumerken.
Nachdem er mit Anderen das Netzwerk Bibel und Bekenntnis gründete, ist im Juli sein neues Buch erschienen.

Parzanys Buch ist eine Art Krisenbericht. Dennoch möchte Parzany mit seinem Buch zuerst Mut in schwierigen Zeiten machen. Er schreibt gegen seine eigene Resignation und gegen die der Anderen.  Er möchte auch nicht zu Problemen schweigen, da er der Ansicht ist, so würde das Problematische nur gefördert werden.

Zum Inhalt des Buches
Das Buch ist in vier Teile gegliedert.
Zuerst legt Parzany seine Grundüberzeugen zur Lehre der Kirche dar; welche Kennzeichen eine Kirche/Gemeinde ausmacht, wie der Glaube beginnt u.v.m.
Im zweiten Teil beginnt seine Schadensmeldung, die Feststellung der aktuellen Probleme.
Parzany beschreibt, wie reich die Kirche an Geld und wie arm sie an Gottesdienstbesuchern ist. Im Kern sieht er diese Krise als eine Verkündigungskrise, weil, so Parzany,  das Vertrauen in die Autorität der Bibel verschwunden ist. Er schreibt, dass ein großer Teil der Pfarrerschaft, die Aussagen des Apostolischen Glaubensbekenntnisses nicht mehr für bare Münze nehmen.
Die Ursache für diese Krise sieht Parzany in der Bibelkritik. So schreibt er: „Der Verlust der Bindung an die Autorität der Bibel ist der Krebsschaden der Kirche“. In diesem Kapitel geht Parzany, in kurzen Zügen, auf die Ursachen der Bibelkritik ein und auf die Folgen die sie auf die Kirchen in Deutschland hat (sieh auch hier). So beklagt er die Demontage der Grundlagen, wie die der leiblichen Auferstehung Jesu, Christi stellvertretenden Sühnetod, oder der Jungfrauengeburt; aber auch ein pluralistisches Heilsverständnis und Entscheidungen in ethischen Fragen, welche nicht mit der Bibel übereinstimmen. Auch auf den oft fehlenden Aufruf zur Bekehrung geht Parzany ein. Er schreibt: „Eine Taufwiedergeburtslehre, die die Leute glauben macht, dass sie durch die Taufe das Heil geschenkt bekommen, auch wenn sie nicht umkehren und Jesus nachfolgen, ist Betäubungsgift für die Gewissen. Und es ist eine Irrlehre.“
Für Freikirchler ist das Buch auch zu diesem Thema hilfreich zu lesen, da es zeigt welche Auswirkungen die Bibelkritik haben kann und wie notwendig es ist, als Denomination sich auf klare verbindliche Bekenntnisse zwecks der Glaubens-Grundlagen zu verständigen.
Im dritten Teil beschreibt Parzany, warum er dennoch in der Kirche ist, welche Chancen Landeskirchliche Gemeinschaften und Freikirchen haben und wie auch innerhalb von Landeskirchen Profilgemeinden entstehen können. Ausgehend von Luthers „Vorrede zur deutschen Messe“ (siehe auch hier) beschreibt er die Möglichkeit der Kleingruppenarbeit.
Auch geht Parzany darauf ein, wie notwendig es ist, dass Mitarbeiter an guten, bibeltreuen Ausbildungsstätten ausgebildet werden. In diesem Zusammenhang warnt Parzany auch evangelikale Seminare davor, nicht aufgrund der staatlichen Anerkennung, die Autorität der Bibel fallen zu lassen. Er ermutigt zur Fürbitte und schreibt: „Wenn sie das Bekenntnis zur Autorität der Bibel als Wort Gottes auf dem Altar der Anerkennung als Hochschule opfern, wird der Schaden unabsehbar sein.“
Im letzten Teil schreibt Parzany über die Hoffnung der lebendigen Gemeinden; über die Notwendigkeit von Mission und über Gegenwind in der Arbeit für Gottes Reich. Gerhard Maier wird zum Thema Verführung zitiert: „Verführung ist für die Gemeinde gefährlicher als Verfolgung. Verfolgung eint die Gemeinde. Verführung spaltet sie. Verfolgung lässt das Echte hervortreten, Verführung das Unechte triumphieren.“
Parzany schließt das Buch mit dem Wunsch nach Freimut in einer pluralistischen Gesellschaft und innerhalb der Kirche. Freimut Gott gegenüber und in der Verkündigung von seinem Wort.

