Die Rückkehr Schleiermachers – #Parzany

In seinem Buch Was nun, Kirche? beklagt Ulrich Parzany u.a. die Infragestellung der Autorität der Bibel.
Er führt dies auch auf Schleiermacher zurück und vergleicht ihn, im Kontrast, mit Karl Barth.
So habe Schleiermacher in seinem Buch „Reden über Religion – An die Gebildeten unter ihren Verächtern“ beschrieben, dass der Glaube ein Gefühl sei, welcher unabhängig von Natur und Geschichte ist. Somit sei er von den Fakten unabhängig.
Im Gegensatz dazu war bei Karl Barth die Offenbarung Gottes in Christus, die einzige Grundlage für den Glauben, die Kirche und die Theologie.
So war für Barth das leere Grab Jesu oder die Jungfrauengeburt eine notwendige Zeichenhandlung Gottes.
Über die aktuelle Situation schreibt Parzany:

Aber inzwischen ist Schleiermacher in vielen Verkleidungen wieder in Mode. Wie wirkt sich das aus?
Im Theologiestudium lernt man, die biblischen Texte historisch-kritisch auseinanderzunehmen. Je nach Lehrer ist auf mehr oder weniger von den biblischen Aussagen historisch Verlass. Man lernt aber zugleich, dass es gar nicht darauf ankomme, ob Jesus tatsächlich von der Jungfrau Maria geboren sei, ob er Wunder getan habe, dies oder jenes Wort wirklich gesagt habe, vom Tod leiblich auferstanden sei, sodass sein Grab leer war. In diesen Berichten drücke sich Glaube und Hoffnung der Erzähler aus. Und diese Erzählungen wollten uns sozusagen anstecken oder herausfordern, ähnlich zu glauben und zu hoffen. […] Auf diese Weise lernen Theologen, kritische Demontage der Bibeltexte und erbaulich fromme Deutung miteinander zu verbinden.

Ob dies nicht auch eine Herausforderung für evangelikal geprägte Gemeinden ist?