Tertullian und die Kindertaufe

In dem Buch von Konrad Bussemer „Die Gemeinde Jesu Christi“ habe ich folgendes über Tertullian und die Kindertaufe gefunden, in dem er aus einer völlig anderen Richtung gegen sie argumentiert (die heute sicherlich nicht so häufig vertreten wird):

Der vielgenannte Kirchenvater Tertullian (-220) bekämpfte sie noch, allerdings aus dem Grund, weil er glaubte, daß die nach der Taufe begangenen Sünden keine Vergebung finden könnten und es daher verkehrt sei, wenn „das schuldlose Alter sich zur Vergebung dränge“.

Das Wirken von J. Gresham Machen

Auf der diesjährigen E21 Konferenz hat Stephen Nichols einen Vortrag über J. Gresham Machen gehalten.
Sehenswert!
E21 schreibt folgendes zur Einleitung:

John Gresham Machen (1881–1937) gehört zu den einflussreichen Theologen des frühen 20. Jahrhunderts. 1905 studierte er für ein Jahr in Deutschland und geriet wegen des theologischen Liberalismus seines Professors Wilhelm Herrmann in einer Krise, die er aber dank Gottes Gnade überwand. Von 1915 bis 1929 war er Professor für Neues Testament am Princeton Theological Seminary. Wegen des dort einziehenden Liberalismus gründete er das Westminster Theological Seminary und prägte so das reformierte Christentum in Nordamerika. Dr. Stephen Nichols (Ligonier Ministries) stellt Leben und Werk von J.G. Machen vor und und weist auf überraschende Parallelen zu den theologischen Herausforderungen unserer Zeit hin

EKD verurteilt Luthers Judenfeindschaft

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Luther und seine Beziehung zu den Juden ist ein schwieriges Thema. Ein Thema in welchem der große Reformator schwerwiegende Entgleisungen von sich gegeben hat.
Die EKD verurteilt diese nun. Die Tagesschau berichten Folgendes:

In einer in Bremen einstimmig beschlossenen Kundgebung distanziert sich die EKD-Synode von den antisemitischen Aussagen Luthers und anderer Reformatoren. Luthers Empfehlungen zum Umgang mit Juden hätten Schmähungen und Forderungen nach vollständiger Entrechtung und Vertreibung der Juden eingeschlossen.

„Im Vorfeld des Reformationsjubiläums können wird an dieser Schuldgeschichte nicht vorbeigehen“, heißt es in dem Text. Das weitreichende Versagen der evangelischen Kirche gegenüber dem jüdischen Volk erfülle mit Trauer und Scham. Aus dem Erschrecken über theologische Irrwege und dem Wissen um Schuld am Leid der Juden erwachse eine besondere Verantwortung, jeder Form von Judenfeindschaft entgegenzutreten.
[…]
Luthers Judenfeindschaft gilt als große Belastung für die Geschichte der evangelischen Kirche und wird den Schattenseiten im Wirken des Reformators zugerechnet. In Briefen und Schriften hatte sich Luther wiederholt mit den Juden befasst. In einem Brief vom August 1514 stellte sich der Reformator noch hinter den Humanisten Johannes Reuchlin, der sich gegen die Verbrennung jüdischer Schriften wandte. 1523 veröffentlicht Luther die Schrift „Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei“. 1538 folgt das Pamphlet „Wider die Sabbather“, 1543 die berüchtigte Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“. Auch wenn sich keine einfachen Kontinuitätslinien ziehen ließen, „konnte Luther im 19. und 20. Jahrhundert für theologischen und kirchlichen Antijudaismus sowie politischen Antisemitismus in Anspruch genommen werden“, heißt es in der Synoden-Kundgebung.

Die Kreuzzüge in einem neuen Licht

Einer der Vorwürfe die Christen immer wieder hören, betreffen die Kreuzzüge. Nach gängigen Vorstellungen haben imperialistisch denkende christliche Barbaren, einen toleranten Islam angegriffen und unterdrückt. Rodney Stark zeichnet in seinem Buch Gottes Krieger ein anderes Bild. Er fängt einige Jahrhunderte früher an und lässt ein neues Bild auf diese Ereignisse werfen.

Dieses Buch räumt mit der gängigen Sicht auf, die Kreuzzüge seien ein brutaler, imperialistischer, räuberischer Feldzug des christlichen Abendlandes gegen einen gebildeten, toleranten und friedlichen Islam gewesen, geführt, um sich zu bereichern und das Christentum zu verbreiten. Ein Krieg, der den berechtigen Hass der muslimischen Welt auf den Westen bis heute begründet. Mit Überblick und dennoch detailreich zeichnet Stark die Geschichte der Eroberung weiter Teile Europas, des Mittleren Ostens und Nordafrikas durch Mohammed und seine Erben nach. Er schildert die Behandlung der Juden und Christen in den besetzten Ländern und die Massaker an den Pilgern, die ins Heilige Land fuhren, um sich dort von ihren Sünden zu befreien. Er beschreibt die flehende Bitte Alexios I. an den Graf von Flandern, Byzanz vor der Invasion der gerade zum Islam konvertierten Türken zu schützen, sowie den berühmten Aufruf Papst Urbans II. an die Ritter Europas, den Byzantinern zu helfen und den Weg ins Heilige Land für die christlichen Pilger wieder zu sichern. Er analysiert die blutigen Schlachten der Kreuzritter, ihre Siege und fatalen Niederlagen, die unterschiedlichen Strategien der Kriegsführung beider Seiten und die logistische Organisation dieser enormen Truppenbewegungen. Mit Gottes Krieger gibt uns einer der renommiertesten Religionssoziologen ein neues und realistischeres Bild der sieben großen Kreuzzüge und zeigt auf, was in den Jahren von 1095 bis 1291 in Europa und im Nahen Osten wirklich geschah.