Fazit
Parzanys Buch liest sich wie ein Diagnosebericht eines Arztes, dem sein Patient sehr nahe steht. Aus dem Buch heraus liest sich der Schmerz über Fehlentwicklungen und großen Krisen. Parzany tritt hier nicht als ein „Leisetreter“ auf, sondern er legt den Finger in die Wunden. Diese Direktheit mag einige verärgern, sie kann aber auch heilsam sein. Scharfe Vorwürfe gegen seine Person, wie sie von manch einem Leser kam, sind unangebracht. Interessant ist die Entwicklung, dass Parzany oft sehr scharf für Positionen angegriffen wird, die früher die völlig normale Sichtweise bei evangelikalen / evangelischen Gemeinden und Kirchen waren.
Das Buch ist ein Weckruf eines verdienten Mann Gottes. Es ist auch für Freikirchler sehr lesenswert.
Ich wünsche dem Buch eine weite Verbreitung!

Dieser Artikel basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir der SCM-Hänssler Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Das Nashville Statement


In der USA haben führende Theologen das Nashville Statement“ verfasst und unterzeichnet.
Inhalt des Statment sind Fragen von Ehe und Familie, welche Ansichten sie bejahen und welche abgelehnt werden.
Die Thesen können hier eingesehen werden oder hier komplett heruntergeladen werden.
Unterzeichnet wurde es unter anderem von Albert Mohler Jr, Mark Dever, John MacArthur, Donald Carson und Wayne Grudem.
Eine nicht wirklich überraschende Kritik kam von Nadia Bolz-Weber (siehe hier).

Generation Beziehungsunfähig?

Ist die Generation Y beziehungsunfähig?
Welt online schreibt darüber, dass junge Menschen nicht mehr wissen, wie eine Beziehung geführt werden soll.
Sie zitieren auf einer Havard-Studie:
Große Zahlen von Teenagern und jungen Erwachsenen sind unvorbereitet für sorgende, dauerhafte romantische Beziehungen und haben Angst, sich darauf einzulassen.
Welt online kommentiert das folgendermaßen:
Dies lässt sich mit dem Alltag von jungen Menschen heutzutage vergleichen. Große Auswahl, aber wer sich für etwas entscheidet, riskiert die bessere Option auszulassen. Gar nicht erst einlassen scheint da konsequenter. Beispiel Dating-Apps. Wer sich dort tummelt, wischt schon mal gern in die Tausende. Oder behauptet es zumindest. Von „einlassen“ kann dabei keine Rede sein.
Das, was die Wissenschaftler als „dauerhafte romantische Beziehung“ bezeichnen, ist dabei nicht wirklich vorgesehen. Im Gegenteil. Dating läuft oft genug wie Schuhe bestellen: Man ist sich nicht so sicher, bestellt zur Not einfach mal alle und im Zweifel gehen sie dann auch alle wieder zurück.

Was nach fröhlichem Ungebundensein klingt, ist aber ein ziemlicher Beziehungs-Verhinderer, wie der Paartherapeut Christoph Uhl erklärt:
„Eine von Nähe, Vertrautheit, Verbindlichkeit getragene Beziehung passt da nicht rein, ist schlicht zu riskant und wird als zu arbeitsintensiv gefürchtet. Unsere Eltern und Großeltern haben noch etwas anderes erlebt, können uns nicht wirklich Tipps geben.“
[…]
Ganze 70 Prozent der 18- bis 25-Jährigen hatte dort [Anm. in der Studie] angegeben, sich von den Eltern mehr Unterstützung und mehr Informationen zum Thema Liebe und Beziehung zu wünschen.

