Zitat der Woche: #Bonhoeffer

Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer schreibt Folgendes über ein Glauben der diakonisch tätig wird:

Es wäre eine Lästerung Gottes und des Nächsten, den Hungernden hungrig zu lassen, weil gerade des Nächsten Not Gott am nächsten sei. Um der Liebe Christi willen, die dem Hungernden gehört wie mir, brechen wir das Brot mit ihm, teilen wir die Wohnung. Wenn der Hungernde nicht zum Glauben kommt, fällt die Schuld die, die ihm das Brot verweigerten. Dem Hungernden Brot verschaffen ist die Wegbereitung für das Kommen der Gnade.

Zitat der Woche: Messiasleiden & Gottesentfremdung

cross-1375765_1920Hans F. Beyer schreibt in seinem Markus-Kommentar (HTA) zu den Vorkommnissen nach dem sog. Petrusbekenntnis, als Petrus Jesus das Kreuz ausreden wollte, Folgendes:

Dies bedeutet, dass die populäre Messiaserwartung längst den sicheren Boden göttlicher Vorsehung und Prophetie verlassen hat, indem sie sich auf wenige atl. Aussagen einschränkt und politische Erwartung (z.T. aufgrund der Makkabäerzeit) viel zu stark in den Vordergrund schiebt. Sie setzt sich dabei vor allem über das fundamentale Problem der Entfremdung von Gott leichtgläubig und oberflächlich hinweg. […]
Jegliche Religion oder Lebensphilosophie, die diese Wurzelprobleme der grundsätzlichen Entfremdung von Gott sowie der Macht Satans überspielt oder verharmlost […], widersetzt sich, wie im Fall des Petrus, letztendlich der Herrschaft Gottes und seinem Willen. Es geht hier also um die grundsätzliche Tatsache, dass der Mensch aus seiner eigenen idealistischen Perspektive keinen stellvertretend leidenden Messias benötigt. Nur aus der offenbarten Perspektive Gottes erkennt der Mensch seine schwerwiegende Entfremdung und Feindschaft gegen Gott […] sowie die Macht Satans; er realisiert damit, dass er auf den stellvertretenden leidenden und sodann herrschenden Messias existenziell angewiesen ist.

 

Zitat der Woche: Vernichtende Liebe

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Wir dürfen die Menschen nicht so lieben, wie die Feinschmecker ihren Hühnerbraten lieben. Alle Speisen lieben wir nur, um sie zu vernichten und uns durch sie zu erquicken. Dürfen wir aber die Menschen lieben, um sie zu vernichten? Es gibt jedoch eine Liebe des Wohlwollens, die uns dazu führt, diejenigen zu beschenken, die wir lieben

Aurelius Augustinus

Zitat der Woche: Vergebung

Gerade weil Vergebung Vergebung ist und nicht einfach nur Toleranz, muss sie mit einer unmissverständlichen Ablehnung gegenüber jeglicher Form von Sünde einhergehen, ganz gleich, ob es sich nun um Gewalt handelt oder um Vorurteile oder Boshaftigkeiten, egal, ob es sich nun um Stolz handelt oder Gier oder Lust oder irgendetwas anderes von den Dingen, die Gottes gute und schöne Schöpfung entstellt und korrumpieren.

N.T. Wright in Überrascht von der Bibel

Zitat der Woche: Mit Gottes Geist unterwegs sein

Der große Theologe Adolf Schlatter schreibt zu der Aussage in Galater 5,16 (ich sage aber: Lebt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen.)

Im Glauben an Jesus ist der Geist in uns lebendig geworden. Der Geist Gottes erfasst unser inneres Leben; er erleuchtet unser Denken und erweckt unseren Willen. „Geh nun! Geh dahin,“ sagt Paulus, „wohin der Geist dich leitet! Bleibe nicht unbeweglich liegen, wenn du doch im Licht des Geistes in deinem Inneren siehst, was recht und gut ist, wenn doch, vom Geist bewegt, der Trieb des Herzens sich danach streckt! Bewege dich nun, wie der Geist dich bewegt; wolle nun, weil und wie der Geist in dir das Wollen schafft!“ Den Geist haben macht es noch nicht, sondern der Leitung des Geistes folgen und den reinen Trieben des Glaubens und der Liebe gehorchen, das ist die Lösung unserer Aufgabe als Christen. Das ist das Große am apostolischen Evangelium und sein Unterschied von der Gesetzespredigt, dass der Apostel uns ein Heiliges und Göttliches zeigen kann, das uns innerlich wirksam nahe ist, von dem wir uns leiten lassen dürfen in der gewissen Zuversicht, dass es uns sicher auf den Weg Gottes führt.

Sobald wir gehen, weil der Geist uns lenkt, sind wir vor uns selbst gesichert. Unsere natürliche Art bleibt dieselbe, wie sie von unserer Geburt her uns eigen ist, und aus ihr entstehen mancherlei Begehrungen. Wir können ihre Wurzel nicht abschneiden; denn sie hängen unlöslich mit unserer Naturgestalt zusammen. Wir können nicht geehrt werden, ohne dass uns die Überhebung nahetritt, nicht Unrecht leiden, ohne dass der bittere Zorn sich regt, usw. Und dennoch sind wir gegen unsere eigene Begierde geschützt und von ihr frei gemacht. Denn der Geist führt unser Trachten auf eine andere Bahn als das Fleisch. Da findet dessen Begierde bei uns keine Aufnahme mehr, so dass wir in ihren Dienst träten und ihr zur Vollendung hülfen. Sie fällt unfertig dahin, beiseite geschoben durch den Trieb des Geistes.