Was kann gegen diese Beziehungsunfähigkeit getan werden?
Von meiner christlichen Prägung her schauend, möchte ich folgende Thesen aufstellen: Continue reading „Generation Beziehungsunfähig?“

Zitat der Woche: #Bonhoeffer

Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer schreibt Folgendes über ein Glauben der diakonisch tätig wird:

Es wäre eine Lästerung Gottes und des Nächsten, den Hungernden hungrig zu lassen, weil gerade des Nächsten Not Gott am nächsten sei. Um der Liebe Christi willen, die dem Hungernden gehört wie mir, brechen wir das Brot mit ihm, teilen wir die Wohnung. Wenn der Hungernde nicht zum Glauben kommt, fällt die Schuld die, die ihm das Brot verweigerten. Dem Hungernden Brot verschaffen ist die Wegbereitung für das Kommen der Gnade.

Sklavenhändler-Paradies Deutschland

Als Boko Haram im April 2014 200 Schülerinnen entführte, droht deren verrückter Chef, sie als Sexsklavinnen zu verkaufen. Damals dachte ich, dass sei sicher nicht so leicht. Wir haben doch keine Sklaverei mehr – oder doch?
Aber in Deutschland ist das doch bestimmt kein Problem. Wir sind doch schon so weit entwickelt.
Von wegen. Deutschland in ein Umschlagplatz für den Sklavenhandel in Europa.
Einer der Gründe ist, dass wir das idiotischste Prostitutionsgesetz haben, das man sich vorstellen kann. Wir schützen nicht die versklavten Frauen, wir schützen die Verbrecher, die sie verkaufen, täglich im Bordell vergewaltigen lassen – anders kann man das ja nicht nennen, die machen es ja nicht freiwillig und schaffen so die besten Voraussetzungen für die Menschenhändler.
Vor 2 Jahren habe ich in meinem Norwegen-Urlaub das Buch „Sklavenmarkt Europa“ gelesen. Geschrieben wurde es von einem Journalisten Michael Jürgs. Der Urlaub war zwar schön, aber das Buch hat für ziemliche Schockerlebnisse gesorgt. Mit Menschenhandel werden jährlich mehr Milliarden verdient als mit dem Drogenhandel. Frauen werden für ihr ganzes Leben kaputtgemacht. Die Verbrecher fangen an bereits in Kinderheimen nach ihrem Opfern zu suchen, sie locken Teenager mit falschen Versprechungen nach Europa. Die meisten ihrer Sklavinnen stammen aus Osteuropa und Nigeria. Und die Lebenserwartung dieser Sklavinnen liegt bei ca. 33 Jahren.
Ich verzichte bewusst darauf Details zu nennen. Als ich gelesen habe, wie diese Menschen gequält werden, sowohl von ihren Freiern als auch von den Sklavenhaltern, hab ich ein Brechreiz bekommen.
Das alles findet in Deutschland statt.
Es ist eine Schande für unser Land und für unsere Regierung, das sie soetwas zulässt.

Das ist übrigens nicht die einzige Form der Sklaverei in Deutschland. Bevor ich die theologische Laufbahn eingeschlagen habe, war ich noch bei einer Krankenkasse angestellt. Ich hatte mein Büro in einer Innenstadt. Regelmäßig habe ich dort Menschen aus Osteuropa betteln gesehen. Alle auf eine ähnliche Weise. Als ich das Buch Sklavenmarkt Europa gelesen habe, ging es auch darum. Menschen werden gerade aus Osteuropäischen Ländern hierhergebracht damit sie betteln. Das Geld bekommen nicht sie, sie müssen es abgeben. Oder sie werden zum stehlen gezwungen und wer von ihnen nicht genug zusammenbekommt, dessen Körper wird auf dem Straßenstrich verkauft.

Zum Glück wird niemand an Gott vorbei kommen.
Können wir überhaupt etwas tun? Kann ein Einzelner etwas machen, oder wir als Gemeinde, oder als Christenheit in Deutschland, z.B. als Evangelische Allianz? Können wir der Regierung, verzeihung so in den Hintern treten, dass sie diese Gesetze ändert, Prostitution verbietet, die Frauen befreit, die Händler einsperrt und Freier bestraft, wie es z.B. schon in Skandinavien läuft?
Ich habe nicht die Antwort.
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Wenn Flüchtlinge Christen werden

Das Erste veröffentlichte einen Beitrag mit dem Titel Abschied vom Islam – Wenn Flüchtlinge Christen werden.

„Halleluja!“, will er rufen, doch seine Stimme versagt – vor Rührung und Freude und weil das Wasser des Hamburger Stadtparksees so kalt ist. Gerade wurde Ramin getauft, ein junger Afghane, geboren als Muslim. Jetzt ist er Christ. In seiner Heimat kann ihm dafür der Tod drohen. Doch nicht nur Ramin ist entschlossen: 80 weitere ganz in weiß gekleidete Täuflinge warten am Ufer darauf, dass sie endlich in den See eintauchen und mit ihrem alten Leben abschließen können.[…]

Mehrere hundert Flüchtlinge will Pastor Albert Babajan von der persischsprachigen Pfingstgemeinde in diesem Jahr taufen. Taufen gibt es nicht nur in den Freikirchen. Auch landeskirchliche Gemeinden melden, dass immer mehr Flüchtlinge um die Taufe bitten. Eine Entscheidung mit ernsthaften Konsequenzen

Buchbesprechung: Überrascht von der Bibel

1463054058-342824Vorab: Mein Verhältnis zu N.T. Wright ist nicht ganz einfach. Auf der einen Seite habe ich die letzten Jahre sämtliche Bücher, Artikel und Kommentare, ganz oder teilweise von ihm gelesen. Gleichzeitig gehöre ich zu dennen, die einige Aspekte seiner Theologie kritisch hinterfragen und einige seiner Thesen (z.B. die NPP) in weiten Teilen ablehnen.
Trotz all dessen muss ich bekennen, dass seine Bücher mich immer wieder faszinieren. Der Grund ist, dass Wright es schafft Denkmodelle, die in der modernen Bibelwissenschaft unreflektiert vorausgesetzt werden, begründet zu hinterfragen, traditionelle Ansichten auf ihre „Bibelfestigkeit“ prüft und mich als Evangelikalen theologisch herausfordert und zum Nachdenken anregt.
Aber genug der Vorbemerkungen! Das Buch ruft, wir wollen sehen wie Wright von der Bibel überrascht wurde!

Wer sich ein homogenes Buch gewünscht hat, der wird enttäuscht.
Wright hat nicht den Anspruch ein einheitliches Buch vorzulegen. Es ist vielmehr die Sammlung verschiedener Aufsätze. Teilweise überschneiden sich die Themen, aber nur teilweise.
Wright beginnt mit Themen über Wissenschaft, Schöpfung und dem historischen Adam. Er kommt auf das Thema der Frauenordination zu sprechen, auf Fragen der Endzeit, auf das Böse in der Welt und auf die Zeitepoche der Moderne. Jedes dieser Themen behandelt er einzeln.
Da alle Kapitel in sich selbst geschlossen sind, ist die Bewertung auch davon abhängig.
Ich möchte drei Kapitel hervorheben, die ich als am lesenswertesten kennzeichnen möchte.

Platz 1: Wie die Bibel die moderne Welt versteht
Hier schafft Wright es, die Denkrichtung, die seit der Aufklärung unsere Gesellschaft, aber auch die Apolegetik prägt im Epikurismus zu verorten und zu „entschleiern“. Er schafft es auf eine großartige Weise die negative Abhängigkeit mit ihren Vorentscheidungen einem vor Augen zu führen (siehe auch diesen Beitrag).
Platz 2: Jesus kommt wieder – pflanze einen Baum!
Endzeit! Ein Reizthema. Ein Thema voller Spekulationen.
Man muss in diesem Kapitel nicht in allen Punkten mit Wright einig sein.
Lesenswert bleibt es alle male. Er zeigt viele nachdenkenswerte Ansichten zum Thema Entrückung, über den Neuen Himmel und die Neue Erde, sowie über die Schöpfung auf. Ein Beitrag der motiviert, weiter zu forschen, diskutieren und sich überraschen zu lassen.
Platz 3: Der 11. September, Tsunamis und das neue Problem des Bösen
Wie kann ein guter Gott Leid zulassen…
Der Fels des Atheismus. Wright geht von einer ganz anderen Seite heran. Er sieht die bisherige Diskussion als zu stark von „falschen“ Denkrahmen geprägt.
Seine Antwort, oder sein Antwortversuch, geht eine andere Richtung. Wright antwortet mit dem Kreuz. Irgendwie erinnert es mich an Moltmanns „Der gekreuzigte Gott„, aber nur irgendwie. Das Kapitel lohnt es sich zu lesen!

Zu den anderen Kapiteln möchte ich nicht viel schreiben. Ein Bild kann sich jeder Leser selbst von ihnen machen.

Diese Buchbesprechung basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir der Francke-Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Legal, egal, … – Dogma und Wahrheit?

etc-682613_1280Mit der Überschrift „Die Häresie der Gleichgültigkeit“ erschien bei E21 ein Artikel von Burk Parsons in dem u.a. diese Zeilen zu finden sind:

Wenn mir Menschen sagen, sie lieben Jesus aber haben es nicht so mit der Lehre, dann antworte ich ihnen: Wer die Lehre nicht liebt, der liebt auch Jesus nicht. Wir können Jesus nicht fernab von der rechten Glaubenslehre erkennen und deshalb können wir Gott auch nicht lieben, wenn wir ihn nicht erkannt haben. Der Weg zur wahren Gotteserkenntnis führt über die Auseinandersetzung mit seinem Wort. Geistliche Lehre stammt von Gott; lehrt uns über Gott und führt uns im Glauben zurück zu Gott, nämlich in die Anbetung, Dienstbereitschaft und Liebe. Die Gleichgültigkeit gegenüber geistlicher Lehre ist gleichzusetzen mit der Gleichgültigkeit gegenüber Gott. Und Gleichgültigkeit gegenüber Gott ist gleichzusetzen mit der Gleichgültigkeit gegenüber dem eigenen ewigen Schicksal.

Pastoren die diesen undogmatischen Umgang mit Lehrfrage für „cool“ und angebracht halten, also jene, die die Notwendigkeit und Wichtigkeit rechter Lehre runterspielen und in ihren Predigten unzulänglich darlegen, versäumen in Wirklichkeit die Chance, das weiterzugeben, was die Seelen ihrer Zuhörer zu erretten vermag. Biblische Lehre unklar zu vermitteln oder deren Wichtigkeit herunterzuspielen ist weder cool noch zeitgemäß und sicher nicht demütig, sondern im Gegenteil schlichtweg arrogant. Nichts ist von größerer Bedeutung und lehrt uns mehr Demut als die rechte Lehre. Nichts richtet unsere Augen schneller weg von uns zur Liebe und Gnade Gottes hin, als die Lehre, die von Gott selbst herkommt.

Die rechte Lehre dient jedoch keinem Selbstzweck, sondern sie hilft uns, Gott zu erkennen, zu lieben, anzubeten und zu verehren, so wie er ist. Weniges wünscht sich der Teufel mehr als Gemeindeglieder, die sich im Lehrstreit so geradlinig wie ein Schusswaffenlauf geben, aber sich bei deren Anwendung als krumm erweisen. Einen Lehrsatz richtig zu verstehen, bedeutet, ihn richtig anzuwenden. Wenn wir die Lehre von unserem Leben trennen, führt sie uns in den Tod. Gott aber hat uns die Lehre, die aus seinem inspirierten Wortes entspringt, gegeben, damit wir dadurch lernen mögen, Ihn mit allem, was wir sind und unseren Nächsten wie uns selbst, zu lieben. Darum müssen wir im Umgang mit Lehrfragen unbedingt dogmatisch sein – nicht barsch, sondern demütig, indem wir uns darum bemühen, zu verstehen, zu lehren und zu verteidigen, was der heilige und liebende Gott, der sein Leben für uns gegeben hat, über sich selbst offenbart hat

Weiter möchte ich den Artikel gar nicht kommentieren – die Aussagen sind es wert ernstgenommen zu werden, zu diskutieren und bzgl. unseres Lehrverhaltens zu reflektieren.